Ausgeglichener Strom Import/Export trotz wenig Ökostrom

„Zudem sollte man sich nicht auf Stromimporte verlassen, da die Spitzenlast in Nachbarländern zu ähnlichen Zeiten auftreten kann wie in Deutschland.“ (Quelle: VKU Meldung zu Kapazitätsmärkten)

Der 31.07.2014 war ein Tag, bei dem es in Deutschland fast keinen Strom aus Wind und Sonne gab. Kann es sein, dass 80 GW Wind und PV derzeit nix auf die Rolle kriegen für die #Energiewende? fragt ein Tweepl.

Folgt man der Logik der Deutschen Angst, dann hätte man doch zur Zeit des höchsten Verbrauchs und der geringsten Erzeugung aus PV und Wind einen Anstieg des Imports sehen müssen?

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Kein Trend zur sicheren Stromversorgung aus Wind und Sonne

Will man eine Vollversorgung der deutschen Bürger mit Wind und Sonne erreichen, dann hilft es sich die Tage mit der geringsten Einspeisung anzuschauen, denn nur diese Tage können ein Indikator für einen beschleunigten Ausbaukorridor sein.

Rückblickend auf die letzten 12 Monate ergibt sich ein ernüchternes Bild. Die Echtzeit-Analyse der Tagesbilanz für Wind und Sonnenkraft zeigt, dass der Mix aus beiden Energieträger noch immer seinen Minimalwert in diesem Jahr aufzeigt. 11.308 MWh am 21.01.2014 sind ein unbefriedigendes Ergebnis der Energiepolitik der letzten Jahre.

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Immer Strom durch Windkraft – Offshore oder räumliche Verteilung?

Stetiger Strom aus Windkraft mit möglichst wenigen Flauten. Erst am letzten April Dienstag konnten wir erleben, wie es zu deutlich geringerer Einspeisung als üblich kam. Andere Kraftwerkstypen sind eingesprungen und dank der guten Prognosequalität stellte dies auch kein Problem für die Stromversorgung da.

Dennoch, der Wunsch bleibt: Wie verhindert man einen fast vollständigen Zusammenbruch der Erzeugung von Strom aus Windkraft?

Für den kostspieligen  Ausbau der Netze wird Offshore Wind als einzige Lösung angesehen. Die Theorie: Auf dem Meer gibt es fast keine Flaute. Auf einer großen räumlichen Ausdehnung gibt es allerdings auch fast keine Flaute.

Dank Tennet TSO kann man die Stetigkeit von Onshore und Offshore Strom miteinander vergleichen.

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20. Dezember 2013 – Energieadvent – Schreckgespenst „Flautennacht“

Antwort von Peter Glasstetter - 100 prozent erneuerbar stiftung
Antwort von Peter Glasstetter - 100 prozent erneuerbar stiftung
Antwort von Peter Glasstetter – 100 prozent erneuerbar stiftung

Schreckgespenst: „Flautennacht“. Müssen wir davor Angst haben?

„In Deutschland gehen schon bald die Lichter aus.“ Hat jemand mitgezählt, wie oft wir diesen Satz in den vergangenen Jahren gehört haben? Nicht genug Kraftwerkskapazitäten gebe es, wenn die Atommeiler stillgelegt würden, der Netzum- und -ausbau komme nicht schnell genug voran, und ja, wie kann man überhaupt ruhigen Gewissens die Elektrizitätsversorgung einer Industrienation vom Formate Deutschlands den Launen von Wind und Sonne aussetzen. Was passiert, wenn der Wind nicht weht und zu allem Übel noch schwere Nebelschwaden über die photovoltaikbedeckten Kuhställe Süddeutschlands ziehen oder es gar finsterste Nacht ist? Diese Angst treibt offenbar nicht nur Ottonormalverbraucher, sondern auch Energiekommissar Günter Oettinger in Brüssel regelmäßig in den Wahnsinn und tiefste Verzweiflung.

Fest steht, dass der Strom an der Börse in diesem Jahr so günstig war, wie schon seit Jahren nicht mehr. Der Trend der vergangenen Jahre hielt damit auch in diesem Jahr an. Was bedeutet das? Niedrige Preise sprechen für ein hohes Angebot am Markt, vor allem weil der saubere Wind- und Solarstrom derzeit mit seinen Grenzkosten nahe null regelmäßig teure Spitzenlastkraftwerke aus der Merit Order (dem marktlich ermittelten Fahrplan der Kraftwerke) verdrängt. Knappheitssignale würden in hohen Preisen ihren Niederschlag finden. Deutschland verfügt derzeit über reichlich Überkapazitäten, vor allem bei der Kohle. Wenn Wind und Sonne sich rarmachen, bleibt die Versorgungssicherheit daher auf gewohnt hohem Niveau. Aber was wird sein in den kommenden Jahren, wenn die alten Kraftwerke nach und nach vom Netz gehen? Werden wir dann genug Kapazitäten haben, vor allem diejenigen flexiblen, die wir brauchen, um die zum Teil steilen Erzeugungsrampen von Wind- und Solarenergie auszusteuern?

Technisch ist das alles schon heute eigentlich nicht wirklich eine große Herausforderung. Moderne Gaskraftwerke sind nicht nur in der Lage, innerhalb von wenigen Minuten ihre volle Leistung ins Netz abzugeben, sondern sie gehen als KWK-Anlagen sogar sehr effizient mit dem verfeuerten Brennstoff um. Kleinere, ebenso flexibel steuerbare KWK-Anlagen in Gewerbe- und Wohngebieten und größeren Mehrfamilienhäusern können zukünftig für genügend Versorgungssicherheit beitragen – wenn die Politik die Entwicklung gezielt flankiert. Als Schwärme zusammengeschaltet, erreichen sie Kraftwerksgröße. Die große Unbekannte ist derzeit allerdings noch die Frage, wie und wann Speichertechnologien wie etwa Power to Gas sich am Markt behaupten können. Denn wenn Wind und Sonne die tragenden Säulen einer erneuerbaren Energiewirtschaft werden, dann ist absehbar, dass aufgrund der zu installierenden Kapazitäten bei hohem natürlichen Dargebot von Wind und/oder Sonne Stromüberschüsse zwangsläufig anfallen. Diese auf Dauer abzuregeln, wäre vergeudete  Energie – die bei Flaute oder starker Bewölkung wiederum fehlt bzw. fossil geliefert werden müsste. Die Umwandlung der Stromüberschüsse in Wasserstoff (per Elektrolyse) oder synthetisches Methan, insbesondere wenn das dazu notwendige CO2 nicht aus fossilen Verbrennungsprozessen stammt, würde weitere interessante energiewirtschaftliche Optionen eröffnen, ohne die Abhängigkeit von Erdgasimporten zu erhöhen. Mit dem Erdgasnetz und seinem Speichervolumen, das schon heute den größten Energiespeicher Deutschlands darstellt und bis 2030 laut Fraunhofer IWES auf 514 TWh ausgebaut werden könnte, steht somit ein Langzeitspeicher mit einer bereits existenten kompletten Infrastruktur zur Verfügung. Und gerade darum wird es gehen, eine technische wie wirtschaftlich praktikable Lösung für die Zeiten zu finden, in denen über einige Tage hinweg wenig Wind- und Solarenergie verfügbar ist (Anfang kommenden Jahres veröffentlichen wir eine neue Studie, in der wir u.a. die Länge von Flauten bzw. dunklen Tagen untersuchen. Studien über das Solar- und Winddargebot sind ebenfalls auf www.100-prozent-erneuerbar.de zu finden). Die so eingespeicherte Energie könnte nicht nur in Gaskraftwerken und KWK-Anlagen rückverstromt sondern auch zum Heizen oder im Mobilitätsbereich eingesetzt werden. Kleine bis mittelgroße  Batteriespeicher sorgen dann im Niederspannungsbereich für den Ausgleich kurzfristiger Schwankungen und können und auch den Eigenverbrauch von PV-Anlagenbetreibern deutlich erhöhen. Überhaupt werden die schon viel zitierten Smart Grids zu einer gewissen Flexibilisierung der Stromnachfrage führen und somit Überschüsse wie auch Unterdeckungen wenn nicht vermeiden, so doch abmildern und daher die Effizienz des Gesamtsystems noch einmal steigern.

Unser Fazit: Nein, in Deutschland werden die Lichter ganz sicher nicht ausgehen. Ein intelligenter Technologiemix, wirtschaftlich darstellbare Langzeitspeicher, ein zunehmendes Volumen an Mittel- und Kurzfristspeichern als auch ein mit moderner Informations- und Kommunikationstechnologien gestützter Netzbetrieb wird zukünftig das gewohnte Niveau an Versorgungssicherheit gewährleisten.

Strom aus Erneuerbaren für den Export?

Zusammenhang EE-Strom und Export Überschuss - Deutschland (Daten: ENTSOe/TSOs)
Zusammenhang EE-Strom und Export Überschuss - Deutschland (Daten: ENTSOe/TSOs)
Zusammenhang EE-Strom und Export Überschuss – Deutschland (Daten: ENTSOe/TSOs)

Die Gegner der Energiewende werfen der Stromgewinnung aus Wind und Sonne gerne vor, dass es Wackelstrom sei, ins Ausland verramscht wird. Wackeln, da es eine schwankende Verfügbarkeit gibt – die gibt es allerdings auch bei fossilen Kraftwerken, mit zum Teil extremen Folgen für das Stromnetz.

Die Sache mit dem Wind und Sonnenstrom für das Ausland ist allerdings deutlich komplizierter, denn einfach ist die Frage mit Sicherheit nicht zu beantworten. Daher die Kernfrage: Drehen sich die deutschen Windmühlen für die Nachbarländer?

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