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Nach der Beschwerde von 25 Kraftwerksbetreibern urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf am Dienstag im Sinne der Stromkonzerne. Die bisher restriktive Verrechnung der Kosten für Eingriffe im Zuge des Engpassmanagements (Redispatch) muss gelockert werden, was zu einer deutlichen Erhöhung der Netzentgelte führen wird. Der Verband der zentralen Großstromerzeuger BDEW begrüßte die Entscheidung, die alle Stromkunden in der Solidargemeinschaft Stromnetz weiter belastet.

Durch den hohen Anteil an sogenanntem Billigstrom aus Braunkohlekraftwerken in bevölkerungsschwachen Gebieten in der Lausitz, kommt es zu Netzengpässen auf der Ost-West Traverse, welche die Übertragungsnetzbetreiber mit Hilfe sogenannter Redispatches lösen (vergl. Karte der Redispatches). In den ersten 2 Monaten sind dabei bereits Kosten in ähnlicher Höhe entstanden, wie im gesamten Jahr 2014 (blog.stromhaltig berichtete). Diese auf den Verbrauch umgelegten Kosten sind nicht direkt auf der Stromrechnung ersichtlich, sondern werden erst mit der nächsten Festlegung der Netzentgelte belastet.

Nach ersten Schätzungen könnte im Jahr 2016 auf Industrie und private Stromkunden eine Kostenlawine zukommen, die deutlich über den Ausgaben der EEG-Umlage für den Ausbau von Erneuerbaren Energiequellen liegt.

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Die Eidgenossen hatten sich bereits gefreut, dass ab dem Sommer ein Zugang zum EU-Stromhandel stattfinden könnte.  Nach Bericht der Neuen Züricher Zeitung wird es nicht zu einer vorläufigen Teilnahme der Schweiz am EU-Stromhandel kommen. Zu Beginn des Jahres sah es so aus, als ob man die offenen Punkte zur Gerichtsbarkeit einfach offen lassen könne – zumindest hatte EU Energiekommissar Miguel Cañete dies signalisiert.

Nach NZZ angaben machte die EU klar:

Die Schweiz müsse sich zur Personenfreizügigkeit bekennen und ein institutionelles Rahmenabkommen abschliessen.

Physikalisch findet der Stromaustausch mit der Schweiz über Netzkoppelstelle 11XEBLD——–N der Amprion GmbH in Rheinfelden mit der EBLD Schweiz Strom GmbH statt. Daran wird sich auch mit dem Scheitern des Kompromisses wenig ändern. Allerdings wird die optimierte Nutzung auf Basis eines auf den Handel gestützten Engpassmanagements erschwert.

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Beim Telefonat mit Gridmates, einer Lösung um Energiearmut zu bekämpfen (wurde hier berichtet), wunderte sich der Chef Dr. George Koutitas, dass in Deutschland die ärmsten den teuersten Strompreis zahlen und die reichsten keine Möglichkeit haben ihnen den Strom zu finanzieren. Es ging um die sogenannte Grundversorgung, einem Tarif in dem alle Stromkunden landen, die keine Chance haben in einen anderen Tarif zu wechseln. Fehlende Bonität, mangelndes wirtschaftliches Verständnis, oder sogar Unstimmigkeiten wer welchen Strom bei einem Mietverhältniszahlt. Die Paritätischen Wohlfahrtsverbände laufen bereits einige Jahre Sturm, wenn es um die Grundversorgung geht. Die Grundversorgung sind Sozialtarife, bei denen Mutti vorbei kommt und das Licht ausschaltet.

„Bislang haben zu wenige Versorger die stark gefallenen Großhandelspreise weitergegeben. Wir wollen die Versorger zwingen, ihre Preisgestaltung offen zu legen“, sagte Michael Fuchs (CDU), Vize-Chef der Unions-Bundestagsfraktion, der „Rheinischen Post“ (Montagausgabe).

Was klingt wie die Einsicht, dass man Strom heute deutlich günstiger produzieren kann als noch vor einigen Jahren, bezieht sich auf die Grundversorgungstarife, die weit weg von Börse und Großhandel sind.

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„Der Fachverband unterstützt die konsequente Flexibilisierung des Strommarkts“

… schreibt der VDMA in einer aktuellen Pressemitteilung zum Entscheidungsjahr der Energiewende. Tatsächlich ist Deutschland zum jetzigen Zeitpunkt in einem System von Marktnormen gefangen, die eine Nutzung des Potentials in Flexibilität verhindert. Im Januar 2015 hatte blog.stromhaltig darüber berichtet, wie der sogenannte FlexMarkt und der Hybridstrommarkt gemeinsam zu einem konsequenten Umbau des Strommarktes beitragen können.

Im Strom-Business wird gerne von oben nach unten von Groß nach Klein entwickelt.  Heute soll hier ein Konzept vorgestellt werden, welches in der Praxis bei kleinen Stromnutzern erprobt, durchaus seinen Weg zu den großen Stromverbrauchern finden kann.

Bei einem Swap handelt es sich um einen Tausch des Stromverbrauchs bei einem Anschlußpunkt, welches die Bilanzsumme nicht verändert.

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