Kommentar: Bürgerenergiewende und dunkelgrüne Vergangenheit (Gastbeitrag) 1

Kommentar: Bürgerenergiewende und dunkelgrüne Vergangenheit (Gastbeitrag)

Bisher ist in den Köpfen der Menschen das Bild verankert, dass es auf der einen Seite die konventionellen Stromversorger gibt, denen auf der anderen Seite Solaranlagenbesitzer, Windradbetreiber und Öko-Aktivisten gegenüberstehen.

Die einen sind gut, die anderen böse – je nachdem auf welcher Seite man steht. Doch es gibt noch eine dritte Partei, die vielleicht auch mal öffentlich genannt werden sollte.
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Stromerzeugungsatlas 2014 - Deutsche Bundesländer im Vergleich 2

Stromerzeugungsatlas 2014 – Deutsche Bundesländer im Vergleich

Stromerzeugung je Einwohner in KW
Stromerzeugung je Einwohner in KW

Die Erzeugung von Strom ist in Deutschland nicht gleichmäßig verteilt. Stehen in Brandenburg  für jeden Einwohner 5,8 KW an Netto-Kapazität zur Verfügung, so sind es in Hessen lediglich 0,9 KW. Eine hohe Spanne, die auch über das Netz abgedeckt werden muss.   Im Schnitt werden per 19.02.2014 für jeden Bundesbürger 2,3 KW zur Stromerzeugung vorgehalten.

Auch wenn politisch bei Themen wie dem Ausbaukorridor für Windkraft oder der Systemrelevanz einiger Kraftwerke, immer mit Kapazitäten gerechnet wird, ist für die Versorgung die Leistung wesentlich wichtiger.

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Antwort von Patrick Juettemann - Kleinwindkraft-Portal

19. Dezember 2013 – Energieadvent – Eigenstrom aus Kleinwindanlagen

Antwort von Patrick Juettemann - Kleinwindkraft-Portal
Antwort von Patrick Juettemann – Kleinwindkraft-Portal

Welches Potential zur Eigenstromnutzung steckt in Kleinwindanlagen?

Die Eigenstromnutzung ist das bei Kleinwindkraftanlagen dominierende Anwendungskonzept. Gleichzeitig ist es ein zentrales Abgrenzungskriterium von großen Multimegawattanlagen, die den Strom in der Regel zu 100% einspeisen. Kleinwindanlagen haben eine Leistung unter 100 kW.

In Deutschland gab es nie einen gestaffelten Einspeisetarif für Windenergieanlagen abhängig von der Anlagenleistung. Eine 5 kW PV-Anlage hat immer einen viel höheren Einspeisetarif genossen als ein 500 kW Solarpark. Eine 5 kW Kleinwindanlage dagegen bekommt sogar einen niedrigeren Einspeisetarif als eine 5 MW Offshore-Anlage. Deshalb ist die Netzeinspeisung für Kleinwindräder nicht wirtschaftlich.

Viel besser sieht es bei der Eigenstromnutzung aus: Man spart die Strombezugskosten von zurzeit über 25 Cent pro Kilowattstunde. Was für PV-Anlagen in Deutschland immer wichtiger wird, war schon immer Prämisse der Kleinwindkraft: Maximierung des Selbstverbrauchs.

Auch baurechtliche Vorgaben schreiben eine hohe Eigenstromnutzung vor. Wenn ein Kleinwindrad als sogenannte Nebenanlage eines Gebäudes eingestuft wird, schreibt das Bauamt oft einen hohen Eigenverbrauch vor. Man muss belegen, dass der Strom zu einem Großteil für eigene Zwecke verwendet wird.
Das hohe Potenzial der Eigenstromnutzung durch Kleinwindkraftanlagen hängt auch damit zusammen, dass sich die Heizperiode mit den windstarken Jahreszeiten deckt. In Ländern mit kalten Wintermonaten wie in Deutschland wird der überschüssige Windstrom oft zum Heizen verwendet. Die Energieumwandlung wird durch einen Heizstab im Warmwasserspeicher realisiert, der direkt den Windstrom in Wärme umwandelt. Durch die Energiespeicherung wird das Potenzial zur Eigenstromnutzung erhöht.

Mit Blick auf die weltweiten Märkte für Kleinwindkraftanlagen nehmen Inselanlagen eine sehr wichtige Rolle ein. Im Vordergrund steht die Stromversorgung netzferner Gebiete. Kleinwindenergieanlagen kommen oft in Kombination mit PV-Anlagen und Batteriespeichern zum Einsatz. Wenn die Sonne nicht scheint, weht oft der Wind. Die noch kostspieligen Batterien können kleiner ausgelegt werden.

Das Potenzial der Eigenstromnutzung von Kleinwindanlagen wird sich in Deutschland mit der Verbreitung von Batteriespeichern für PV-Anlagen sukzessive erhöhen. Wenn die Solarstromanlage im Winter nicht produktiv ist, wird das Kleinwindrad die Batterie füllen.