wahrscheinlichkeit

Nach der Beschwerde von 25 Kraftwerksbetreibern urteilte das Oberlandesgericht Düsseldorf am Dienstag im Sinne der Stromkonzerne. Die bisher restriktive Verrechnung der Kosten für Eingriffe im Zuge des Engpassmanagements (Redispatch) muss gelockert werden, was zu einer deutlichen Erhöhung der Netzentgelte führen wird. Der Verband der zentralen Großstromerzeuger BDEW begrüßte die Entscheidung, die alle Stromkunden in der Solidargemeinschaft Stromnetz weiter belastet.

Durch den hohen Anteil an sogenanntem Billigstrom aus Braunkohlekraftwerken in bevölkerungsschwachen Gebieten in der Lausitz, kommt es zu Netzengpässen auf der Ost-West Traverse, welche die Übertragungsnetzbetreiber mit Hilfe sogenannter Redispatches lösen (vergl. Karte der Redispatches). In den ersten 2 Monaten sind dabei bereits Kosten in ähnlicher Höhe entstanden, wie im gesamten Jahr 2014 (blog.stromhaltig berichtete). Diese auf den Verbrauch umgelegten Kosten sind nicht direkt auf der Stromrechnung ersichtlich, sondern werden erst mit der nächsten Festlegung der Netzentgelte belastet.

Nach ersten Schätzungen könnte im Jahr 2016 auf Industrie und private Stromkunden eine Kostenlawine zukommen, die deutlich über den Ausgaben der EEG-Umlage für den Ausbau von Erneuerbaren Energiequellen liegt.

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Gedenkstein_Gasthof_Zur_Schwarze_Pumpe

Das Braunkohlekraftwerk Schwarze Pumpe nimmt Platz 6 der unnützlichsten Kraftwerke in Deutschland ein.  In der Nähe der Stadt Spremberg gelegen  versorgt es einen angrenzenden Industriepark mit 4.500 Beschäftigten mit Strom, doch die brauchen ihn nicht.  Eine Altstadtsanierungs Gesellschaft kann kaum ein Absatzmarkt schaffen – bleibt die Papierfabrik, die bereits 2014  in der BAFA Liste vertreten gewesen ist mit privilegierten EEG Zahlungen, wodurch man sich zwar zum Teil der Bundes-Solidargemeinschaft-Stromversorgung entzieht, aber mehr für die kommunalen Steuern in Spremberg übrig bleibt.

Das sich selbst als Energieregion bezeichnende Gebiet an der Lausitz steckt in der Krise, da es zwar zu viele Kraftwerke besitzt, aber nur mit zwei Leitungen an die Verbrauchswelt angedockt ist. Im Norden geht es solide über Halle gen Westen, im Süden mit Einschränkungen via Leipzig zum Großhandels-Strommarkt.

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marktmodell

Beim Telefonat mit Gridmates, einer Lösung um Energiearmut zu bekämpfen (wurde hier berichtet), wunderte sich der Chef Dr. George Koutitas, dass in Deutschland die ärmsten den teuersten Strompreis zahlen und die reichsten keine Möglichkeit haben ihnen den Strom zu finanzieren. Es ging um die sogenannte Grundversorgung, einem Tarif in dem alle Stromkunden landen, die keine Chance haben in einen anderen Tarif zu wechseln. Fehlende Bonität, mangelndes wirtschaftliches Verständnis, oder sogar Unstimmigkeiten wer welchen Strom bei einem Mietverhältniszahlt. Die Paritätischen Wohlfahrtsverbände laufen bereits einige Jahre Sturm, wenn es um die Grundversorgung geht. Die Grundversorgung sind Sozialtarife, bei denen Mutti vorbei kommt und das Licht ausschaltet.

„Bislang haben zu wenige Versorger die stark gefallenen Großhandelspreise weitergegeben. Wir wollen die Versorger zwingen, ihre Preisgestaltung offen zu legen“, sagte Michael Fuchs (CDU), Vize-Chef der Unions-Bundestagsfraktion, der „Rheinischen Post“ (Montagausgabe).

Was klingt wie die Einsicht, dass man Strom heute deutlich günstiger produzieren kann als noch vor einigen Jahren, bezieht sich auf die Grundversorgungstarife, die weit weg von Börse und Großhandel sind.

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volk

Die Verstromung von Braunkohle ist in der Bundesrepublik Deutschland nicht weiter rentabel und verursacht neben Klimaschäden einen volkswirtschaftlichen Schaden.

Im Zuge dieser Denkschrift werden Forderungen gestellt, um Kosten und Gefahren vom Bürger und Industrie abzuwenden.

Die Umsetzung dieser Forderungen muss mit höchster  Priorität behandelt werden und kann nicht auf die beim Bundes Wirtschafsministerium anhängige Fertigstellung des Weißbuches „Strommarkt der Energiewende“ warten.

Sofort Maßnahmen

  1. Stilllegung der Kraftwerke Boxberg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe, Schkopau und Lippendorf
  2. Überführung der direkt abhängigen Beschäftigten in eine Auffanggesellschaft
  3. Angliederung der Auffanggesellschaft bei den Übertragungsnetzbetreibern
  4. Verrechnung der Kosten für die Auffanggesellschaft über die Netzentgelte

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love

In den ersten beiden Monaten des Jahres 2015 haben die beiden Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission und Tennet TSO insgesamt 98.272.446€ an Kosten für die Durchführung von sogenannten Redispatches oder Countertrading, so die Datenplattform der ENTSOe. Die beiden anderen Übertragungsnetzbetreiber – Amprion und TransnetBW – hatten im Berichtszeitrum keine Kosten verursacht. Für den Folgemonat März ist bereits bekannt, dass einige Redispatches durch die TransnetBW angefordert wurden. 

Durch Redispatches werden Netzengpässe verhindert, die durch Standortnachteile großer Kraftwerke entstehen. Besonders der hohe Anteil von billigem Braunkohlestrom hinterlässt seine Spuren auf der Redispatch-Karte. Die Kosten für diese Eingriffe in den Markt und die Kraftwerksfahrpläne ist durch die Stromkunden in den Netzentgelten zu zahlen.