Gutachten: Dynamische EEG Umlage auf Basis von Spotmarktpreisen ist falscher Weg

Die Mitarbeiter des Unternehmens Energy Brainpool hatten im Dezember 2014 dem Bundes Wirtschaftsministerium eine Kurzstudie zur Verwendung der Spotmarktpreise bei der Umsetzung einer variablen EEG-Umlage geschrieben. In einem Gutachten, welches blog.stromhaltig exklusiv vorliegt, wird nicht nur auf die geringe Netzdienlichkeit hingewiesen, sondern auch auf die Gefahr eines Kollapses des Strommarktes.

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Die 3,5 Milliarden Kriegskasse

Wir erinnern uns, dass sich die EEG-Umlage im Jahre 2015 ganz, ganz leicht verringert hatte. Für 0,07 Cent bekommt man als Einzelner nichts, sammelt aber im Kollektiv ein Vermögen an. Ein Haben von 3,5 Milliarden Euro steht auf dem Gemeinschaftskonto der Deutschen Stromkunden, wie das PV-Magazine mitteilt. Dafür bekommt man 76 TWh Strom an der Börse – oder  etwa 14% des Jahresverbrauchs von Deutschland. Da auch diese Zahl schwer verständlich ist: Man hätte mit dem Guthaben soviel Strom kaufen können, wie die Deutschen seit dem 1.1.2015 verbraucht haben (und etwas mehr…).

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Kurzmeldung: FAZ mit Zahlendebakel bei Ökostrommeldung

Wie das IWR mitteilt hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) in einer aktuellen Meldung über Superlative und Ökostrom einige sehr interessante Zahleninterpretationen. Nach dem geschulten Blick eines Volkswirtes auf das Umlagenkonto wird festgestellt:

Demnach sind die Auszahlungen an die Anlagenbetreiber im vergangenen Jahr auf 21,5 Milliarden Euro geklettert…

Dies müsste eigentlich der Posten „finanzielle Förderungen nach den §§ 19, 52, 57 (1)…“ im Konto sein, also  15.9 Milliarden Euro. Dazu kommen die ab 1.8.2014 entfallenen Prämienzahlungen 4.9 Mrd. . Soweit kann man der Meldung auch noch folgen…

Die EEG-Umlage mit Ökostrom-Förderung gleich zu setzen ist spannend, bedenkt man die 19€ je Haushalt in Deutschland im Jahre 2014, die damit auch bezahlt werden:

Die chemisch-pharmazeutische Industrie profitiert im Jahr 2014 mit schätzungsweise 1,6 Milliarden Euro von den Ausnahmeregelungen bei der Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz EEG.

Dies teilt die Bundesregierung in ihrer Antwort 18/3374 auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen 18/3129 mit. (Quelle: EinDanke.de)

Als Lektüre für das Wochenende sei in Reihenfolge folgende Beiträge empfohlen:

Redispatch als Agumentation für den Kohleausstieg im Energynet Podcast

Es könnte sein, dass in den kommenden Wochen einige Alu-Werke an der Lausitz angesiedelt werden, damit der Strom dort erzeugt wird, wo Billigstrom heute herkommt.

Andreas Kühl von Energynet hatte blog.stromhaltig zum Schwerpunkt-Thema Kohleausstieg. Es wird unter anderem das Thema Umverteilung (Redispatches) und die EEG-Umlage auf CO2-Ausstoß diskutiert.

Interview im Podcast anhören.