ausfall_kohlekraft

Wie der Kraftwerksbetreiber RWE den Marktteilnehmern mitteilt, musste in der Nacht von Samstag auf Sonntag innerhalb von wenigen Minuten gleich zwei Kraftwerke ungeplant vom Netz genommen werden. Die fehlende Einspeisung  summierte sich auf 1.206 MW und entspricht damit etwa dem Ausfall eines Atomkraftwerkes. Als Ursache nennt der Betreiber aktuelle „Technischer Fehler“.

Für das Kraftwerk in Niederaußem/Bergheim (BoA 1) wird um 03:24 im Block K eine Einschränkung von 915MW gemeldet, die bis Montag 05:00 Uhr bestehen soll. Für Neurath Block C (Grevenbroich) kommt es ab 03:29 bis 08:00 zu einer Nichtverfügbarkeit von 291 MW.  Bereits am Samstag Abend kam es am Block D in Neurath zu einer geringen Minderleistung von 10MW, die bis  Sonntag Abend besteht.

Ein Zusammenhang zwischen den Ausfällen kann zunächst nicht erkannt werden. Auch scheint es keinen Zusammenhang zu den geplanten Wartungsarbeiten im Kernkraftwerk Grundremmingen Block C zu geben.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag liegt die Netzlast in der betreffenden Regelzone von Amprion bei etwa 14 GW. Trotz der geringen Netzlast und der damit verbundenen hohen Auswirkung einer größeren Störung kam es zu keinen Beeinträchtigungen in der Stromversorgung. Folgend der Momentum-Analyse  scheinen die Leistungseinschränkungen langsam und ohne große Gradienten durchgeführt worden zu sein.

Dunkle Wolken über dem GKM
Dunkle Wolken über dem GKM

In der lokalen Presse der Metropolregion Rhein-Neckar wurde diese Woche vor allem der Block 3 des Großkraftwerkes Mannheim besprochen, da es jetzt offiziell die Genehmigung für den Betrieb als „Kaltreserve“ in den kommenden beiden Heizperiodenen erhalten hat. Flankiert wird dies nicht nur von der nun beschlossenen bundesweiten Regelungen zur Kaltreserve (s.h. Süddeutsche), sondern auch vom Neubauprojekt „Block 9“.

Die Verstromung von Kohle befindet sich im Trudeln. Tobias Staufenberg, Geschäftsführer des BUND Regionalverbands Rhein-Neckar-Odenwald, kommentiert gegenüber blog.stromhaltig die wirtschaftliche und systemische Lage des Neubaus.

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