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Frage an die Leser: Ermittlung der Scheinleistung und Wirkleistung. Komische Messwerte…

In der Casa Stromhaltig wurde am Freitag Abend gegen 22:00 Uhr eine Messung durchgeführt, die interessante Werte zum Vorschein brachte. Auf Facebook wurde bereits eine Diskussion gestartet, die hier konserviert werden soll.

Irgend ein Elektrotechniker in meinen Reihen? Gemessene Wirkleistung im 5 Minuten Schnitt: 205 W – Gemessene Scheinleistung: 295 W (durch Induktionsmessung). 90W Blindleistung kann das sein? – Ortsnetz Mauer, Freitag Abend ca. 22:00 Uhr. Keine besonderen „Geräte“ am Netz.

Schein- und Wirkleistung. Um was es eigentlich geht?

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Spannungsprobleme im Verteilnetz 2

Spannungsprobleme im Verteilnetz

Immer wieder ist davon zu hören, dass die dezentrale Einspeisung in den Verteilnetzen eine Herausforderung darstellt. Eine Herausforderung, die zwar technisch lösbar ist, aber leider durch fehlende Investitionen in den vergangenen Jahrzehnten deutlich hinter dem Fortschritt in der Stromerzeugung liegt.  So ist es 2014 plötzlich eine Meldung bei E.ON wert, wenn regelbare Ortsnetztransformatoren (RONT) verbaut  werden:

Der Einsatz von RONTs erhöht die Aufnahmefähigkeit der Verteilnetze für erneuerbare Energien spürbar und ermöglicht auch bei massiver Einspeisung einen wirtschaftlichen, stabilen Betrieb und reduziert damit den Bedarf für den Netzausbau. Als zuverlässige, kostengünstige Technologie füllen RONTs das Zieldreieck der Energiewirtschaft mit seiner Forderung nach Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit voll aus. (Quelle: E.ON Pressetext)

Doch wo liegt eigentlich das Problem? Der Versuch einer sehr vereinfachten Erklärung.

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Followup: Kaltreserve bei zuviel Strom.

blindleistungIm Januar 2013 kam es zum Rückgriff auf die Kaltreserve, da bei einem Sturmtief plötzlich zu viel Strom im Netz war. Dies führte dazu,dass in Süddeutschland und in Österreich einige Kraftwerke der sogenannten Kaltreserve aktiviert werden mussten. Bei der Veröffentlichung des Beitrages im Januar blieben sehr viele Fragen offen, besonders warum man mehr Strom braucht, wenn man zuviel Strom hat. Die Antwort lautet: Blindleistung war das Problem.

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Was passiert mit den alten Atommeilern? Kernkraftwerks Recycling in Biblis

Ende Februar war es soweit, der nicht atomare Teil des Kernkraftwerk Biblis konnte seiner neuen Bestimmung zugeführt werden. Die Netzbetreiber RWE Power und Amprion haben mit den Mitarbeitern des Kernkraftwerks den Umbau zur Unterstützung der Blindleistung fertiggestellt, wie man einer Pressemitteilung des Konzerns entnehmen kann.

Laut Wikipedia ist die Blindleistung eigentlich der unerwünschte Anteil der Stromerzeugung, der mehr benötigt wird, als tatsächlich verbraucht wird. Ein Phasenschieber sorgt dafür, dass die Blindleistung gleichmäßig auf alle Phasen verteilt wird.

Was mich etwas verwundert ist die Begründung, die hinter dieser Unternehmung steckt. Gerade im Süden sei die Stabilität durch die Erneuerbaren Energien ohne einen solchen Phasenschieber gefährdet. Nach meinem technischen Verständnis, wirkt der Phasenschieber in Biblis sich unmittelbar, sofort, in Sekundenbruchteilen auf das Stromnetz aus und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der angebotenen Leistung auf die Phasen. Sicherlich nicht unwichtig für die Stabilität des Gesamtsystems – jedoch war bislang die Schwachstelle die den Erneuerbaren unterstellt wurden, eher längere Ereignisse, wie eine anhaltende Flaute beim Wind. Um solche Vorfälle auszugleichen ist das Verfahren der Regelleistung vorhanden, welches hier ja bereits besprochen wurde.