att82b73

Ca. um 10.00 Uhr fiel in der gesamten Türkei bis auf den am Iranischen Netz hängenden Bereich Anatolien und bis auf wenige Städte, in denen die Kraftwerke im Inselbetrieb weiterliefen, der Strom aus. Der Blackout dauerte bis 13.00 – 22.00 je nach Region. Die Ursache war (vermutet) ein Wasserschaden in der Schaltzentrale in Izmir (es gibt auch andere Spekulationen). In den Tagen vor dem Blackout gab es stark erhöhte Niederschlagsmengen in der Südwest-Türkei, so dass die Annahme richtig sein könnte.

Die Produktionsbetriebe und auch die Strom-getriebene Transportlogistik (U- und S-Bahnen) kamen nach Medienberichten weitgehend zum Erliegen. Es war der erste flächendeckende Stromausfall seit 15 Jahren. Nach Auskunft von Hotel-Personal und Reiseleiter kommen kurzzeitige Ausfälle häufiger vor.

Weiterlesen

regelleistung_sonnenfinsternis

Der German Energy Blog veröffentlichte am Mittwoch die Ergebnisse einer Tagesausschreibung  für sogenannte Sekundärregelleistung des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz Transmission GmbH. Für den Tag der Sonnenfinsternis hatte  das Unternehmen über die Ausschreibungsplattform zusätzliche 1,1 GW positive und negative Regelleistung am 18.03.2015 ausgeschrieben und Gebote für einen durchschnittlichen Leistungspreis von 546,58€ (Negativ) bzw. 579,70€ (Positiv) erhalten. Die Kosten dieser Auktion, welche auf die Netzentgelte umgelegt werden, werden erst nach dem Ereignis bekannt sein, wenn fest steht, welcher Abruf tatsächlich stattgefunden hat.

Das Ergebnis der jüngsten Ausschreibung zeigt, welche Aufschläge die Übertragungsnetzbetreiber für die Regelleistung zahlen müssen, die für den Zeitpunkt der Sonnenfinsternis gesichert wird.

Preisvergleich zur Wochenauktion

SRL Auktion Tagesauktion
20.03.
Wochenauktion 16.3-22.3. Differenz
NEG_HT 546,58 € 43,06 € +1169%
POS_HT 579,70 € 544,28 € +7%

Beim Sonnenflüsterer gibt es die Frage „Gaskraftwerk stilllegen? Warum nicht verkaufen?“ –  darauf den Kommentar:

In jeder anderen Branche würde man bei einem Produzenten fragen, ob man nicht Kunden finden kann. Vor dem Verkaufen frage ich mich, warum es dem Konsortium nicht gelungen ist, die Erzeugung an einen Stromkunden zu verkaufen. Am Ort ist ein großer Stromabnehmer, der sich über ein gepachtetes Kraftwerk bestimmt freuen würde – Audi ist auch nicht weit – und ansonsten gibt es dort Kunden. Soll der Staat jetzt auch noch die Vertriebsorganisation für die Kraftwerker sein?

und wer jetzt sagt: Wie? Ja, so etwas geht und wird bereits einige 1.000 mal in Deutschland gemacht. (Stichwort: Hybridstrommarkt)