Kohleausstieg war gestern, immer mehr Betreiber von Smog-Schleudern ist aufgefallen, dass Peer2Peer Stromhandel. Nachbarschaftsstrom aus PV-Anlagen oder BHKWs genau ihr Ding ist. Grund ist eine erfolgreiche Positionierung des sogenannten Energy-Only-Marktes (man zahlt für Kilo-Watt-Stunden in 15 Minuten Intervallen) in vielen Projekten.  Gelungene Lobby-Arbeit, die man erkennt, werade gerade beim Punkt der Digitalisierung die scheinbar große Errungenschaft der dezentralen Stromerzeugung zunehmend eine Leistung an Wert verliert. Richtig ist, Peer2Peer Strom aus Sonne oder Grünstrom im Direkthandel ist der Tod der Energiewende.

Eine stabile und verlässliche Stromversorgung kostet Geld. Was ist aber, wenn man den Preis zu bestimmten Tageszeiten gegen 0 reduziert. Tatsächlich lassen sich 80% der Strommengen sehr leicht aus Erneuerbaren Erzeugern abgedecken, die eben keine Brennstoffkosten haben. Wird aber – und so funktioniert nun mal das Ökonomische-Prinzip – das Angebot groß, dann geht der Preis zurück. Verkleinert man den Marktplatz auf „Nachbarschaft“ oder „Region“, dann sind diese Zeiten noch extremer, da kein großräumiger Ausgleich stattfindet.

Ein Standard-Haushalt verbraucht zum Beispiel 10 Kilo-Watt-Stunden am Tag. 8 Kilo-Watt-Stunden in den Tageszeiten, bei denen sowohl PV als auch Windkraft vorhanden ist. In einem Marktmodelle, bei dem derjenige gewinnt, der die niedrigsten Einstandskosten hat, wird der Preis gegen 0 gehen. D.h. 8 Kilo-Watt-Stunden, die eigentlich nichts kosten. Mit der Folge, dass auch kein Geld für zukünftige Investitionen vorhanden ist.

In der Nacht, wenn die restlichen 2 Kilo-Watt-Stunden verbraucht werden, können die Kohlekraftwerke richtig zugreifen, da sie frei von Konkurrenz ihre Rendite erwirtschaften können. Simulationen zeigen, dass Preise im Bereich von über 1000% über dem günstigsten Preis des Tages schnell auftreten. Die Aktionäre der RWE dürfte dies freuen, da auch ein Polizeieinsatz plötzlich aus der Portokasse beglichen werden kann.

Es wundert wenig, dass sich zum Beispiel im Umkreis der Blockchain Nutzung in der Energiewirtschaft genau die Kohlestromer finden, die gezielt den „fairen Handel“ von Energie unter Freunden ermöglichen wollen, um eine Versuchung aufzubauen die mit „geringen Strompreisen“ und „sichere Abnahme“ letztendlich Liquidität entzieht und in die eigene Tasche führt.

p.s. Bei Corrently stellen wir uns ganz bewußt gegen einen Energy-Only-Markt und führen einen dezentralen Leistungsmarkt ein.