Das Eigenheim als Energiespeicher

In dieser Woche fand in Düsseldorf der Energy Storage Summit statt, bei dem Experten über Möglichkeiten zur Speicherung von Energie im großen Stiele Gedanken austauschten. Aus den Presseberichten und Meldungen ist leider sehr wenig zu entnehmen, was der Otto-Normalbürger mitnehmen kann. Dabei steckt doch kein unerhebliches Potential von Speicherkapazität in jeder Wohnung oder Haus… 

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Unsmarte Ideen für das Smart House

Smart House, ein Sammelbegriff für die Freaks unter den Hausbauern, bei all zu häufig das Thema Energiesparen in einem Satz mit Komfort genannt wird. Nach einigen Streifzügen durchs Internet, was sich in den letzten Jahren verändert hat, bin ich eine Enttäuschung reicher. Noch immer kursieren skurrile Ideen, was wir als Kunde von einem neuen Eigenheim erwarten sollen. Gemeinsamer Nenner aller Smart House Angebote scheint die vollständige Automatisierung der Haustechnik. Beängstigend wird es, wenn man sich etwas die Beispiele anschaut, warum man überhaupt in eine solche Technik investieren sollte. Ich habe mir daher einmal erlaubt eine Hit-Liste der Top-Unsmarten Anwendungsfälle zusammenzutragen.

Legende des Offenen Fensters
Beschrieben wird hier, dass die Heizung automatisch heruntergeregelt wird, wenn ein Fenster offen steht. Was sich zunächst Clever anhört, sehe zumindest ich als unsmart in Frage. Wie lange steht ein Fenster offen? In 99% der Fälle wurde es wohl bewusst geöffnet und wird nach einigen Minuten geschlossen. Für diese kurze Zeit eine heutige Niedertemperaturheizung mit der Trägheit einer Fußbodenheizung auch nur kurzzeitig an und aus zu schalten dürfte eine Energieverschwendung sein. Bleibt das Fenster bei niederen Temperaturen lange offen, weil es vielleicht vergessen wurde, ist man vielleicht gut beraten, wenn die Heizung sogar aktiviert wird um Frostschäden zu vermeiden…

Legende der Rollladensteuerung auf Reisen
Wer Bereits in elektrische Rollläden mit zentraler Steuerung investiert hat, der hat bei allen mir bekannten Anbietern auch eine Zeitsteuerung. Wieso sollte ich dann im Urlaub, am Strand liegend, zu teuren Roaming-Internetkosten die Rolläden von zu Hause steuern? Auch etwas unsmart…

Legende der automatischen Lichtsteuerung
Diese Legende hört sich fast perfekt an: Das Haus erkennt, wenn der Raum betreten wird und schaltet automatisch das Licht an. Soweit so gut. Fakt ist, dass diese Schaltungen meist das Licht auch anmachen, wenn der Haustieger seinen stündlichen Streifzug macht.  Fakt ist, dass wir schon von Kindheit an gelernt haben, dass wir Lichter ein und ausschalten müssen. Nimmt man diese Möglichkeit, bzw versucht hier mitzudenken, so gibt es zumindest einige unsmarte  Momente bei dem notwendigen Feintuning.

Legende des dynamischen Strompreises
Dank SmartMeter in Kombination mit der Automatisierung des SmartHouse wird die Waschmaschine dann gestartet, wenn der Strom am günstigsten ist. Hört sich gut an, leider ist zumindest mir kein Stromtarif bislang bekannt, der wirklich dynamisch ist und den Tagespreis berücksichtigt. Was es gibt sind Tarife für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen, die aber doch sehr starre Konstrukte sind.

Und damit das alles nicht unsmart bleibt, wird es in den nächsten Wochen hier eine Beitragsserie nach dem Motto „Do It Your Self zum Smart House“ geben.

 

 

 

 

 

OpenData: Energieverbrauchs und Klimadaten #oecotipp

Erzeugung und Import vs. Verbrauch und Export im Jahre 2008
Erzeugung und Import vs. Verbrauch und Export im Jahre 2008

TWh und Millionen Tonnen Öl. Die Kennzahlen, die mit dem Energieverbrauch eines Landes verbunden sind, kann man sich wirklich nur schwer verstehen. Leichter wird es, wenn man eine Visualisierung hat, die es einem erlaubt interaktiv die Daten zu erarbeiten und nach und nach zu verstehen. Solche interaktive Diagramme lassen sich aus den Daten von Eurostat  ermitteln. Leider nur bis zum Jahre 2008  – und somit vor dem Atomausstieg in Deutschland und der damit verbundenen „Energiewende“ – können die Verhältnisse von Energie-Import und Export dargestellt werden. Die Größe der einzelnen zeigen dem Besucher auf einen Blick, welche Verhältnisse die einzelnen Verbraucher oder Erzeuger haben.

Damit es nicht nur bei dieser einen Visualisierung bleibt, hatte bereits am 3. März 2012 die Open Knowledge Foundation zu einem Hackday aufgerufen.  Die Teilnehmer sollen bis zum 16. März einen Prototyp fertigen, der zum Apps4Climate Wettbewerb der Weltbank eingereicht wird. Teilnehmende Apps sollten mindestens eine der Datenbanken der Weltbank verwenden und die Daten im Kontext von Klima und Energie bringen.

EffizienzhausPlus – und was wir daraus lernen können?

Am 5. März war es soweit, eine 4 köpfige Familie ist in das EffinizenzhausPlus eingezogen, wie man auf der Webseite der Bundesregierung erfahren kann. Es handelt sich um ein Forschungsprojekt eines nach dem aktuellen technischen Stand errichteten Hauses, welches genügend Energie selbst produzieren soll, um Wohnkomfort zu liefern und gleichzeitig die Mobilität der Bewohner zu fördern. Das in Berlin stehende Haus produziert ca. 17 MWh Strom, die sowohl für Heizenergie als auch für das Elektroauto verwendet werden. Im Blog der Bewohner sollen in den nächsten Monaten die Erfahrungen geschildert werden.

 

Jetzt Backup, dann ausschalten.

Am 31.03.2012 ist der Weltbackuptag, also der Aufruf auch mal wieder ein Backup von seinen Daten zu machen. Was hat das mit dem Thema nachhaltigem Umgang mit Strom zu tun?

Wir sind es heute gewohnt, dass wir unser Backup auf eine USB-Festplatte machen, die nach der Sicherung zurück in die Schublade wandert. Moderner erscheinen Cloud oder Online-Backups wie der Dienst Dropbox. Der Vorteil ist klar: Die Daten im Online-Backup sind sofort verfügbar (nach der Rückübertragung auf den eigenen Rechner).  Mancher Telekommunikationskonzern oder Handyschrauber wirbt sogar im TV mit dieser Form seine Daten zu sichern. Ein Punkt welcher selten verraten wird, ist die Art wie die Daten im Rechenzentrum der Cloud-Anbieter wirklich gespeichert werden. Im Gegensatz zur USB-Festplatte muss nicht selten eine Festplatte dauerhaft im Betrieb gehalten werden. Nur selten werden SSD-Speichermedien verwendet, da deren Preis noch relativ hoch ist. Auf der anderen Seite findet sich auch Bandlaufwerke kaum noch in modernen Rechenzentren.

Aus Sicht der Energieeffizienz lässt sich die Herausforderung der „Always-On-Speichermedien“ übrigens lösen, wenn hierfür auch etwas Aufwand notwendig ist. Man trennt die Meta-Informationen und die eigentlichen Daten voneinander. Meta-Informationen werden in einem Katalog gespeichert und enthalten Dinge wie den Dateinamen,  Änderungsdatum und vielleicht eine Voransicht.  Der Katalog wird auf einem Always-On-Medium wie einer klassischen Festplatte vorgehalten. Die eigentliche Datei wird auf ein Offline-Medium gesichert, dies könnte auch ein Bandlaufwerk sein. Der Anwender bekommt von dem ganzen nichts mit, denn das durchstöbern der Daten ist schnell möglich. Sollen Daten wiederhergestellt werden, so dauert es etwas bis das Offline-Medium verfügbar gemacht wird.

An dieser Stelle hätte ich jetzt gerne einige Links zu Online-Backuplösungen gebracht, die Auskunft über die eingesetzten Speichermedien – und ihre Verfahren zur Energieeffizienz geben. Leider konnte ich aber nicht fündig werden.

Meine Frage daher an die Anbieter (die dies natürlich gerne jetzt als Werbung nutzen können):

Wie viel Strom verbrauchen meine Daten, wenn das Backup abgeschlossen ist – bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich es zurückspiele?