Der Küchen Atlas veranstaltet zur Zeit eine Blogparade rund um Geschichten zum Thema Großgeräte in der Küche.  Gerade bei diesen Geräten hat sich in den letzten Jahren einiges getan, wenn man sich deren Effizienz ansieht. Stromverbrauch senken war die Devise bei den meisten Herstellern. Bereits in den vergangen Beiträgen wurde daher hier über das Energiesparen beim Kochen, Geschirrspülen und natürlich die Effizienzlabels berichtet.

Der Wettbewerb
Dank Discovergy Smart-Meter kann hier im Haushalt so ziemlich alle Verbräuche aufgezeichnet und ausgewertet werden. Daher ein kleiner Wettbewerb der verschiedenen Abendessen der letzten 3 Tage. Bewertet wird, welches Gericht am günstigsten in der Lagerung und in der Zubereitung ist. In anderen Worten: Die Kosten, die es verursacht ab Haustür.

Stromverbrauch des Berg-Ziegenthalers
Stromverbrauch des Berg-Ziegenthalers

Die Kandidaten

  • Montag: Rotkraut mit Kartoffelbrei und Bratwurst
  • Dienstag: Fertigpizza
  • Mittwoch: Berg-Ziegenthaler mit Feldsalat
Alle Speisen wurden am vergangenen Samstag eingekauft und mussten seither gekühlt werden.
Das Spielfeld
Die Pizza muss in den Gefrierschrank (80 Liter,  Baujahr 2010, A+++). Der Salat, Ziegenthaler und Bratwurst kommen in den Kühlschrank (120 Liter,  Baujahr 2010, A+++). Die Zubereitung der Pizza erfolgt im Backofen, alle anderen Speisen werden auf dem Induktionsherd  zubereitet. Die E-Geräte sind bei uns alle von Bosch.
Die Vorrunde – Kühlung
Natürlich sind sowohl im Gefrierschrank, als auch im Kühlschrank, noch weitere Dinge gelagert. Dennoch kann auf Basis des Volumens und der Umschlaggeschwindigkeit ein Kostenanteil an den „Lagerkosten“ ermittelt werden.
Der Kühlschrank verbraucht etwa 300 wH/Tag – der Gefrierschrank liegt bei mir bei etwa 350 wH/Tag. Mich kostet eine kWh 0,22€. Bedenkt man nun noch das Volumen und die Lagerdauer ergeben sich für die einzelnen Gerichte folgende Lagerkosten:
  • Bratwurst – 0,02 €
  • Pizza – 0,04 €
  • Ziegenthaler – 0,03 €
   
Das Match – Zubereitung
In dieser Runde verliert die Pizza bereits vor dem Betreten des Spielfeldes. Durch das Vorheizen des Backofens fallen bereits Stromkosten in Höhe von 0,03 € an, zur gleichen Zeit sind die anderen Gerichte noch neutral in den Kosten.
Für das Erwärmen des Rotkrauts aus dem Glas benötige ich ca. 7 Minuten – zur gleichen Zeit wird die Bratwurst gebraten. Der Stromzähler dreht extra Runden bei Ausschlägen um die 3 kWh in den Spitzen.
Startsieg für die ominösen Ziegethalern, die ich vorher noch nie gegessen habe. Da ich das Licht in der Küche nicht mit in die Rechnung aufgenommen habe, fallen die ersten 6 Minuten der Zubereitung überhaupt keine Stromkosten an. Ein Küchengerät, das Salat zubereitet gibt es nicht?
Konstanter Verbrauch im Backofen, während die Pizza im Ofen für 12 Minuten zum Abendessen mutiert. 2 kWh will mein Backofen verbrauchen. Zu einer Abschaltung, weil die Wärme erreicht wird, kommt es nur selten.
   
Das Finale
Das Abendessen ist fertig und die Kosten liegen auf dem Tisch. So billig, wie die Pizza beim Discounter war, so teuer wurde sie beim Stromverbrauch. Kommt es rein auf die Kosten an, so sind nun plötzlich die Pizza und das Rotkrautessen fast gleich im Preis.
Stromkosten (Lagerung+Zubereitung):
  1. Berg Ziegenthaler = 0,04 €
  2. Bratwurst und Rotkraut = 0,06 €
  3. Pizza = 0,08 €
   
Fazit
Natürlich sind die Beträge, die in diesem Abendessenswettstreit bei den Kosten angefallen sind, recht gering. Möglich ist dies aber nur durch den Einsatz von relativ neuen Geräten. Würde man den gleichen Wettbewerb mit nur 10 Jahre älteren Küchengeräten durchführen, so käme fast der doppelte Betrag zustande. Mit 20 Jahren alten Geräten wage zumindest ich es mich nicht die Rechnung überhaupt anzufangen.

So zumindest die Idee hinter dem Beitrag von Teltarif, der heute veröffentlicht wurde. Wobei es sich bei der Umsetzung lediglich um eine Weiterführung dessen handelt, was wir hier mit Homematic bereits in der Heimautomatisierung gezeigt haben. Das Haus denkt mit. Neu ist, dass man die Bewegung von zum Beispiel dem Fenstergriff direkt in Strom umwandelt, um damit die Übertragung an die Heimautomatisierung zu realisieren.

Die Idee, die im Moment bei Tchibo Ideas vorgestellt wird, ist denkbar einfach – und auf jeden Fall alltags-tauglich.  Man nehme eine schaltbare Steckdose und lasse diese durch einen Stromanbieter an und aus schalten. Als Verbraucher werden Handy, Laptop und ähnliche Geräte angeschlossen, die einen eigenen Speicher haben. Ist im Netz sehr viel Strom  vorhanden, so werden diese ein – bei wenig Strom aus – geschaltet.

Technisch ist dies ohne Probleme möglich, denn Heimautomatisierung wie die von Homematic erlauben die intelligente Schaltung von Steckdosen und Zwischensteckern auch per WLAN. Zur Herausforderung wird eher werden, das System „sicher“ zu gestalten. Schließlich soll der Energieversorger die Kontrolle über die Schaltvorgänge und den darüber bereitgestellten Strom haben, ohne dass ein „Hacker“ die Möglichkeit hat die Schaltsignale oder die Verbauchswerte zu manipulieren.

Berichtet die Arbeitsgemeinschaft Energieverbrauch E.V. in ihrem heute veröffentlichten Bericht, bereinigt man witterungsbedingte Effekte, so sind es zwar nur noch 1%, aber dennoch ein Zeichen in die richtige Richtung, waren noch vor wenigen Jahren die 10 fache Steigerung pro Jahr üblich.

Bemerkenswert ist die Veränderung beim Stromaustauschsaldo, der eine These widerlegt, die hier im Blog vor einigen Wochen zu lesen war. Zwar wird noch immer mehr Strom exportiert als importiert, jedoch hat sich die Bilanz deutlich ausgeglichen.

Der Ausstieg aus der Atomenergie ist auch im Energiemix erkennbar. Erstmals  haben die erneuerbaren Energien mit 10,8% (2010: 9,9%) einen größeren Anteil als die Kernenergie, die nun nur noch 8,8% (2010: 10,9%) des Primärenergieverbrauchs in Deutschland ausmacht.

 

Bericht zur Nachhaltigkeit in der EU 2011
Bericht zur Nachhaltigkeit in der EU 2011

Eurostat hat den Bericht zur Entwicklung von Nachhaltigkeit in der Europäischen Gemeinschaft veröffentlicht. Betrachtet wird der Fortschritt bei der Erreichung der Ziele, die sich die Union für das Jahr 2020 gesetzt hat.

Die Kurzfassung: Hinsichtlich der Erneuerbaren stehen die Zeichen auf Grün. Gelb bzw. Rot sind die Ampeln im Bereich der Mobilität.

Wie man dem Vorwort von Walter Radermacher entnehmen kann, wird der Nachhaltigkeitsbericht 2011 eine wichtige Grundlage für Rio 2012 sein, wenn es darum gehen wird Nachhaltige Entwicklung der EU zu verteidigen.