Kein wirtschaftliches Risiko – Rekommunalisierung Stromnetz Neckargemünd

Es ist kein Aprilscherz, sondern ein Zeichen von gelungener Rekommunalisierung, wenn am 1. April 2018 der Betrieb des Stromnetzes der Stadt Neckargemünd zurück in lokale Verantwortung geht. Zum Stichtag beginnt der neue Konzessionsvertrag, bei dem die lokalen Stadtwerke mit 50,1% den Eigentum vom bisherigen Betreiber Syna (Süwag) übernehmen.

Über 10 Jahre sind von der Idee bis zur Realisierung vergangen. Andere Gemeindem im Elsenztal hatten nicht so einen langen Atem und haben bereits vor Jahren ihre Bemühungen zur Rekommunalisierung aufgegeben (blog.stromhaltig berichtete in der heißen Phase). Jetzt kann Neckargemünd, die Stadt an der Mündung der Elsenz in den Neckar, es den 11 Gemeinden zeigen, wie es gehen kann.

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Netzverluste steigen – Stromnetz wird wieder zentralistischer

Stammleser mögen sich an einen Beitrag aus dem Jahre 2013 erinnern, an dem bei blog.stromhaltig darüber berichtete, dass der Erfolg der Energiewende an den Netzverlusten ablesbar ist. Damals hatten sich die Effekte der Boom-Jahre der PV-Branche ausgewirkt, bei denen immer mehr Strom dezentral eingespeist wurde. Strom, der meist in unmittelbarer Nähe verbraucht wird und nicht über weite Strecken transportiert werden muss.

Von einem Wert 5,1% im Jahre 2012 wurden vom Statistischen Bundesamt für die sonnenreichen Quartale des Jahres 2017 Netzverluste von mehr als 6,2% (2. Quartal) und 5,9% (3. Quartal) gemeldet.

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Mal wieder über Ökostrom gesprochen…

Rückfahrt vom Fachkongress „Neue Geschäftsfelder“ der Energieforen in Leipzig. Von der Dachterrasse kann man den „Uni-Riesen“ erkennen, der auch die Strombörse EEX beheimatet.  Beim Kongress wurde viel über Lokale und Kommunale Produkte sinniert, über Versorger und ihren Weg durch das Fahrwasser der Digitalisierung. Jetzt auf der Rückfahrt sitzt ein Bekannter aus einer ganz anderen Branche neben mir und will wissen, was in der Energiewelt eigentlich so abläuft.  Irgendwann kommt das Gespräch auf Ökostrom, den er für sein Haus bezieht – und auf seine ganz persönlichen Beweggründe.

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Ingolstadt/Neuburg: Kartellbildung im Stadtwerkekampf?

In der Online-Ausgabe der Augsburger Allgemeinen wird heute berichtet:

Die Stadtwerke Ingolstadt nämlich, ein Unternehmen der Stadt Ingolstadt und der MVV Energie AG in Mannheim, wildern in fremdem Gebiet. Mit Postwurfsendungen in Neuburger Briefkästen wirbt der Ingolstädter Stromversorger für seine Produkte….

Ein Fall der so bestimmt einige tausend mal in Deutschland bereits vorgekommen ist. Stadtwerke tragen den Namen einer Stadt, benötigen im Preiskampf jedoch Kunden auch aus anderen Regionen. Es sind marktwirtschaftliche Unternehmungen, die eine Gewinnerzielungsabsicht haben. Ganz normales Geschäft in vielen Branchen. Der freie Markt und der faire Wettbewerb ist jedoch eingeschränkt, wenn im Hintergrund Absprachen bestehen, die den Markt verfälschen.

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Gabriel zementriert: Kommunal => Staatswirtschaft!

Spätestens nach 20 Jahren muss von Kommunen der Betrieb des örtlichen Stromverteilnetzes neu ausgeschrieben werden.  In den letzten 10 Jahren ist bei dieser Vergabe ein zunehmender Trend zur Rekommunalisierung erkennbar gewesen. Damit könnte jetzt endgültig Schluss sein. Nutznießer der Gesetzesänderungen aus Gabriels Bundes-Wirtschaftsministerium sind einseitig große Konzerne (RWE,E.ON,…), die am Fließband die Ausschreibungen beantworten und daher  deutlich einfacher alle Formalitäten erfüllen können. Kommunale Anbieter oder sogar Stadtwerke haben hier nur wenige Chancen mitzuhalten.

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