biblis

Zugegeben, bei der Klimakonferenz in Paris ist mehr herausgekommenen als vorher befürchtet. Gerade die Politiker feiern sich nun gegenseitig, denn mit einem Konzens wie „Die Staaten sollen sich anstrengen, das zu erreichen“ darf sich jeder als Sieger fühlen. Ein Erfolg ist mit Sicherheit, dass man verstanden wird, wenn man von Dekarbonisierung spricht (auch wenn die Rechtschreibprüfung das Wort noch nicht kennt).  Wenn alle nun auf dieses Ziel schauen, dann verliert man andere Ziele aus dem Auge.

In Deutschland wurde die Energiewende lange aus dem Blickwinkel des Atomausstiegs definiert. Die neue Weltrettung auf  31 Seiten ist bei einem Punkt erstaunlich offen „Auch aus dem Netz kommt in der Zukunft zu 100 Prozent Ökostrom“ (taz) ist ein Wunschdenken, was wohl eher „100 Prozent CO2-neutraler Strom“ heißen sollte.

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paris

Alles schaut auf die Stadt der Liebe, des Terrors und ab Montag auch der Welt-Klimakonferenz. Per Crowd-Funding wird  sichergestellt, dass der interessierte Ökojunkie hautnah dabei sein kann. Endlich handeln, fordern die Blogger bei der SMA. Ganz ehrlich: Wir wissen doch jetzt schon, dat wird nix…

Klimakonferenz um Klimakonferenz das gleiche Schauspiel. Im Zeitalter des Internets aus der ganzen Welt Medienvertreter einfliegen zu lassen, ist ein Desaster. Die Politiker ebenfalls. Es kennt jeder die Bilder von schmelzenden Gletschern und Polen. Ja, es muss gehandelt werden – aber die Klimakonferenz ist dafür der falsche Rahmen.

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Supermarkt für Journalisten-Futter

Lediglich 49 mal wurde ein Link zu einer Umfrage aufgerufen, der seit dem 16. November an verschiedene Blogs und Medien gesendet wurde. Eine dürftige Reichweite, vergleicht man dies mit gezielten Aktionen der Energieblogger  oder auch den Vernetzungen zu Meinungsmachern, Insider und Muliplikatoren, die hier bei blog.stromhaltig im Hintergrund gepflegt werden.  Art und Umfang der Fragen legen nahe, dass man die Ergebnisse nicht wirklich auswerten will, sondern einen Informationskanal etablieren möchte. Es geht nicht darum möglichst ein Bild der „Kunden“ zu bekommen, sondern (selbstverständlich ohne Eigennutz) die kostenlose Dienstleistung der Informationsquelle zu sein.  Es wird unverhüllt gefragt: „Welche weiteren journalistischen Informationsangebote wären für Sie hilfreich?“ – mit der Antwortmöglichkeit Journalisten-Workshops, Interviews und natürlich Journalistenreisen.

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Veröffentlicht unter Lobby.
D

Beim Thema Design des Strommarktes der Energiewende ist die Zwergenlobby des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) trotz eines Bündnis mit dem VKU sang und klanglos gescheitert. Aufatmen können die Stromkunden in Deutschland jedoch nicht, denn die Kernforderung des vorgeschlagenen „Dezentralen Leistungsmarktes“ den sogenannten Versorgungssicherheitsnachweisen (VSN) taucht nun wieder in den Ergebnissen der Delphi Energy Future Studie auf. Der Journalist und Podcaster Philp Banse berichtet und sieht die Netzneutralität beim öffentlichen Stromnetz gefährdet:

„.. dann aber meinte ein an der Studie beteiligter Unternehmensberater, auch die „Versorgungssicherheit“ an sich könnte bald Geld kosten, sprich: Wenn ich wirklich und garantiert und immer Strom haben will (so wie jetzt), muss ich zukünftig extra zahlen… „

oder in den Worten der These 48 aus der Studie:

„Im Jahr 2040 zahlt der Verbraucher für Strom eine Flatrate, die sich an seinem Durchschnittsverbrauch und seinem individuellen Bedürfnis nach Versorgungssicherheit orientiert.“

Zumindest lässt man den Verbraucher selbst bestimmen, was sein gewünschtes Niveau an Versorgungssicherheit tatsächlich ist. Beim Dezentralen Leistungsmarkt hatte man die Stromanbieter den Bedarf bestimmen lassen. Mit einer neuerlichen Nähe zum Kunden hat aber auch die neue Forderung wenig zu tun.

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