Für was zahlen wir bei der EEG-Umlage?

Bei jeder Kilo-Watt-Stunde, die ein nicht-privilegierter Bürger in Deutschland aus dem Stromnetz entnimmt, fällt die sogenannte EEG-Umlage in Höhe von 6,792 Cent an. Auf welche Erzeugungsarten wird dieser Betrag aufgeteilt?

Entwicklung der EEG-Kosten nach Erzeuger
Entwicklung der EEG-Kosten nach Erzeuger

Man kann aus der prozentualen Verteilung recht gut erkennen, wie sich die politische Wetterlage auf die EEG-Umlage auswirkt. In den letzten Jahren stand auf der EEG-Gewinner die großen Windparks auf dem Meer. Deren Investoren dürften sich über eine satte Rendite aus der EEG-Umlage freuen. Auf der Seite der Verlierer findet sich die Photovoltaik, welche zu Hochzeiten mehr als die Hälfte der über die Umlagenhöhe verantwortete und wahrscheinlich im kommenden Jahr unter ein Drittel fallen wird.

Herausforderung: Synchronisierung von fossilen Kraftwerken und Netzkapazitäten

Kraftwerk Schkopau bei Nacht

Nachts im Süden von Halle an der Saale. Weithin sind die Wolken aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Schkopau erkennbar. Lediglich vereinzelt sieht man in der Ferne das Blinken von einigen Windkraftanlagen – nicht vereinzelt kann man die Auswirkungen der fehlenden Synchronisierung von fossilen Kraftwerken mit den Netzkapazitäten spüren. Egal ob im nah-gelegenen Merseburg oder im fernen Freiburg, in Köln oder Berlin. Die Stromkunden zahlen, wenn Netz und Braunkohlestrom nicht zusammen passen.

Die Böden in Deutschland sind zwar mit einigen Rohstoffen besät, aber aus Kupfer sind sie nicht, daher muss die Erzeugung aus Kraftwerken immer noch durch Leitungen fließen. Leitungen, die aber nicht von denen gebaut und finanziert werden, die die Kraftwerke betreiben.  Die Lobby fordert eine einheitlichen Stromgebotszone in Deutschland, die ignoriert, dass es Netzengpässe gibt. Sollen doch die Unternehmen und Bürger zahlen, wenn das Netz nicht ausgebaut ist… wir nennen so etwas Marktwirtschaft falsch verstanden. Der Hauptgrund für die Petition beim Bundestag.

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Kampf ums Überleben beim BDEW

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (kurz BDEW) scheint mit allen Mitteln ums Überleben zu kämpfen.  Noch vor 20 Jahren vertrat die Vorgängerorganisation VDEW über 99% der Stromerzeuger in Deutschland. Heute spricht der Verein nur noch in Vertretung von 1% der Stromerzeuger.

Ein Verlust an Bedeutung, der seine Spuren in den öffentlichen Äußerungen des Vereins hinterlässt. Erst in der vergangenen Woche berichtete blog.stromhaltig von der Zwangsabgabe für unnütze Kennziffern, die der Verein ohne Ausschreibung und mit Segen des Kartellamtes und der Bundesnetzagentur durchboxte.

Ist der Patient bereits tot?

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Stromnetz: Wer Notfälle verursacht, soll dafür auch zahlen. #Petition75930

28Jedes Jahr müssen sich Stromkunden über teurere Netzentgelte ärgern. Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland treiben die Braunkohlekraftwerke mit (scheinbar) niedrigen  Stromkosten die anderen Marktteilnehmern aus dem Netz.

Historisch bedingt existieren in Deutschland aber keine Stromtrassen, um ein Überangebot von Strom aus Braunkohle zu transportieren. Die Folge sind Notmaßnahmen, welche von den Netzbetreibern durchgeführt werden müssen. Diese Notfälle kosten Geld, welche durch die Stromkunden in ganz Deutschland zu bezahlen sind.

blog.stromhaltig bittet im Mithilfe beim Erreichen des Quorum der Petition 75930 beim Deutschen Bundestag.

Letztendlich geht es darum einen schon immer existierenden wirtschaftlichen Standortnachteil von einigen wenigen Großkraftwerken nicht weiter durch die Stromkunden refinanzieren zu lassen, sondern den Betreibern aufzuerlegen.

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BDEW erstickt Bürgerstrom im Keim. Bundeskartellamt sieht kein Missbrauch.

„Der Stromhandel zwischen privaten Energieproduzenten und ihren Nachbarn könnte mit einfachen rechtlichen und energiewirtschaftlichen Maßnahmen zu einem dynamischen Markt mit großem Effekt für die Energiewende werden.“ (schrieb Energy Brainpool im Dezember 2017)

Ein Traum, den Energybrainpool wohl nicht mit dem BDEW kollektiv träumt. Bürgerstrom, wie man diesen Ansatz nennt, wird sehr erfolgreich von den Lobbyverbänden der Großkonzerne bekämpft. Es bleibt die Diskussion darüber, wie man in der ZEIT lesen kann.

Sinnvoll ja, aber eben nicht erwünscht… das ist Bürgerstrom in Deutschland.

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