Netzneutralität für Strom: Wer Versorgungssicherheit haben will, der soll zukünftig zahlen

Beim Thema Design des Strommarktes der Energiewende ist die Zwergenlobby des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) trotz eines Bündnis mit dem VKU sang und klanglos gescheitert. Aufatmen können die Stromkunden in Deutschland jedoch nicht, denn die Kernforderung des vorgeschlagenen „Dezentralen Leistungsmarktes“ den sogenannten Versorgungssicherheitsnachweisen (VSN) taucht nun wieder in den Ergebnissen der Delphi Energy Future Studie auf. Der Journalist und Podcaster Philp Banse berichtet und sieht die Netzneutralität beim öffentlichen Stromnetz gefährdet:

„.. dann aber meinte ein an der Studie beteiligter Unternehmensberater, auch die „Versorgungssicherheit“ an sich könnte bald Geld kosten, sprich: Wenn ich wirklich und garantiert und immer Strom haben will (so wie jetzt), muss ich zukünftig extra zahlen… „

oder in den Worten der These 48 aus der Studie:

„Im Jahr 2040 zahlt der Verbraucher für Strom eine Flatrate, die sich an seinem Durchschnittsverbrauch und seinem individuellen Bedürfnis nach Versorgungssicherheit orientiert.“

Zumindest lässt man den Verbraucher selbst bestimmen, was sein gewünschtes Niveau an Versorgungssicherheit tatsächlich ist. Beim Dezentralen Leistungsmarkt hatte man die Stromanbieter den Bedarf bestimmen lassen. Mit einer neuerlichen Nähe zum Kunden hat aber auch die neue Forderung wenig zu tun.

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EEG-Umlage um 20% senken durch Einbeziehen des internationalen Stromhandel

In den letzten Jahren wurde in Deutschland immer mehr Strom zu den Nachbarländern exportiert. Die Zahlen der ENTSOe (Betreiber des Europäischen Verbundnetzes) deuten auch für das Jahr 2015 neue Exportüberschüsse an. Zu unseren Nachbarn werden allerdings nur dann Strom exportiert, wenn in diesen Ländern auch jemand bereit ist dafür zu zahlen. Der Preis für Strom Made-In-Germany ist meist deutlich geringer, als die heimische Erzeugung – ein Grund ist auch die EEG-Umlage, welche dafür sorgt, dass Großhandelspreise für Strom sehr niedrig sind.

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Wertediskussion aus der Reserve der MoPoKo

Anlässlich der Maßnahmen im als Strommarkt 2.0 bekannt gewordenen Gesetzesvorhabens der Bundesregierung, hat die Monopolkommission einen eigenen Blick im Sondergutachten 71 Energie 2015: Ein wettbewerbliches Marktdesign für die Energiewende geworfen. „Besonders schlecht kommt die Kapazitätsreserve weg, mit deren Hilfe alte Kohlemeiler das Stromnetz stabilisieren sollen„, kann man bei EnWiPo lesen, wo ebenfalls auf das Gutachten eingegangen wurde. Neben der Einführung einer Kapazitätsreserve steht allerdings auch die Diskriminierung zwischen einzelner Energieträger bei den Ausschreibungen in der Kritik.

Erstaunt ist man jedoch, wenn man bedenkt, wie kurzfristig die Monopolkommission denkt. Die eigentliche Veränderung, die im am Strommarkt vorgenommen werden soll, wird hinsichtlich ihrer Auswirkungen nicht hinterfragt.

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September 2015 – Bericht der EPEXSpot – Rolle des Spotmarktes gefestigt

Am Donnerstag Nachmittag veröffentlichte die EPEXSpot die Zahlen der Handelsaktivitäten des September 2015. Wie zu erwarten gewesen ist, sind im Vergleich zum Vorjahresmonat erneut die gehandelten Strommengen am Handelsplatz in Paris angestiegen. Neuer Teilnehmer am Stromhandel in Deutschland ist Ekologicke Zdroje Energie s.r.o.  sowie Currenta GmbH & Co. OHG.  Lediglich bei den Day-Ahead Auktionen ist ein leichter Rückgang für Deutschland erkennbar.

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Stresstest für die Grenze zwischen Deutschland und Österreich – Vision vom Europäischen Strommarkt auf dem Prüfstand

Der Europäische Binnenmarkt für den Austausch von elektrischer Energie soll gestärkt werden. Bereits ab dem Jahre 2002 bilden Deutschland und Österreich an der Börse eine Preiszone. Diese Form des Freihandels soll, wenn es nach dem Willen von Bundesnetzagentur, E-Control und übergeordnet ACER geht, nun ein Ende haben. Unter dem Titel „Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden empfiehlt Engpassmanagement an der deutsch-österreichischen Grenze“ zerplatzt der Traum von einer Kupferplatte in Europa zu einer Ressourcenfrage.

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