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Der größte Fehler, der im Konzept des Strommarkt 2.0 gemacht wurde, ist das Festhalten einem sogenannten Energy Only Markt, bei dem Stromkunden für gelieferte Strommengen bezahlen und Erzeuger für eingespeiste Strommengen. Was im Referententwurf an Neuerungen  erkennbar ist, kann als Operation am offenen Herzen – oder vereinfacht als Rumdoktern – bezeichnet werden.   Ein Strommarkt ist zunächst nichts anderes als die Beschreibung wie eine Ware von Verkäufer zu Käufer gelangt. Versorgungssicherheit, Extraktion von Atomkraft und Integration Erneuerbarer Energieträger sind zweitrangig. Die einzige zulässige Frage beim Entwurf eines Marktdesigns ist: Wie kommen Kaufverträge zustande?

Auf dem Agora der Energiewende wird die Antike zur Vision der Zukunft erhoben.

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„Weitere 9 Kraftwerke sollen vom Netz gehen“ lautete die Nachricht in den Tagesthemen des Montag-Abends. Eine wirtschaftliche Entscheidung der Betreiber, die man vielleicht verstehen kann, vielleicht auch Fragen der Versorgungssicherheit aufwirft. Nach dem ursprünglichen Plan einen Kapazitätsmarkt zu schaffen, geht der Trend jetzt zur Kapazitätsreserve. Versorgungssicherheit und Kapazitätsreserve wollen allerdings nicht entkoppelt betrachtet werden, denn letztendlich sollen genau die Kraftwerke, die sich in der „Reserve“ befinden dann einspringen, wenn es dem Markt nicht gelingt die Versorgung zu sichern.

Stellen wir uns einige Minuten vor, wir sind Betreiber eines Kraftwerks….

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In ihrer Stellungnahme zum Weißbuch schreibt der RWE Konzern:

RWE ist nach wie vor nicht von der Nachhaltigkeit dieser Entscheidung überzeugt und hält den, von VKU und BDEW entwickelten dezentralen Leistungsmarkt, für das bessere Konzept. Der rasante Umbau des Erzeugungssystems in Deutschland und auch politische Entscheidungen von Nachbarländern, Kapazitätsmärkte einzuführen, erschwert die Finanzierung von gesicherter Leistung in Deutschland…

Klartext: Was bedeutet Dezentraler Leistungsmarkt?

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Unter dem Titel Nachbarländer wollen deutschen Strom blockieren reiht man im Fachmagazin Die Welt die Begrifflichkeiten Blackout, Erneuerbare Energie und EU-Stromnetz geschickt zu einer German-Angst zusammen. Durch Kalina Oroschakoff werden uns die Beweggründe der europäischen Wut-Nachbarn gezeigt:

Tschechien, Polen, die Niederlande, Belgien und Frankreich haben darunter zu leiden

und weiter

Während die EU-Kommission auf eine Integration des europäischen Energiemarktes dringt, wird derzeit offenbar, welch unerwartete Konsequenzen der Boom erneuerbarer Energien bei anfälliger Infrastruktur und inkonsistenter Zusammenarbeit innerhalb der EU haben kann.

Strom wird gehandelt, es steh jedem Käufer frei, ob er Strom aus Frankreich, Deutschland oder Tschechien kauft. Wo liegt hier tatsächlich das Problem? Zwingt man die Nachbarstaaten den Strom aus Deutschland zu kaufen? Verschenken wir ihn tatsächlich an unsere Nachbarn? – Will man hier physikalisch etwas gegen Blackout unternehmen, oder nicht eher den freien Handel in Europa kritisieren?

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sturmtief

Zu jedem Zeitpunkt muss in das Stromnetz soviel Strom eingespeist werden, wie zum selben Zeitpunkt entnommen wird. Damit dies auch geschieht wird der Einsatz von Kraftwerken geplant auf Basis von Preissignalen aus dem Markt. Der Preis am Markt gibt somit zu jedem Zeitpunkt einen Indikator für die tatsächliche Knappheit der elektrischen Energie. Theoretisch vielleicht – praktisch stimmt der angenommene Verbrauch nur selten mit dem erwartenden Verbrauch überein. Im Schnitt wird in Deutschland/Österreich und Luxemburg 664 MW mehr Strom benötigt, als die Händler am Vortag vermutet haben. Es ist kein Wunder, dass Händler den Bedarf nicht kennen, sind doch über 95% des Stromverbrauchs als impulsiv/spontan zu charakterisieren.

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