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„Weitere 9 Kraftwerke sollen vom Netz gehen“ lautete die Nachricht in den Tagesthemen des Montag-Abends. Eine wirtschaftliche Entscheidung der Betreiber, die man vielleicht verstehen kann, vielleicht auch Fragen der Versorgungssicherheit aufwirft. Nach dem ursprünglichen Plan einen Kapazitätsmarkt zu schaffen, geht der Trend jetzt zur Kapazitätsreserve. Versorgungssicherheit und Kapazitätsreserve wollen allerdings nicht entkoppelt betrachtet werden, denn letztendlich sollen genau die Kraftwerke, die sich in der „Reserve“ befinden dann einspringen, wenn es dem Markt nicht gelingt die Versorgung zu sichern.

Stellen wir uns einige Minuten vor, wir sind Betreiber eines Kraftwerks….

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In ihrer Stellungnahme zum Weißbuch schreibt der RWE Konzern:

RWE ist nach wie vor nicht von der Nachhaltigkeit dieser Entscheidung überzeugt und hält den, von VKU und BDEW entwickelten dezentralen Leistungsmarkt, für das bessere Konzept. Der rasante Umbau des Erzeugungssystems in Deutschland und auch politische Entscheidungen von Nachbarländern, Kapazitätsmärkte einzuführen, erschwert die Finanzierung von gesicherter Leistung in Deutschland…

Klartext: Was bedeutet Dezentraler Leistungsmarkt?

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Unter dem Titel Nachbarländer wollen deutschen Strom blockieren reiht man im Fachmagazin Die Welt die Begrifflichkeiten Blackout, Erneuerbare Energie und EU-Stromnetz geschickt zu einer German-Angst zusammen. Durch Kalina Oroschakoff werden uns die Beweggründe der europäischen Wut-Nachbarn gezeigt:

Tschechien, Polen, die Niederlande, Belgien und Frankreich haben darunter zu leiden

und weiter

Während die EU-Kommission auf eine Integration des europäischen Energiemarktes dringt, wird derzeit offenbar, welch unerwartete Konsequenzen der Boom erneuerbarer Energien bei anfälliger Infrastruktur und inkonsistenter Zusammenarbeit innerhalb der EU haben kann.

Strom wird gehandelt, es steh jedem Käufer frei, ob er Strom aus Frankreich, Deutschland oder Tschechien kauft. Wo liegt hier tatsächlich das Problem? Zwingt man die Nachbarstaaten den Strom aus Deutschland zu kaufen? Verschenken wir ihn tatsächlich an unsere Nachbarn? – Will man hier physikalisch etwas gegen Blackout unternehmen, oder nicht eher den freien Handel in Europa kritisieren?

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sturmtief

Zu jedem Zeitpunkt muss in das Stromnetz soviel Strom eingespeist werden, wie zum selben Zeitpunkt entnommen wird. Damit dies auch geschieht wird der Einsatz von Kraftwerken geplant auf Basis von Preissignalen aus dem Markt. Der Preis am Markt gibt somit zu jedem Zeitpunkt einen Indikator für die tatsächliche Knappheit der elektrischen Energie. Theoretisch vielleicht – praktisch stimmt der angenommene Verbrauch nur selten mit dem erwartenden Verbrauch überein. Im Schnitt wird in Deutschland/Österreich und Luxemburg 664 MW mehr Strom benötigt, als die Händler am Vortag vermutet haben. Es ist kein Wunder, dass Händler den Bedarf nicht kennen, sind doch über 95% des Stromverbrauchs als impulsiv/spontan zu charakterisieren.

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weissbuch

Ein Markt ist ein Ort, bei dem Angebot und Nachfrage zusammen kommen. Anbieter treffen auf Kunden oder in den Worten von Elektrizitätsmarktplätzen: Anbieter treffen auf Erzeuger. Der Ort, an dem der Markt stattfindet ist das öffentliche Stromnetz, weshalb den Netzen die Rolle des Erfüllungsgehilfen in Sachen Logistik zukommt.

Mit der Energiewende (Stromwende) ändern sich die Anforderungen für einen Markt. Aus ehemals wenigen Erzeugern (<600) sind mittlerweile 1,6 Millionen Unternehmen in Deutschland geworden. Über die Liberalisierung der Tarife, kann der Kunde aus einigen hundert Anbietern auswählen. Die große Veränderung für den Markt vereinfacht eine Vergrößerung der Akteure, wobei  das physikalisch vorhandene Netz die Möglichkeiten zum Tauschgeschäft (Strom gegen Geld) begrenzt. Nicht jeder denkbare Handel kann über das Netz abgebildet werden – man spricht von Redispatches (Engpassmanagement).

Nach der Emanzipation der Kleinerzeuger in den letzten 10 Jahren, ist für die Energiewende heute wichtiger denn je, dass auch die Bürger in ihrer Rolle als Stromkunden als Akteure wahrgenommen werden. Im Modell des Hybridstrommarktes wurde daher das Ziel verfolgt, den Kunden als vollwertiges Mitglied auf dem Markt zu positionieren.  Die Forderung nach einer Aufhebung der Standardlastprofile  ist dabei nur ein Anfang (vergl. Antwort der Bundesnetzagentur zu flexiblen Stromtarifen).

Das jetzt vorhandenen Weißbuch  für das Strommarkt Design ist darauf zu überprüfen, wie sich die Rolle des Stromkunden entwickeln wird.

  • Was sind die Pflichten der Stromkunden?
  • In welchem Zusammenhang wird der Stromkunde als Akteur wahrgenommen?
  • Welche Rechte, Handlungsfreiräume und Entscheidungen kann der Stromkunde ausüben?

Am wichtigsten ist jedoch, wie entwickelt sich der wirtschaftliche Spielraum beim Bezug von Strom?

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