Anzahl der Redispatch Maßnahmen nach Tagen
Anzahl der Redispatch Maßnahmen nach Tagen

Ein Sprecher des Chemiekonzerns BASF etwa bestätigt „vermehrte Schwankungen im öffentlichen Netz“. Die Spannungseinbrüche wirkten sich zwar nicht unmittelbar auf die großen Standorte des Unternehmens aus. Diese seien besonders gesichert. Doch es gehe um die ganze Industrie. (Quelle: Wallstreet-Journal)

Eingriffe in das Stromnetz und deren Anzahl wird gerne als Kenngröße verwendet, wenn es darum geht eine Dramatik rund um die Stromwende aufzubauen. Eigentlich sind Eingriffe etwas normales, weder gut noch schlecht. Lediglich die Wirkung der Maßnahme zeugt bringt eine Unterscheidung zwischen guter oder schlechter Netzführung.

Weiterlesen

Redispatch - Ausgleichende Energie
Redispatch – Ausgleichende Energie

Ein ganz großer Vorteil von Blogs, im Gegensatz zu klassischen Medien, ist die Möglichkeit einer Nachverfolgung von Themen. Erhält man sehr viel Feedback zu einem Beitrag, dann ist  es ein Indikator für… – Unklarheit?

Heute hatte ich etliche Mails und Telefonate zum Beitrag „Redispatch – Eingriffe in die Kraftwerksfahrpläne“ geführt.  Noch immer bestehen einige Unklarheiten, allerdings auch einige weitere Erkenntnisse, die in diesem Beitrag beleuchtet werden.

Weiterlesen

Den Strommarkt umzubauen, ist eines der größten Aufgaben der nächsten Jahre. Da der Zielmarkt bislang noch nicht definiert wurde, fällt es den unterschiedlichen Akteuren schwer sich darauf vorzubereiten. Eine Angst, bei der es nicht nur Marktanteile, sondern auch um Investitionsschutz geht.

„Das Regelungsgeflecht unseres Energiesystems ist so komplex dass man es nicht mehr durchschaut.“ (Ferdi Schüth vom Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim/Ruhr gegenüber der FAZ)

Merit Order ist eines der wichtigsten Markt-Mechanismen, wenn es um den Handel mit Strom geht. Der Mechanismus war schon häufiger ein Thema (s.h. auch Merit-Order)  und beschreibt eigentlich nichts anderes als die Reihenfolge in der verschiedene Kraftwerke ans Netz gehen, bei einem bestimmten Gleichgewichtspreis. Vergleichbar mit dem Orderbuch an jeder anderen Börse. Bestimmte Verkäufer kommen zum Zuge bei einem bestimmten Preis, bis die Nachfrage gedeckt ist.

Weiterlesen

Strom Import/Export - Deutschland 24.01.2013
Strom Import/Export – Deutschland 24.01.2013 (Quelle enstoe.net)

Deutschland erstarrt, Dauerfrost. In den Massenmedien wird von Winterchaos berichtet. PV Anlagen auf den Dächern sind mit Schnee bedeckt und zumindest im Binnenland ist nur moderater Wind zu spüren. Das Stromnetz hält. Obwohl mittlerweile alle Industrieunternehmen aus dem Weihnachtsurlaub zurück sind und die Produktion wieder auf normalen Niveau ist. Unfassbar? Oder doch ein Beweis, dass das Risiko besteht, dass der Umbau der Stromnetze in Deutschland und die Energiewende auch ohne größere Blackouts gelingen könnte?

Weiterlesen

Glaubt man einer Meldung der DPA, die unter anderem bei web.de zu lesen ist, so waren wir vor einigen Tagen wieder einmal kurz vor dem Kollaps des Stromnetzes.  Als spekulativer Hintergrund werden hohe Börsenpreise genannt, die dazu führten, dass der Verbrauch „optimiert“ berechnet wurde und in Folge auf Produktionsreserven aus der Regelleistung zurückgegriffen wurde. Wie aus der Meldung hervorgeht, bestand zum Teil über Stunden eine zu geringe Produktion. Bei der Regelleistung des Stromnetzes handelt es sich um Kraftwerke, die sehr schnell hoch oder runter gefahren werden können um unerwartete Verbrauchsspitzen oder plötzliche Ausfälle auszugleichen. Nicht konzipiert ist diese Stromquelle für die Deckung des Grundbedarfs – zu dem es aber scheinbar zwischen dem 6. und dem 9. Februar genutzt wurde.

Eigentlich sollte eine solche „Optimierung“ der Einkaufspreise nicht vorkommen, könnte man annehmen. Es scheint allerdings sehr verlockend zu sein, bei zu hohen Einkaufspreisen den tatsächlichen Verbrauch klein zu rechnen. Es bleibt offen, was passiert, wenn es tatsächlich zu einem Ausfall kommt. Kaum wird man die Marktgesetze dafür verantwortlich machen – eher den Ausstieg aus der Atomenergie, oder unzuverlässige Kapazitäten aus den erneuerbaren Energieträgern.

Schön, dass nicht einmal eine Woche vor dem Beinahe-Zusammenbruch der Stromhändler und Kraftwerksbetreiber „Next“ aus Köln die Erfolgsmeldung veröffentlichte, dass der Zusammenschluss aus von Biogasanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk, zur Deckung der Regelleistung beigetragen hat.

Der Kreis schließt sich, wenn man sich nun überlegt, wer für den Schaden der Stromzockerei eigentlich aufkommt: Der „Otto-Normal-Bürger“. Diesmal allerdings (zum Glück) nicht direkt mit Steuergeldern, sondern durch stickenden Bio-Müll, der in Projekten wie der neuen Bio-Energietonne der AVR-Rhein Neckar gesammelt wird zur Verstromung in einer Biogasanlage.