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Auf den Tag genau vor zwei Monaten war blog.stromhaltig auf einer Veranstaltung zum Thema Strommarkt und dessen Digitalisierung. Einer der Diskussionspunkte, die ein Besucher aufbrachte, war „Was ist eigentlich, wenn der Toaster seinen Strom selbst bestellt?“. Was zunächst wie eine Banalität klingt, hat seine Tücke im Detail. Ein Gerät, welches zunächst technisch wenig Aufwand hat, soll in der Lage sein in einem komplexen Gebilde wie dem Strommarkt eine Preisverhandlung zu führen, eine Strommenge zu ordern und letztendlich auch zu bezahlen. IoT – das Internet der Dinge – sollte hier die technischen Grundlagen schaffen, Blockchain Technologie, wie sie mit EDIChain kommen, bilden das Bindeglied.

Die Herausforderung – oder der Grund, warum der konventionelle Stromhandel allein bei der Fragestellung ein müdes Lächeln hervorbringt – sind die Transaktionskosten, welche der Toaster für eine Scheibe Toast zum Frühstück hervorbringen würde.  Human getriggerter Stromhandel: >50€ je Transaktion… automatisierter Handel via Robots >5€. Die Stromkosten <0,02 €. Das passt so erst einmal nicht…

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SolarContact-Index Juni 2016_Grafik

Hamburg, den 11.07.2016: Das Interesse an PV-Anlagen ist im zurückliegenden Juni ins Sommerloch gefallen. Mit rund 90 Punkten verharrt der Index unter seinem 12-Monats- Durchschnitt. Im Gegensatz zur PV-Nachfrage ist das Interesse am Kauf eines PV-Speichers mit 103 Indexpunkten nach wie vor überdurchschnittlich.

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stromluege

Die ARTE-Dokumentation Die Große Stromlüge erinnert daran, dass die Energiewende in Europa in ein viel größeres Projekt eingebettet ist, welches vor 20 Jahren begonnen hat. In 80 Minuten wird gezeigt, welche Auswüchse  die Liberalisierung des Strommarktes in den einzelnen Ländern zu Tage gefördert hat. Informativ und ein durchaus kritisch gegen die weit verbreitete Idee, dass man nur liberalisieren und entflächten müsste, damit ein Markt funktioniert. Ausgehend vom Vorbild der Margret Thatcher Erfahrungen wurde die Darseinsvorsorge eines Kontinent, welcher 53% seiner Energie importieren muss, mehr oder minder dem System Marktwirtschaft überlassen.

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Redispatch Hotspots 2015

Der Stromhandel könnte so schön sein, gäbe es nicht die Netze, über die verkaufte Strommengen auch  transportiert werden müssen. Kann die durch den Handel geplante Lieferung von Erzeugung zum Verbraucher nicht durch die Netze abgebildet werden, so müssen die Übertragungsnetzbetreiber einen sogenannten Redispatch (=Umverteilung) durchführen. Im Jahre 2015 wurden 1208 GWh Strom vorbei an Markt, Angebot und Nachfrage neu verteilt. Alle Einwohner von Hannover hätten damit versorgt werden können. Dieser Spaß ist nicht günstig, im Mittel kostete der Markteingriff mehr als das Doppelte vom Börsenpreis und wird hauptsächlich durch die Vollzahler-Stromkunden getragen. Auch 2015  ist der Hauptkostentreiber die Stromerzeugung der ostdeutschen Braunkohlekraftwerke, jedoch entsteht an der Ostseeküste bei Rostock gerade ein neuer „Hotspot“, welcher auf das Konto der Offshore-Stromerzeugung geht. Die Verursacher bei Braunkohle und Offshore Wind können sich dem Zuspruch des Wirtschaftsministeriums sicher sein.

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D

Beim Thema Design des Strommarktes der Energiewende ist die Zwergenlobby des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) trotz eines Bündnis mit dem VKU sang und klanglos gescheitert. Aufatmen können die Stromkunden in Deutschland jedoch nicht, denn die Kernforderung des vorgeschlagenen „Dezentralen Leistungsmarktes“ den sogenannten Versorgungssicherheitsnachweisen (VSN) taucht nun wieder in den Ergebnissen der Delphi Energy Future Studie auf. Der Journalist und Podcaster Philp Banse berichtet und sieht die Netzneutralität beim öffentlichen Stromnetz gefährdet:

„.. dann aber meinte ein an der Studie beteiligter Unternehmensberater, auch die „Versorgungssicherheit“ an sich könnte bald Geld kosten, sprich: Wenn ich wirklich und garantiert und immer Strom haben will (so wie jetzt), muss ich zukünftig extra zahlen… „

oder in den Worten der These 48 aus der Studie:

„Im Jahr 2040 zahlt der Verbraucher für Strom eine Flatrate, die sich an seinem Durchschnittsverbrauch und seinem individuellen Bedürfnis nach Versorgungssicherheit orientiert.“

Zumindest lässt man den Verbraucher selbst bestimmen, was sein gewünschtes Niveau an Versorgungssicherheit tatsächlich ist. Beim Dezentralen Leistungsmarkt hatte man die Stromanbieter den Bedarf bestimmen lassen. Mit einer neuerlichen Nähe zum Kunden hat aber auch die neue Forderung wenig zu tun.

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