Negativer Börsenstrompreis und seine Begehrlichkeiten

Am Heiligabend gab es an der Pariser Strombörse mal wieder einen negativen Strompreis. Bei den sogenannten Intraday Auktionen bekamen die Käufer 1,419 Cent je Kilo-Watt-Stunde, die sie kauften. Eine verkehrte Welt, die Begehrlichkeiten auch bei uns Stromkunden weckt, die zur gleichen Zeit mehr als 20 Cent bezahlten.

Warum es gut ist, dass nicht mehr Käufer nach dem Schnäppchen gegriffen haben, soll dieser Blog-Post beschreiben. Es geht darum, wer die Prämie für das Stromverbrauchen eigentlich zahlt und wieso eine Strombörse zunächst nur ein weiteres Beispiel für Platform-Kapitalismus ist.

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Offene Marktkommunikation – MSCONS für den Peer-To-Peer Stromhandel

Karte - Unternehmen mit EEG Privileg 2015

Warum noch mal kann ich meinen Strom nicht mit meinem Nachbarn tauschen? Physikalisch passiert dies ja bereits ganz gut, nur im realen Stromhandel leider nicht. Das größte Problem ist, dass das man zwar alles machen kann, es aber nicht kommunizieren kann. Anders ausgedrückt, selbst wenn mir der Nachbar einige Cent für den Strom geben sollte, müsste er diesen noch einmal bei seinem Versorger bezahlen, denn dieser wird mit ihm die Strommenge abrechnen, die der Zähler anzeigt. Also auch die Strommenge, die aus der Nachbarschaft stammt.

„Mit der MSCONS ist u. a. ein diskriminierungsfreies Energie-Daten-Management (EDM) möglich“ – steht auf der Wikipedia Seite für die Marktkommunikation. Die Marktkommunikation ist verantwortlich, dass aus Zählerständen letztendlich Euro-Beträge auf der Rechnung des Kunden werden.

Die Blockchaintechnologie hat das Potential den Zugang zur Marktkommunikation tatsächlich frei von Diskriminierung zu gestalten. Der Showcase des MSCONS Moduls der STROMDAO zeigt, wie jeder (der es will) frei von Diskriminierung und Zugangshürden auch mit der gewachsenen Handelswelt des BDEW kommunizieren kann.  Der Strom kann mit dem Nachbarn getauscht werden, weil man es jetzt auch kommunizieren kann.

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Hybridstrommarkt via Stromkonto

Die größte Herausforderung, die sich bei der Weiterentwicklung des Strommarktes vor genau 2 Jahren ergeben hatte, ist die Umstellung von einfachem Weiterreichen der Brennstoffkosten auf eine Vergütung, die auch ohne Brennstoffkosten möglich ist. Solarenergie und Windkraft haben keine Brennstoffkosten, sind allerdings nicht immer verfügbar. Auf der anderen Seite steht der Stromkunde, der mit seiner Stromrechnung nach Strommengen zahlt. In der Energiewende 1.0 – ab dem Jahre 2002 – wurde der Versuch unternommen die Investitionskosten der Anlagen auf die Laufzeit (Strommengen) umzubrechen. Das Ergebnis sind Konstrukte wie die EEG-Umlage.

Langfristig ist das bestehende Modell nicht tragbar und muss weiter entwickelt werden, da Investitionsanreize und Stromkosten nachhaltig einen Interessenausgleich herstellen müssen. Der Hybridstrommarkt ist ein Modell, welches zeigt, wie es funktionieren kann. Das Stromkonto hat das Potential das fehlende (technische) Werkzeug zu sein, die Prozesse abzubilden.

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Strompreis2017 – Grünstiger EEG Strom, der beim Stromkunden ankommt.

GrünStromJeton

„Die Strompreise sinken und sinken – aber nur für Grosskunden.“ schreibt man bei MoneyCab für die Schweiz.

In Deutschland sieht es nicht viel besser aus, auch wenn sich das Preisniveau an der Spotbörse für die Produkte hierzulande in den letzten Monaten eher einem Trend zur Seite folgen. Beim Stromkunden kommen von Bezugspreisen von unter 4 Cent je Kilo-Wattstunde aus der Steckdose ein vergoldetes Produkt zum Preis von meist mehr als 25 Cent. Eine mit großen Tönen angekündigte Reform des Strommarktes im vergangen Jahr zeigt seine Wirkung in immer neuen Ideen, die letztendlich nur den Preis nach oben drücken – nicht aber den Stromkunden erreichen. Am 15. Oktober eröffnet die Verkündung der Umlage des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) für das Jahr 2017 die Saison der Strompreisdiskussion.

Was ist es, was die Schere zwischen Großkundenpreis und privaten Stromkunden so weit auseinander gehen lässt?

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