MPI DS: Stromhandel hat Auswirkungen auf Versorgungssicherheit – Netzfrequenz

Niedrige Netzfrequenz

In einigen Wochen ist es wieder soweit, die alljährliche EarthHour findet statt und wird nicht im Stromnetz spürbar sein. Andere Ereignisse, wie die Ausfälle von Großkraftwerken   kann man hingegen sehr wohl an der Netzfrequenz ablesen. Bereits 2014 berichtete blog.stromhaltig, dass der Takt des Stromnetzes alle 15 Minuten durch den Stromhandel durcheinander kommt.

Damals meinte der Betreiber der Strombörse EpexSpot (EEX), dass der Handel keine Auswirkungen auf die Physik (und damit auf die Versorgungssicherheit) haben darf. Mittels einer stochastischen Analyse gab es widersprechende Indikatoren, die jetzt auch vom Max-Planck-Institut bestätigt werden.

„MPI DS: Stromhandel hat Auswirkungen auf Versorgungssicherheit – Netzfrequenz“ weiterlesen

Redispatch: Stromhandel kostet Stromkunden fast eine Milliarde Euro in 2017

Am Neujahrstag meldet der Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO über die DPA eine Bilanz der Redispatchkosten für das Jahr 2017. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird wieder von Noteingriffen gesprochen und die Ursache einseitig den Erneuerbaren und der Energiewende untergeschoben. Dabei zeichnen die Daten des Netzbetreibers eine anderes Bild. Es ist der Subventionsstrom aus Braunkohle, der dem Stromnetz zusetzt.

Wie bereits im Jahre 2015 hier geschrieben, ist es  die Gemeinschaft der Stromwirtschaft selbst, die sich mit Noteingriffen das Versagen der Vergangenheit vergolden lässt. Schließlich zeigt auch das Jahr 2017, dass viele Unternehmen – auch Tennet – ganz gut an diesem Notfall verdienen. Ein Notfall dessen Ursache und Wirkung verwechselt wird. Ein Notfall, der entsteht, da der Stromhandel ein Ergebnis hervorbringt, welches die Netze nicht umsetzen können.

Schuld haben diejenigen, die aktiv Strom handeln – und dies sind mit Sicherheit nicht die privaten Stromkunden, die letztendlich die Zeche zahlen dürfen.

„Redispatch: Stromhandel kostet Stromkunden fast eine Milliarde Euro in 2017“ weiterlesen

Negativer Börsenstrompreis und seine Begehrlichkeiten

Am Heiligabend gab es an der Pariser Strombörse mal wieder einen negativen Strompreis. Bei den sogenannten Intraday Auktionen bekamen die Käufer 1,419 Cent je Kilo-Watt-Stunde, die sie kauften. Eine verkehrte Welt, die Begehrlichkeiten auch bei uns Stromkunden weckt, die zur gleichen Zeit mehr als 20 Cent bezahlten.

Warum es gut ist, dass nicht mehr Käufer nach dem Schnäppchen gegriffen haben, soll dieser Blog-Post beschreiben. Es geht darum, wer die Prämie für das Stromverbrauchen eigentlich zahlt und wieso eine Strombörse zunächst nur ein weiteres Beispiel für Platform-Kapitalismus ist.

„Negativer Börsenstrompreis und seine Begehrlichkeiten“ weiterlesen

Offene Marktkommunikation – MSCONS für den Peer-To-Peer Stromhandel

Karte - Unternehmen mit EEG Privileg 2015

Warum noch mal kann ich meinen Strom nicht mit meinem Nachbarn tauschen? Physikalisch passiert dies ja bereits ganz gut, nur im realen Stromhandel leider nicht. Das größte Problem ist, dass das man zwar alles machen kann, es aber nicht kommunizieren kann. Anders ausgedrückt, selbst wenn mir der Nachbar einige Cent für den Strom geben sollte, müsste er diesen noch einmal bei seinem Versorger bezahlen, denn dieser wird mit ihm die Strommenge abrechnen, die der Zähler anzeigt. Also auch die Strommenge, die aus der Nachbarschaft stammt.

„Mit der MSCONS ist u. a. ein diskriminierungsfreies Energie-Daten-Management (EDM) möglich“ – steht auf der Wikipedia Seite für die Marktkommunikation. Die Marktkommunikation ist verantwortlich, dass aus Zählerständen letztendlich Euro-Beträge auf der Rechnung des Kunden werden.

Die Blockchaintechnologie hat das Potential den Zugang zur Marktkommunikation tatsächlich frei von Diskriminierung zu gestalten. Der Showcase des MSCONS Moduls der STROMDAO zeigt, wie jeder (der es will) frei von Diskriminierung und Zugangshürden auch mit der gewachsenen Handelswelt des BDEW kommunizieren kann.  Der Strom kann mit dem Nachbarn getauscht werden, weil man es jetzt auch kommunizieren kann.

„Offene Marktkommunikation – MSCONS für den Peer-To-Peer Stromhandel“ weiterlesen

Hybridstrommarkt via Stromkonto

Die größte Herausforderung, die sich bei der Weiterentwicklung des Strommarktes vor genau 2 Jahren ergeben hatte, ist die Umstellung von einfachem Weiterreichen der Brennstoffkosten auf eine Vergütung, die auch ohne Brennstoffkosten möglich ist. Solarenergie und Windkraft haben keine Brennstoffkosten, sind allerdings nicht immer verfügbar. Auf der anderen Seite steht der Stromkunde, der mit seiner Stromrechnung nach Strommengen zahlt. In der Energiewende 1.0 – ab dem Jahre 2002 – wurde der Versuch unternommen die Investitionskosten der Anlagen auf die Laufzeit (Strommengen) umzubrechen. Das Ergebnis sind Konstrukte wie die EEG-Umlage.

Langfristig ist das bestehende Modell nicht tragbar und muss weiter entwickelt werden, da Investitionsanreize und Stromkosten nachhaltig einen Interessenausgleich herstellen müssen. Der Hybridstrommarkt ist ein Modell, welches zeigt, wie es funktionieren kann. Das Stromkonto hat das Potential das fehlende (technische) Werkzeug zu sein, die Prozesse abzubilden.

„Hybridstrommarkt via Stromkonto“ weiterlesen