Wie schaut die Merit-Order bei der Erneuerbaren Erzeugung aus?

Der Begriff Merit-Order stammt eigentlich aus der Zeit, als bei der Stromerzeugung noch ein direkter Zusammenhang zwischen Brennstoffkosten und Strompreis gegeben war. In den letzten 10 Jahren diktierte vor allem Strom aus Braunkohlekraftwerken den Erzeugungspreis (vergl. 3,2,1 … Strompreis powered by Kohlestrom).

Heute stammt ein großer Teil der Stromerzeugung aus wetterfühligen Anlagen. Diese kann man zwar beliebig nach unten skalieren, jedoch nicht einschalten, nur weil der Strompreis gerade hoch ist. Die Sortierung der Erzeuger nach ihren Grenzkosten, wie sie in der Merit-Order gesehen wird, hat keine Bedeutung. Dennoch können Stromanbieter und letztendlich Stromkunden immer noch die Priorisierung zur langfristigen Planung nutzen.

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Stromhandel für Jedermann

Stromhandel für Jedermann

Ein wirtschaftlicher Vorteil entsteht immer dann, wenn man einen Wissensvorsprung zu Geld machen kann. Dies ist beim Stromhandel nicht anders als bei anderen Märkten.  War es bislang nur den Stromkonzernen und Netzbetreibern vorenthalten ihre Gewinne im Handel abzuschöpfen, so gibt bietet Stromhaltig seinen privaten Stromkunden nun eine Lösung.

Die Handelsplattform für private Stromkunden erlaubt den Kauf und Verkauf von Strom, auch wenn man selbst keinen erzeugt. Der Gewinn der Stromkunden besteht aus dem Wissensvorsprung über ihren geplanten Verbrauch.

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Strom dank Blockchain – die Nachfrage als Eigentum

Meine Stromnachfrage gehört mir! – Es ist schon paradox, dass auf der Seite der Stromerzeugung eine mehrtägige Vorhersagegüte von über 95% erreicht wird. Auf Seite der Nachfrage nach elektrischer Energie wir aber mit einer Technik arbeiten müssen, die aus dem letzten Jahrtausend stammt; auf genaue einem Wert pro Jahr basiert: Dem Zählerstand. 

Nein, dies ist kein Beitrag darüber, wie toll intelligente Stromzähler sind. In diesem Beitrag soll es darum gehen, wie weit die Schere zwischen intelligenter Stromerzeugung und Stromverbrauch auseinander klafft und wie Blockchaintechnologie hier einen entscheidenden Mehrwert liefert. Nicht irgendwann, sondern heute (auch ohne Smart-Meter)!

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MPI DS: Stromhandel hat Auswirkungen auf Versorgungssicherheit – Netzfrequenz

Niedrige Netzfrequenz

In einigen Wochen ist es wieder soweit, die alljährliche EarthHour findet statt und wird nicht im Stromnetz spürbar sein. Andere Ereignisse, wie die Ausfälle von Großkraftwerken   kann man hingegen sehr wohl an der Netzfrequenz ablesen. Bereits 2014 berichtete blog.stromhaltig, dass der Takt des Stromnetzes alle 15 Minuten durch den Stromhandel durcheinander kommt.

Damals meinte der Betreiber der Strombörse EpexSpot (EEX), dass der Handel keine Auswirkungen auf die Physik (und damit auf die Versorgungssicherheit) haben darf. Mittels einer stochastischen Analyse gab es widersprechende Indikatoren, die jetzt auch vom Max-Planck-Institut bestätigt werden.

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Redispatch: Stromhandel kostet Stromkunden fast eine Milliarde Euro in 2017

Am Neujahrstag meldet der Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO über die DPA eine Bilanz der Redispatchkosten für das Jahr 2017. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird wieder von Noteingriffen gesprochen und die Ursache einseitig den Erneuerbaren und der Energiewende untergeschoben. Dabei zeichnen die Daten des Netzbetreibers eine anderes Bild. Es ist der Subventionsstrom aus Braunkohle, der dem Stromnetz zusetzt.

Wie bereits im Jahre 2015 hier geschrieben, ist es  die Gemeinschaft der Stromwirtschaft selbst, die sich mit Noteingriffen das Versagen der Vergangenheit vergolden lässt. Schließlich zeigt auch das Jahr 2017, dass viele Unternehmen – auch Tennet – ganz gut an diesem Notfall verdienen. Ein Notfall dessen Ursache und Wirkung verwechselt wird. Ein Notfall, der entsteht, da der Stromhandel ein Ergebnis hervorbringt, welches die Netze nicht umsetzen können.

Schuld haben diejenigen, die aktiv Strom handeln – und dies sind mit Sicherheit nicht die privaten Stromkunden, die letztendlich die Zeche zahlen dürfen.

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