Karte: Re-Dispatch Maßnahmen im Februar 2014 – Stromspeicher zur Netzstabilität

Eingriffe in das Stromnetz - Februar 2014
Eingriffe in das Stromnetz - Februar 2014
Eingriffe in das Stromnetz – Februar 2014

Unter einem Re-Dispatch versteht man eine Art des Eingriffes in das Stromnetz, um dessen Stabilität zu gewährleisten. Aus dem Handel mit Strom ergibt sich ein primärer Fahrplan für Kraftwerke jeglicher Art, der zunächst den Bedarf und die Erzeugung hinsichtlich der Menge und Zeitpunkt vereint. Aufgabe des Übertragungsnetzes ist es die entstehenden räumlichen Unterschiede auszugleichen. Da die Leitungen des Übertragungsnetzes physikalische Grenzen haben, sind die Betreiber berichtigt eine Umverteilung vorzunehmen – also ein Kraftwerk aufzufordern die Wirkleistung zu reduzieren, ein anderes die Wirkleistung zu erhöhen. Man spricht von einem Re-Dispatch.

Im Februar 2014 wurden nach Angaben der Betreiber 388 Umverteilungen vorgenommen, die 35 der mehr als 1300 Kraftwerke (>10MW) in Deutschland betraf.

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Warum die Bürger von Hamburg in Zukunft in der Nacht kochen sollten.

Am vergangenen Freitag lieferte das Kraftwerk Moorburg erstmals Strom in das öffentliche Netz.

Der erste Kraftwerksblock mit einer Leistung von 827 Megawatt sei mit dem Stromnetz verbunden worden, teilte der Betreiber Vattenfall in Hamburg mit. Damit sei ein entscheidender Meilenstein zum Dauerbetrieb des Kraftwerksblocks im Herbst dieses Jahres erreicht. (Quelle: Die Welt)

Vergleich PV Erzeugung und Lastprofil Gewerbe vs. Privat
Vergleich PV Erzeugung und Lastprofil Gewerbe vs. Privat

Im Gegensatz zur Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Gas oder Wasserkraft können Kohlekraftwerke nur sehr schwer dem unterschiedlichen Bedarf der Stromverbraucher folgen. Wenn im Herbst der zweite Block ans Netz geht ist eine gleichbleibende Erzeugung eines kleinen Atomkraftwerkes zusätzlich vorhanden. Für den Betreiber beginnt die Zeit einer Mischkalkulation, denn Nachts, wenn keiner den Strom will, kann das Kraftwerk nur minimal runtergeregelt werden. Tagsüber ist die Konkurrenz  zu anderen Erzeugungsformen vorhanden.

Es wird Kapazität aufgebaut, die sich letztlich über die Stromrechnung der Bürger bezahlt werden muss.

Die nuklear-fossile Geldverbrennung geht weiter…

ENTSOe: Stromhandel sollte keinen Einfluss auf die Netzfrequenz haben

Auf Twitter gibt es gerade eine kleine Diskussion zwischen dem Social-Media Team des europäischen Verbundnetzes für Strom (ENTSOe) und mir. Mal sehen, wie die Diskussion weiter geht, denn letztendlich würde eine Netzfrequenzänderung verursacht durch den Stromhandel bedeuten, dass Primärregelenergie benötigt wird, um die Schwankungen auszugleichen. Dadurch entsteht sowohl ein höherer Bedarf an Regelenergie zum anderen aber auch Kosten.

Versagensangst: Stromausfall

Wenn der Strom ausfällt, dann hat jemand vorher versagt. Eine einfache Tatsache, die in ihrer Tragweite kaum zu unterschätzen ist, gibt es doch zwei Richtungen, wie man sich diesem Thema annähern kann.

Energie-Expertin Kathrin Hoffmann nähert sich in einem aktuellen Beitrag aus Richtung der  langfristigen Versorgungssicherheit dem Thema:

Auch wenn immer wieder die Angst vor drohenden Blackouts geschürt wird, gibt es inzwischen diverse Studien, Modell- und Praxisprojekte, die zeigen, dass eine Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien problemlos möglich ist.

Die andere Richtung ist die kurzfristige Betrachtung der realen Fälle von Stromausfall aus der regionalen Tagespresse. Sicher eine Momentaufnahme, aber auch ein Indiz, wer aktuell versagt hat, wenn die Lichter ausgehen.

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Verfassungsbeschwerde für mehr Unabhängigkeit?

Eigenstrom - nicht nur bei Privat PV-Anlagen beliebt
Eigenstrom – nicht nur bei Privat PV-Anlagen beliebt

Unser Bestreben ist es stets, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen. (Papier und Kartonfabrik Varel)

Nach Angaben von Spiegel-Online hat das Unternehmen eine Beschwerde beim Verfassungsgericht eingereicht. PKV betreibt ein eigenes Kraftwerk zur Strom und Wärme(Dampf)-Erzeugung mit einer Kapazität von 50MW. Nach Angaben des Beitrages von Spiegel Online richtet sich die Beschwerde gegen die möglichen Eingriffe in das Fahrplanmanagements des Kraftwerkes durch einen Netzbetreiber. Nach dem Energie-Wirtschaftsgesetz haben die Netzbetreiber die Möglichkeit Kapazitäten zur Stabilisierung des Stromnetzes anders zu verteilen. In der Konsequenz bedeutet dies zur Anforderung die Leistung eines Kraftwerkes zu erhöhen – oder zu senken.

Ob EEG-Ablage auf selbst erzeugten Strom oder Eingriffe in die betriebliche Selbstbestimmung. Die 200 Betreiber von Industrie-Kraftwerken sind endgültig im Boot angekommen, in dem die Betreiber von PV-Kleinanlagen bereits sitzen. Erzeugung von Strom ist kein Privatvergnügen, sondern eröffnet Fremdeingriffe und Sanktionen wie beim Kampf gegen die Schwarzbrennerei.

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