Netzverluste steigen – Stromnetz wird wieder zentralistischer

Stammleser mögen sich an einen Beitrag aus dem Jahre 2013 erinnern, an dem bei blog.stromhaltig darüber berichtete, dass der Erfolg der Energiewende an den Netzverlusten ablesbar ist. Damals hatten sich die Effekte der Boom-Jahre der PV-Branche ausgewirkt, bei denen immer mehr Strom dezentral eingespeist wurde. Strom, der meist in unmittelbarer Nähe verbraucht wird und nicht über weite Strecken transportiert werden muss.

Von einem Wert 5,1% im Jahre 2012 wurden vom Statistischen Bundesamt für die sonnenreichen Quartale des Jahres 2017 Netzverluste von mehr als 6,2% (2. Quartal) und 5,9% (3. Quartal) gemeldet.

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Der Weg zu kostenlosem Strom für die E-Mobilität

Kernkraftwerk Brokdorf, 03.01.2018 06:30 Uhr.  Am zweiten Arbeitstag des Jahres darf das Kernkraftwerk in Brokdorf erst einmal etwas verschnaufen. Auf Anweisung des Netzbetreibers APG aus Österreich muss der Atommeiler bis 09:15 Uhr um eine mittlere Leistung von 218 MW reduzieren. Strom, der bereits verkauft ist – und für den Stromkunden in Europa doppelt bezahlt wird. Nächstes Jahr werden wir dieses Ereignis dann in der Meldung der Noteingriffe der Tennet TSO wieder lesen können.

Ein Teil dieses Stroms könnte man an den 26 jährigen verschenken, der gerade in Brunsbüttel einen Speicher ans Netz gehängt hat.  Einen anderen Teil könnte man aber auch den E-Autofahrern in Hamburg und Umgebung schenken.

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Redispatch: Stromhandel kostet Stromkunden fast eine Milliarde Euro in 2017

Am Neujahrstag meldet der Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO über die DPA eine Bilanz der Redispatchkosten für das Jahr 2017. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird wieder von Noteingriffen gesprochen und die Ursache einseitig den Erneuerbaren und der Energiewende untergeschoben. Dabei zeichnen die Daten des Netzbetreibers eine anderes Bild. Es ist der Subventionsstrom aus Braunkohle, der dem Stromnetz zusetzt.

Wie bereits im Jahre 2015 hier geschrieben, ist es  die Gemeinschaft der Stromwirtschaft selbst, die sich mit Noteingriffen das Versagen der Vergangenheit vergolden lässt. Schließlich zeigt auch das Jahr 2017, dass viele Unternehmen – auch Tennet – ganz gut an diesem Notfall verdienen. Ein Notfall dessen Ursache und Wirkung verwechselt wird. Ein Notfall, der entsteht, da der Stromhandel ein Ergebnis hervorbringt, welches die Netze nicht umsetzen können.

Schuld haben diejenigen, die aktiv Strom handeln – und dies sind mit Sicherheit nicht die privaten Stromkunden, die letztendlich die Zeche zahlen dürfen.

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Negativer Börsenstrompreis und seine Begehrlichkeiten

Am Heiligabend gab es an der Pariser Strombörse mal wieder einen negativen Strompreis. Bei den sogenannten Intraday Auktionen bekamen die Käufer 1,419 Cent je Kilo-Watt-Stunde, die sie kauften. Eine verkehrte Welt, die Begehrlichkeiten auch bei uns Stromkunden weckt, die zur gleichen Zeit mehr als 20 Cent bezahlten.

Warum es gut ist, dass nicht mehr Käufer nach dem Schnäppchen gegriffen haben, soll dieser Blog-Post beschreiben. Es geht darum, wer die Prämie für das Stromverbrauchen eigentlich zahlt und wieso eine Strombörse zunächst nur ein weiteres Beispiel für Platform-Kapitalismus ist.

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