gkm-mannheim

„Weitere 9 Kraftwerke sollen vom Netz gehen“ lautete die Nachricht in den Tagesthemen des Montag-Abends. Eine wirtschaftliche Entscheidung der Betreiber, die man vielleicht verstehen kann, vielleicht auch Fragen der Versorgungssicherheit aufwirft. Nach dem ursprünglichen Plan einen Kapazitätsmarkt zu schaffen, geht der Trend jetzt zur Kapazitätsreserve. Versorgungssicherheit und Kapazitätsreserve wollen allerdings nicht entkoppelt betrachtet werden, denn letztendlich sollen genau die Kraftwerke, die sich in der „Reserve“ befinden dann einspringen, wenn es dem Markt nicht gelingt die Versorgung zu sichern.

Stellen wir uns einige Minuten vor, wir sind Betreiber eines Kraftwerks….

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Nein, es ist kein neuer Hit von Helene Fischer, sondern Realität bei den Eidgenossen. Nachdem bereits die anderen Atomkraftwerke wegen Revision abgeschaltet waren, musste nach einem Dampfleck am Samstag nun auch das Kraftwerk Gösgen vom Netz genommen werden (Quelle: SRF). Im Beitrag steht bereits, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Strom durch die Wasserkraft gesichert ist.

Zur Spitzenlastzeit am Montag war die Schweiz dennoch ein Netto-Exporteur von Strom. In der Zeit von 11:00 Uhr bis 12:00 Uhr wurden laut ENTSOe 1407 MWh nach Deutschland geliefert.

zweistrom

Ab 25,5 Grad Wassertemperatur darf keine zusätzliche Wärme in die deutschen Flüsse eingeleitet werden. Kommt diese Schwelle zeitgleich mit niedrigen Pegelstände, so bedeutet dies die Betreiber thermischer Kraftwerke eine wetterbedingte Zwangsabschaltung. Man könnte auch von eine ungeplanten Nichtverfügbarkeit  sprechen, welche zwar im Gegensatz zu Polen nicht direkt zu einem Brown-Out führen kann, jedoch das Rollenbild einer verlässlichen Stromerzeugung umdreht.

Weil zu Spitzenlastzeiten genügend Strom aus Photovoltaik und Windkraft vorhanden ist, braucht man sich in Deutschland im Sommer keine Sorgen machen.

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atom

Das Kernkraftwerk Isar 2 ist derzeit für die jährliche Revision abgeschaltet.

Im Rahmen von visuellen Inneninspektionen des Primärkreislaufes wurde an einem Wärmeschutzrohr des Nachwärmeabfuhrsystems ein rissartiger Befund festgestellt.

Wärmeschutzrohre dienen dazu, thermische Belastungseffekte auf den Grundwerkstoff der Rohrleitung zu minimieren. Sie sind nicht Bestandteil der druckführenden Umschließung des Primärkreislaufes und somit ohne sicherheitstechnische Bedeutung.

Eine abschließende Ursachenklärung ist erst nach der Sanierungsmaßnahme möglich.

Das Vorkommnis liegt unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken („Stufe 0“). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach der Kategorie „N“ fristgerecht angezeigt.

(Quelle: Pressemitteilung E.ON)

stromvegetarier

Defacto ist die im Weißbuch „Strommarkt 2.0“ vorgeschlagene Kapazitätsreserve – bestehend aus ausschließlich Braunkohlekraftwerken – eine Frührente für eine Technologie, deren Produktlebenszyklus dem Ende zugeht. Im Kompromiss zwischen Bundeswirtschaftsministerium, RWE und Vattenfall unter Orchestration der IGBCE, wurde folgender Deal ausgehandelt:

Ab 2017 bis 2020 gehen insgesamt 2,7 GW an Braunkohlekraftwerke in eine Kapazitätsreserve. Diese ist je Kraftwerksblock auf 4 Jahre befristet. Ist ein Kraftwerk in der Kapazitätsreserve, so darf es nicht mehr am Markt teilnehmen. Der Stromkunde zahlt mit einer (kommenden) Erhöhung der Stromkosten für die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit. Nach 4 Jahren ist das Kraftwerk dann endgültig still zu legen und darf kein Strom mehr erzeugen.

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