Nachgefragt: Sicherheitsbereitschaft – Zwischen güldener Abwrackprämie und latenter Versorgungssicherheit

„Ein Hartz IV für Kraftwerke wird es mit uns nicht geben“, meinte einst ein Hinterbänkler im Bundestag, nachdem er auf die Vergütung der Betreiber im Falle von Kraftwerksstilllegungen angesprochen wurde. Die Realität ist, dass Kraftwerke im Privatbesitz sind, die Politik lediglich mit Anreizfaktoren (Bestechungsgeldern) es schafft etwas zu verändern. Die Klimaziele bis 2020 können nur durchgesetzt werden, wenn rentable Braunkohlekraftwerke vom Netz genommen werden. Die Betriebsgenehmigung entziehen geht nicht, rentabel sind sie auch, Steuergeld als Subvention verwenden ist bei einer „Schwarzen Null“ auch tabu – also muss man den Betreibern eine Stilllegung anders schmackhaft machen. Im Strommarktgesetz ist der Bundesregierung die Quadratur des Kreises gelungen! Kapazitätsreserve, oder Sicherheitsbereitschaft – oder §13g nennt sich die Zahlungsverpflichtung der Stromkunden, der (k)eine Gegenleistung entgegensteht.

Stromkunden sollen für etwas zahlen, was keinen Bedarf am Markt hat. Man sagt es nur nicht, sondern gaukelt mit den Begriffen „Sicherheit“ und „Reserve“  eine teure Notwendigkeit vor, bei dem das Wahlstimmvieh einfach nicht widersprechen darf.

Nachgefragt beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie den vier Übertragungsnetzbetreibern, zeigt, dass die Reserve nicht nutzbar ist und von Sicherheit nicht gesprochen werden kann.

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Aus 4 mach 3 – Der Schwund der Größen

Die deutsche Energieszene schwindet. Genau gesagt, wird die Anzahl der Konzerne im Zentrum der Macht-Vereinheitlichung kleiner. Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) ist aus gutem Grund aus dem Fokus der „Großen“ verschwunden. Zuletzt hatte das Satire-Magazin Extra3 mit der Bildunterschrift „Energiekonzerne nagen am Hungertuch“ lediglich E.ON, Vattenfall und RWE genannt. Ein Trend, der bereits im November 2015 in der HeuteShow begonnen hatte: Die Vier Großen sind jetzt nur noch zu Dritt.

Konnte man früher das Wort der Vier (via BDEW) als Gesetz nehmen, so gibt es jetzt nur noch das Wort von Dreien zu verkünden.

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Braunkohle: Fehlender Wert wegen fehlender Auslastung

Am kommenden Mittwoch geht das Bieterverfahren rund um Geschäftsbereich Braunkohle der Vattenfall zu Ende. Eine Medien Clean Energy Wire hat bereits eine Übersicht über das Verfahren veröffentlicht.  Beim RBB berichtet man über eine Stiftungsidee, wenn alle Stricke reisen sollen. Es scheint so, als müsse Vattenfall dem Käufer noch Geld geben, damit die Braunkohle den Konzern verlässt.

Ein Produkt am Ende seines Lebenszyklus. Eine Tatsache, die sich bereits vor vielen Jahren angekündigt hat und durch den Atomausstieg einige Jahre Gnadenfrist durch die Märkte gewährt wurde.

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Kommentar: RWE zahlt 0 Euro Dividende für Kernkompetenz

„Deshalb sind Städte entsetzt über Nullrunde“ titelt DerWesten und das Handelsblatt zitiert den Stadtwerke-Chef in Dortmund,  Guntram Pehlke, mit den Worten: „Unverschämtheit, das hätte man nicht entscheiden dürfen, ohne den Aufsichtsrat einzubinden.“.  

Butter bei den Fischen – Ein DAX30 Unternehmen passt seine Dividenden den aktuellen Sparzinsen an. Wer mehr auf dem Finanzmarkt holen will, der muss auch mehr Risiko eingehen. Unternehmen, die über 9% Eigenkapitalrendite auf Netztrassen garantiert bekommen, haben als Geschäftsziel nicht die Sanierung von Kommunen.  Dennoch wird es auch eine RWE noch in 20 Jahren geben und sie wird weiterhin ein DAX30 Unternehmen sein, ja! Wenn endlich die Kernkompetenz entdeckt wird.

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Kommentar: BDEW zeigt am Beispiel der Erstattung von Redispatchkosten, wie man die Fehler der Vergangenheit vergoldet

Wie bei allen Meldungen des BDEW, wird man als Otto-Normal Stromkunde erst einmal denken: „Was interessiert es mich?“. Viele Medienvertreter folgen dieser Lethargie der Kritiklosigkeit und schließen sich lieber dem bequemen Bild an: „Gebt ihnen was sie fordern, dann sind sie zufrieden…“. Tressiert darauf, dass bei den Stromkosten oder Ausfällen der BDEW einem hilft, die Ursache auch hier irgendwem anders in die Schuhe zu stecken.

In der aktuellen „Presseinformation“ nennt der gemeinnützige Zwergenverein der „Wir sind Einprozent der Stromerzeugenden Unternehmen“ – BDEW – eine Tatsache der Industrialisierung als „Notfall“. Ein differenzierungsfreier  Taschenspielertrick hilft der Elektro-Lobbygruppe im Vorzimmer des Bundes-Wirtschaftsministeriums den Bürgern und Unternehmern immer mehr Geld aus der Tasche zu ziehen.

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