Rhein-Dampfkraftwerk Karlsruhe vorübergehend nicht verfügbar

Etwa 17% der Stromerzeugung aus Steinkohle stehen  im Deutschen Stromnetz aktuell ungeplant nicht zur Verfügung. Einer dieser Ausfälle sind die beiden Blöcke RDK7 (150MW) und RDK8 (842MW) in Karlsruhe, die am Nachmittag/Abend des letzten Dienstags durch den Betreiber gemeldet wurden. Es handelt sich um einen Totalausfall, welcher bis zum Mittwoch (RDK8) und Sonntag (RDK7) andauern wird. Bei einer solch langen Dauer ist auch davon auszugehen, dass beim Wiederanfahren ein Kaltstart durchgeführt werden wird mit entsprechenden Anfahrtsrampen.    Nach Angaben der EnBW sind ein paar ausgefallene Speisewasserpumpen für die Einspeiseunterbrechung verantwortlich.

Der am vergangenen Freitag in den Abendstunden durchgeführte Redispatch 14581, welcher eine zusätzliche Wirkleistung von 160MW über 45 Minuten benötigte, wurde höchstwahrscheinlich durch  den noch in Betrieb befindlichen GuD-Block4 geleistet. Ansonsten kann man feststellen, dass vor allem das Heiz- und Reservekraftwerk in Heilbronn zur Zeit der Karlsruher Nichtverfügbarkeit per Redispatch zur Einspeisung herangezogen wird.

Gerade der neue Block RDK8 hat eine strategische Bedeutung für den Stromtransport entlang der rheinischen Nord/Süd Achse zwischen Mannheim und Basel. Ehemals wurde die auftretende Blindleistung bei langen Überlandstrecken durch das Kernkraftwerk Philippsburg kompensiert. Mit dem Atomausstieg übernehmen Kohlekraftwerke dieses wichtige Element der Betriebssicherheit des Stromnetzes.

September 2015 – Ungeplante Nichtverfügbarkeiten #BinDannMalWeg

Im September 2015 haben sich die sogenannten Ungeplanten Nichtverfügbarkeiten auf einem gewohnt hohen Niveau gehalten. Eine Auswertung der Urgent-Market-Messages gibt alarmierende Werte, wenn man an die bevorstehenden Wintermonate denkt und Reserven einplanen muss. Gerade die Planbarkeit und Versorgungssicherheit der thermischen Kraftwerke ist im September 2015 auffallend schlecht.

„September 2015 – Ungeplante Nichtverfügbarkeiten #BinDannMalWeg“ weiterlesen

Deutschland: Vogel setzte möglicherweise Kernkraftwerk außer Gefecht

Manche Headlines darf man sich einfach nicht entgehen lassen… 

In der vergangenen Woche berichtete blog.stromhatig „AKW Gundremmingen : Welle am Generator wird nach Störung im Stromnetz neu ausgewuchtet„. Die Ursache für die Nichtverfügbarkeit des Atomkraftwerkes war/ist somit im Stromnetz zu suchen. Die Pressestelle des zuständigen Netzbetreibers Amprion teilte am Montag auf Anfrage mit:

„Am 18. August gab es um 5:48 Uhr eine AWE (automatische Wiedereinschaltung) auf der Günzburg Süd-Leitung nach einer kurzzeitigen Unterbrechung (im Millisekundenbereich). Die Ursache dafür ist unbekannt. Möglicherweise hat ein Vogel die Ausschaltung der Leitung verursacht. Blitzeinschlag kann ausgeschlossen werden, da es zu der Zeit keine Gewitter gab“

(Beitragsbild: KGG-Gundremmingen)

AKW Grundremmingen: Welle am Generator wird nach Störung im Stromnetz neu ausgewuchtet

Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen wird am Freitag (21. August) voraussichtlich für einige Stunden vom Netz gehen. Grund sind Wartungsarbeiten am Generator, die nach einer Störung im Höchstspannungsnetz erforderlich geworden sind. 

Am frühen Dienstagmorgen (18. August) kam es zum kurzzeitigen Ausfall einer Höchstspannungsleitung in der Region Günzburg. Als Folge dieses Ereignisses außerhalb des Kraftwerks traten in Block C erhöhte Schwingungen an der Erregermaschine auf, einer auf der Turbinenwelle montierten Komponente des Drehstromgenerators. Daher ist ein Auswuchten der Anlage erforderlich, für das Turbine und Generator von Block C vorübergehend stillgesetzt werden.

Da ausschließlich am nicht-nuklearen Teil der Kraftwerkstechnik gearbeitet wird, bleibt der Reaktor währenddessen mit verringerter Leistung in Betrieb. Nach Abschluss der Arbeiten kann die Turbinenwelle wieder in Betrieb genommen und Block C mit dem Stromnetz verbunden werden.

Quelle: Pressemitteilung des Betreibers

Übersicht: Ungeplante Nichtverfügbarkeiten und Einschränkungen des KKW Grundremmingen.

Ungeplante Nichtverfügbarkeit – Heute: Riffgrund 1

Immer wieder kommt es zu sogenannten „Ungeplanten Nichtverfügbarkeiten“ bei der Erzeugung von Strom. Am Mittwoch wurden insgesamt 18 Ereignisse mit Meldepflicht registriert, was eine zu große Anzahl ist, um der tatsächlichen Ursache auf den Grund zu gehen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte blog.stromhaltig mit den Presseabteilungen der Betreiber versucht in Kontakt zu treten und Hintergründe zu erhalten. So hatte Vattenfall bei einem Ereignis am Kraftwerk Boxberg im Juni eine ausführliche Rückantwort geliefert. Generell kann man sagen, dass von Konzernen deutlich häufiger eine Antwort geliefert wird, als zum Beispiel von kleinen Windparkbetreibern.

Dong Energy ist mit Sicherheit kein Kleinunternehmen und schafft es innerhalb von wenigen Stunden eine ausführliche Antwort zu liefern. Grund der Anfrage war die ungeplante Nichtverfügbarkeit des Offshore-Windpars Riffgrund 1 am vergangenen Dienstag. Über die Zeit von 2 Stunden wurde in den frühen Abendstunden die Leistung ungeplant um 312 MW reduziert.

„Ungeplante Nichtverfügbarkeit – Heute: Riffgrund 1“ weiterlesen