September 2015 – Ungeplante Nichtverfügbarkeiten #BinDannMalWeg

Im September 2015 haben sich die sogenannten Ungeplanten Nichtverfügbarkeiten auf einem gewohnt hohen Niveau gehalten. Eine Auswertung der Urgent-Market-Messages gibt alarmierende Werte, wenn man an die bevorstehenden Wintermonate denkt und Reserven einplanen muss. Gerade die Planbarkeit und Versorgungssicherheit der thermischen Kraftwerke ist im September 2015 auffallend schlecht.

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Deutschland: Vogel setzte möglicherweise Kernkraftwerk außer Gefecht

Manche Headlines darf man sich einfach nicht entgehen lassen… 

In der vergangenen Woche berichtete blog.stromhatig „AKW Gundremmingen : Welle am Generator wird nach Störung im Stromnetz neu ausgewuchtet„. Die Ursache für die Nichtverfügbarkeit des Atomkraftwerkes war/ist somit im Stromnetz zu suchen. Die Pressestelle des zuständigen Netzbetreibers Amprion teilte am Montag auf Anfrage mit:

„Am 18. August gab es um 5:48 Uhr eine AWE (automatische Wiedereinschaltung) auf der Günzburg Süd-Leitung nach einer kurzzeitigen Unterbrechung (im Millisekundenbereich). Die Ursache dafür ist unbekannt. Möglicherweise hat ein Vogel die Ausschaltung der Leitung verursacht. Blitzeinschlag kann ausgeschlossen werden, da es zu der Zeit keine Gewitter gab“

(Beitragsbild: KGG-Gundremmingen)

AKW Grundremmingen: Welle am Generator wird nach Störung im Stromnetz neu ausgewuchtet

Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen wird am Freitag (21. August) voraussichtlich für einige Stunden vom Netz gehen. Grund sind Wartungsarbeiten am Generator, die nach einer Störung im Höchstspannungsnetz erforderlich geworden sind. 

Am frühen Dienstagmorgen (18. August) kam es zum kurzzeitigen Ausfall einer Höchstspannungsleitung in der Region Günzburg. Als Folge dieses Ereignisses außerhalb des Kraftwerks traten in Block C erhöhte Schwingungen an der Erregermaschine auf, einer auf der Turbinenwelle montierten Komponente des Drehstromgenerators. Daher ist ein Auswuchten der Anlage erforderlich, für das Turbine und Generator von Block C vorübergehend stillgesetzt werden.

Da ausschließlich am nicht-nuklearen Teil der Kraftwerkstechnik gearbeitet wird, bleibt der Reaktor währenddessen mit verringerter Leistung in Betrieb. Nach Abschluss der Arbeiten kann die Turbinenwelle wieder in Betrieb genommen und Block C mit dem Stromnetz verbunden werden.

Quelle: Pressemitteilung des Betreibers

Übersicht: Ungeplante Nichtverfügbarkeiten und Einschränkungen des KKW Grundremmingen.

Ungeplante Nichtverfügbarkeit – Heute: Riffgrund 1

Immer wieder kommt es zu sogenannten „Ungeplanten Nichtverfügbarkeiten“ bei der Erzeugung von Strom. Am Mittwoch wurden insgesamt 18 Ereignisse mit Meldepflicht registriert, was eine zu große Anzahl ist, um der tatsächlichen Ursache auf den Grund zu gehen. Bereits in den vergangenen Monaten hatte blog.stromhaltig mit den Presseabteilungen der Betreiber versucht in Kontakt zu treten und Hintergründe zu erhalten. So hatte Vattenfall bei einem Ereignis am Kraftwerk Boxberg im Juni eine ausführliche Rückantwort geliefert. Generell kann man sagen, dass von Konzernen deutlich häufiger eine Antwort geliefert wird, als zum Beispiel von kleinen Windparkbetreibern.

Dong Energy ist mit Sicherheit kein Kleinunternehmen und schafft es innerhalb von wenigen Stunden eine ausführliche Antwort zu liefern. Grund der Anfrage war die ungeplante Nichtverfügbarkeit des Offshore-Windpars Riffgrund 1 am vergangenen Dienstag. Über die Zeit von 2 Stunden wurde in den frühen Abendstunden die Leistung ungeplant um 312 MW reduziert.

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Hitze: Viele Kraftwerke vor dem Brown-Out

Ab 25,5 Grad Wassertemperatur darf keine zusätzliche Wärme in die deutschen Flüsse eingeleitet werden. Kommt diese Schwelle zeitgleich mit niedrigen Pegelstände, so bedeutet dies die Betreiber thermischer Kraftwerke eine wetterbedingte Zwangsabschaltung. Man könnte auch von eine ungeplanten Nichtverfügbarkeit  sprechen, welche zwar im Gegensatz zu Polen nicht direkt zu einem Brown-Out führen kann, jedoch das Rollenbild einer verlässlichen Stromerzeugung umdreht.

Weil zu Spitzenlastzeiten genügend Strom aus Photovoltaik und Windkraft vorhanden ist, braucht man sich in Deutschland im Sommer keine Sorgen machen.

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