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Am vergangenen Donnerstag traf sich die Arbeitsgruppe Winter 2015/2016 zu ihrem zweiten Treffen in Bern. Nur knapp eine Woche nach der ersten Sitzung, war das Lagebild, welches vom Schweizer Netzbetreiber Swissgrid gezeichnet wurde beängstigend. Im Vorfeld wurden die Vorschläge der Branche, gesichtet und der Bundesstab informiert. Bei der Ursache für die plötzliche Knappheit an Strom können viele gefunden werden. Akut ist der Klimawandel jedoch bei den Eidgenossen der wichtigste Verursacher, der sich auch mit einem ganzen Bündel an Notmaßnahmen nicht aufhalten lässt. Die Schweiz muss ihre Infrastruktur an die Gegebenheiten anpassen. Die Arbeitsgruppe macht dies sehr deutlich.

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rdk8

Etwa 17% der Stromerzeugung aus Steinkohle stehen  im Deutschen Stromnetz aktuell ungeplant nicht zur Verfügung. Einer dieser Ausfälle sind die beiden Blöcke RDK7 (150MW) und RDK8 (842MW) in Karlsruhe, die am Nachmittag/Abend des letzten Dienstags durch den Betreiber gemeldet wurden. Es handelt sich um einen Totalausfall, welcher bis zum Mittwoch (RDK8) und Sonntag (RDK7) andauern wird. Bei einer solch langen Dauer ist auch davon auszugehen, dass beim Wiederanfahren ein Kaltstart durchgeführt werden wird mit entsprechenden Anfahrtsrampen.    Nach Angaben der EnBW sind ein paar ausgefallene Speisewasserpumpen für die Einspeiseunterbrechung verantwortlich.

Der am vergangenen Freitag in den Abendstunden durchgeführte Redispatch 14581, welcher eine zusätzliche Wirkleistung von 160MW über 45 Minuten benötigte, wurde höchstwahrscheinlich durch  den noch in Betrieb befindlichen GuD-Block4 geleistet. Ansonsten kann man feststellen, dass vor allem das Heiz- und Reservekraftwerk in Heilbronn zur Zeit der Karlsruher Nichtverfügbarkeit per Redispatch zur Einspeisung herangezogen wird.

Gerade der neue Block RDK8 hat eine strategische Bedeutung für den Stromtransport entlang der rheinischen Nord/Süd Achse zwischen Mannheim und Basel. Ehemals wurde die auftretende Blindleistung bei langen Überlandstrecken durch das Kernkraftwerk Philippsburg kompensiert. Mit dem Atomausstieg übernehmen Kohlekraftwerke dieses wichtige Element der Betriebssicherheit des Stromnetzes.

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Im September 2015 haben sich die sogenannten Ungeplanten Nichtverfügbarkeiten auf einem gewohnt hohen Niveau gehalten. Eine Auswertung der Urgent-Market-Messages gibt alarmierende Werte, wenn man an die bevorstehenden Wintermonate denkt und Reserven einplanen muss. Gerade die Planbarkeit und Versorgungssicherheit der thermischen Kraftwerke ist im September 2015 auffallend schlecht.

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Kernkraftwerk_Gundremmingen

Manche Headlines darf man sich einfach nicht entgehen lassen… 

In der vergangenen Woche berichtete blog.stromhatig „AKW Gundremmingen : Welle am Generator wird nach Störung im Stromnetz neu ausgewuchtet„. Die Ursache für die Nichtverfügbarkeit des Atomkraftwerkes war/ist somit im Stromnetz zu suchen. Die Pressestelle des zuständigen Netzbetreibers Amprion teilte am Montag auf Anfrage mit:

„Am 18. August gab es um 5:48 Uhr eine AWE (automatische Wiedereinschaltung) auf der Günzburg Süd-Leitung nach einer kurzzeitigen Unterbrechung (im Millisekundenbereich). Die Ursache dafür ist unbekannt. Möglicherweise hat ein Vogel die Ausschaltung der Leitung verursacht. Blitzeinschlag kann ausgeschlossen werden, da es zu der Zeit keine Gewitter gab“

(Beitragsbild: KGG-Gundremmingen)

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Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen wird am Freitag (21. August) voraussichtlich für einige Stunden vom Netz gehen. Grund sind Wartungsarbeiten am Generator, die nach einer Störung im Höchstspannungsnetz erforderlich geworden sind. 

Am frühen Dienstagmorgen (18. August) kam es zum kurzzeitigen Ausfall einer Höchstspannungsleitung in der Region Günzburg. Als Folge dieses Ereignisses außerhalb des Kraftwerks traten in Block C erhöhte Schwingungen an der Erregermaschine auf, einer auf der Turbinenwelle montierten Komponente des Drehstromgenerators. Daher ist ein Auswuchten der Anlage erforderlich, für das Turbine und Generator von Block C vorübergehend stillgesetzt werden.

Da ausschließlich am nicht-nuklearen Teil der Kraftwerkstechnik gearbeitet wird, bleibt der Reaktor währenddessen mit verringerter Leistung in Betrieb. Nach Abschluss der Arbeiten kann die Turbinenwelle wieder in Betrieb genommen und Block C mit dem Stromnetz verbunden werden.

Quelle: Pressemitteilung des Betreibers

Übersicht: Ungeplante Nichtverfügbarkeiten und Einschränkungen des KKW Grundremmingen.