Die Netzzeit – Wenn 50 Hz aus dem Takt gerät…

Verlauf der Netzzeit (Daten:netfrequenz.info / Visualisierung:blog.stromhaltig)
Verlauf der Netzzeit (Daten:netfrequenz.info / Visualisierung:blog.stromhaltig)
Verlauf der Netzzeit (Daten:netzfrequenz.info / Visualisierung:blog.stromhaltig)

Eigentlich sollte die Frequenz des Stromnetzes immer 50 Hertz betragen. Dieser Richtwert wird allerdings beim Ein- und Ausschalten eines Verbrauchers verändert, denn die Last auf den Generatoren steigt oder fällt und die eingespeiste Energiemenge muss angepasst werden.

Dank Netzfrequenz.info kann man online sehen, wie die aktuelle Frequenz des Stromnetzes ist. Der Autor des Blogs war so freundlich und  hat die Daten für den Monat Juli 2013 zur Verfügung gestellt. In einem öffentlichen Tableau kann die Netzzeit für diesen Zeitraum untersucht werden.

Beträgt der Sollwert 50 Hertz, so könnte man eine Uhr bauen, die lediglich die Wechsel der Polarisierung zählt. Geht die Frequenz nach unten, wird die Uhr nachgehen. Geht die Frequenz nach oben, so wird die Uhr schneller laufen als die reale Zeit. Man nennt dies Netzzeit. Bei Swissgrid kann man eine Momentaufnahme der Abweichung aus Netzzeit und realer Zeit bekommen.

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+EIL – Mit Vorschlag der Monopolkommission zur EEG Reform währen am Freitag die Lichter ausgegangen.

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… oder: am 22. September den Blackout verhindern …

Es ist ein PR-Technischer Clou, den die Bundesregierung zum Beginn des Wahlkampfentspurtes gelandet hat. Eine Komission veröffentlicht ein Sondergutachten, welches genau das bestätigt, was CDU/CSU und FDP nicht mehr nur unter vorgehaltener Hand fordern. Sondergutachten birgt Dringlichkeit wie Sonderrechte im Straßenverkehr. Kommission und Studie verspricht Seriosität und Neutralität eines unabhängigen Expertengremiums. Bereits gestern hatte blog.stromhaltig einen Blick auf die Personen hinter dem Gutachten geworfen.

Am Freitag den 06.09.2013 wäre es dann beinahe zum schlimmsten gekommen, was einer Volkswirtschaft passieren kann, wenn die Vorschläge bereits umgesetzt gewesen währen: Ein Super Blackout in einer Regelzone.

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Auswirkungen des Stromhandels auf die Netze

Verlauf der Netzfrequenz 06.2011 bis 07.2013 - Visualisierung: Netzfrequenz.info
Versorgungssicherheit durch Handel in Gefahr?
Versorgungssicherheit durch Handel in Gefahr?

Für den Handel mit elektrischer Energie gibt es verschiedene Märkte. Durch den Stromhandel wird sichergestellt, dass die jeweiligen Stromanbieter (Kunden) jeweils soviel Strom in  einkaufen, wie ihre Abnehmer (Letztverbraucher) gerade benötigen. Die Anbieter (Verkäufer) sind die Kraftwerke und Stromerzeuger. Handel ist ein kaufmännischer Vorgang, der allerdings eine Auswirkung auf die physikalischen Eigenschaften des Netzes hat. Ein Wechsel der Anlagen die gerade Strom erzeugen sorgt dafür, dass ein Sicherungsmechanismus des Netzbetriebes kurzzeitig aus dem Takt gerät und erst wieder stabilisiert werden muss. Geregelt wird dies über die Netzfrequenz, die regelmäßig an den Stundengrenzen vom Sollwert 50Hz abweicht, wie man aus einer Analyse von Netzfrequenz.info entnehmen kann.

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Mythos Versorgungssicherheit – Ein Blick auf die aktuelle Redispatch-Maßnahmen

Anzahl der Redispatch Maßnahmen nach Tagen
Anzahl der Redispatch Maßnahmen nach Tagen

Ein Sprecher des Chemiekonzerns BASF etwa bestätigt „vermehrte Schwankungen im öffentlichen Netz“. Die Spannungseinbrüche wirkten sich zwar nicht unmittelbar auf die großen Standorte des Unternehmens aus. Diese seien besonders gesichert. Doch es gehe um die ganze Industrie. (Quelle: Wallstreet-Journal)

Eingriffe in das Stromnetz und deren Anzahl wird gerne als Kenngröße verwendet, wenn es darum geht eine Dramatik rund um die Stromwende aufzubauen. Eigentlich sind Eingriffe etwas normales, weder gut noch schlecht. Lediglich die Wirkung der Maßnahme zeugt bringt eine Unterscheidung zwischen guter oder schlechter Netzführung.

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Schwarzstart: Stromausfall – Die Sekunden nach dem Blackout

Simulation Schwarzstartfähigkeit von Stromnetzen
Simulation Schwarzstartfähigkeit von Stromnetzen

Unter Schwarzstartfähigkeit versteht man zunächst die Möglichkeit ein Netzsegment, Verteilnetz oder sogar eine ganze Regelzone nach einem Stromausfall wieder mit Strom zu versorgen. Nur wenn dies sichergestellt ist, können längere Ausfälle vermieden werden. Eigentlich ein Thema des Netzbetriebs, das ansonsten kaum jemanden zu interessieren hat. Eine Herausforderung des Netzumbaus ist aber, dass man die Schwarzstartfähigkeit zwar sicherstellen muss, aber sie eigentlich nicht endgültig beweisen kann. Windenergie, Solarstrom und Wasserkraft dürfen bei der Machbarkeitsüberprüfung nicht vernachlässigt werden. Simulation hilft…

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