Anzahl der Redispatch Maßnahmen nach Tagen
Anzahl der Redispatch Maßnahmen nach Tagen

Ein Sprecher des Chemiekonzerns BASF etwa bestätigt „vermehrte Schwankungen im öffentlichen Netz“. Die Spannungseinbrüche wirkten sich zwar nicht unmittelbar auf die großen Standorte des Unternehmens aus. Diese seien besonders gesichert. Doch es gehe um die ganze Industrie. (Quelle: Wallstreet-Journal)

Eingriffe in das Stromnetz und deren Anzahl wird gerne als Kenngröße verwendet, wenn es darum geht eine Dramatik rund um die Stromwende aufzubauen. Eigentlich sind Eingriffe etwas normales, weder gut noch schlecht. Lediglich die Wirkung der Maßnahme zeugt bringt eine Unterscheidung zwischen guter oder schlechter Netzführung.

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Simulation Schwarzstartfähigkeit von Stromnetzen
Simulation Schwarzstartfähigkeit von Stromnetzen

Unter Schwarzstartfähigkeit versteht man zunächst die Möglichkeit ein Netzsegment, Verteilnetz oder sogar eine ganze Regelzone nach einem Stromausfall wieder mit Strom zu versorgen. Nur wenn dies sichergestellt ist, können längere Ausfälle vermieden werden. Eigentlich ein Thema des Netzbetriebs, das ansonsten kaum jemanden zu interessieren hat. Eine Herausforderung des Netzumbaus ist aber, dass man die Schwarzstartfähigkeit zwar sicherstellen muss, aber sie eigentlich nicht endgültig beweisen kann. Windenergie, Solarstrom und Wasserkraft dürfen bei der Machbarkeitsüberprüfung nicht vernachlässigt werden. Simulation hilft…

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Strom Import/Export - Deutschland 24.01.2013
Strom Import/Export – Deutschland 24.01.2013 (Quelle enstoe.net)

Deutschland erstarrt, Dauerfrost. In den Massenmedien wird von Winterchaos berichtet. PV Anlagen auf den Dächern sind mit Schnee bedeckt und zumindest im Binnenland ist nur moderater Wind zu spüren. Das Stromnetz hält. Obwohl mittlerweile alle Industrieunternehmen aus dem Weihnachtsurlaub zurück sind und die Produktion wieder auf normalen Niveau ist. Unfassbar? Oder doch ein Beweis, dass das Risiko besteht, dass der Umbau der Stromnetze in Deutschland und die Energiewende auch ohne größere Blackouts gelingen könnte?

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black_out
Black - Out
Black – Out

Wer aktuell die Zeitung aufschlägt, oder die verschiedenen Medien online verfolgt, der wird eine wahre Schlacht von Meldungen über einen möglichen Blackout finden. Blackout: Ausfall der Stromversorgung in einem größeren Gebiet durch zu wenig Produktion. Ursächlich für die Wahrscheinlichkeit wird immer die Energiewende angeführt, manchmal aber auch die „German Angst“.

Zwei Meldungen – Ein Tag:

Erst kürzlich hatte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet vor einem Stromausfall im Winter gewarnt. Die Situation habe sich im Vergleich zum Frühjahr nicht entspannt, sagte Tennet-Chef Martin Fuchs… (Quelle: Wallstreetjournal)

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Die Bundesnetzagentur hält es für sehr unwahrscheinlich, dass es in diesem Winter wegen der Energiewende zu Stromausfällen kommt. (Quelle: Zeit)

Auch hier im Blog hatte ich mich in dieser Woche mit dem Thema beschäftigt und bin bei der Analyse der Netzstabilität zu dem Ergebnis gekommen, dass eher das eher finanzielle Interessen die Gefahr von Stromausfällen in einem großen Gebiet steigen lässt. Was wird hier mit „Public Relations“ erzielt?

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Glaubt man einer Meldung der DPA, die unter anderem bei web.de zu lesen ist, so waren wir vor einigen Tagen wieder einmal kurz vor dem Kollaps des Stromnetzes.  Als spekulativer Hintergrund werden hohe Börsenpreise genannt, die dazu führten, dass der Verbrauch „optimiert“ berechnet wurde und in Folge auf Produktionsreserven aus der Regelleistung zurückgegriffen wurde. Wie aus der Meldung hervorgeht, bestand zum Teil über Stunden eine zu geringe Produktion. Bei der Regelleistung des Stromnetzes handelt es sich um Kraftwerke, die sehr schnell hoch oder runter gefahren werden können um unerwartete Verbrauchsspitzen oder plötzliche Ausfälle auszugleichen. Nicht konzipiert ist diese Stromquelle für die Deckung des Grundbedarfs – zu dem es aber scheinbar zwischen dem 6. und dem 9. Februar genutzt wurde.

Eigentlich sollte eine solche „Optimierung“ der Einkaufspreise nicht vorkommen, könnte man annehmen. Es scheint allerdings sehr verlockend zu sein, bei zu hohen Einkaufspreisen den tatsächlichen Verbrauch klein zu rechnen. Es bleibt offen, was passiert, wenn es tatsächlich zu einem Ausfall kommt. Kaum wird man die Marktgesetze dafür verantwortlich machen – eher den Ausstieg aus der Atomenergie, oder unzuverlässige Kapazitäten aus den erneuerbaren Energieträgern.

Schön, dass nicht einmal eine Woche vor dem Beinahe-Zusammenbruch der Stromhändler und Kraftwerksbetreiber „Next“ aus Köln die Erfolgsmeldung veröffentlichte, dass der Zusammenschluss aus von Biogasanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk, zur Deckung der Regelleistung beigetragen hat.

Der Kreis schließt sich, wenn man sich nun überlegt, wer für den Schaden der Stromzockerei eigentlich aufkommt: Der „Otto-Normal-Bürger“. Diesmal allerdings (zum Glück) nicht direkt mit Steuergeldern, sondern durch stickenden Bio-Müll, der in Projekten wie der neuen Bio-Energietonne der AVR-Rhein Neckar gesammelt wird zur Verstromung in einer Biogasanlage.