Kraftwerk Schkopau bei Nacht
Kraftwerk Schkopau bei Nacht
Kraftwerk Schkopau bei Nacht

Steht man auf einem Parkplatz knapp 500 Meter vom Kraftwerk Schkopau entfernt bei Nacht, so bleibt einem fast der Atem stehen. Hoch ragen die Kühltürme in die Luft, die überschüssige Energie, die nicht als Heizwärme oder Strom benötigt werden in den Nachthimmel entlassen. Das Uniper Kraftwerk aus den Mitte 1990er Jahren erinnert an die Prachtbauten die Speer einst in Berlin plante. Kolossal, Mächtig – 450 MW in der Spitze. Das reicht zusammen mit dem benachbarten Kraftwerk  Lippendorf aus, um sieben Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Oder für den richtigen Wums, der von der chemischen Industrie im Umland von Halle benötigt wird.

Man könnte auf dieses Pferd setzen. Zum Beispiel am 05.09.2017 von 07:45 bis  08:45 Uhr, den da musste das Kraftwerk einen Technical Failure melden. Aus 450 MW „Zuverlässiger Stromversorgung für die Chemische Industrie“ wurden 40 MW „Zappelstrom“.

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Fake News, oder knapp neben der Wahrheit. Der Journalismus hat es im Moment wirklich schwer, wie man nicht nur beim Magazin ZAPP (NDR) regelmäßig sehen kann. Nicht nur Trump spielt mit der Interpretation der Faktenlage für mehr Angst beim Bürger.

C. Longin und Maximilian Plück veröffentlichen bei RP-Online  die Storyline zu „Deutsches Stromnetz schrammt am Blackout vorbei“. Zur genannten Zeit – 24. Januar 2017 –  als halb Europa damit beschäftigt ist das Stromnetz in Frankreich zu stützen (blog.stromhaltig berichtete),  nutzt man die Gunst der Stunde, um Lobbyarbeit zu leisten.  Unterstrichen wird damit die Aussage „Vorzeitiges Braunkohle-Aus ist nicht zu verkraften“, die im September 2016 über die gleichen Bediener der Tastatur ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat.

Komisch, was die Netzbetreiber für den Tag melden.

Wer sich durch Zahlen wühlen will und die eigene Story ermitteln will, der sollte mal auf der Transparenz-Plattform der Netzbetreiber schauen: https://transparency.entsoe.eu

black_out

Am kommenden Mittwoch, den 18.01.2017, wird die Energiewirtschaft mit einem Auge nach Frankreich und mit dem anderen auf die Photovoltaik in Deutschland schauen. Wie bereits in den letzten Wochen, sorgen viele aus Sicherheitsgründen heruntergefahren Kernkraftwerke in Frankreich zu einer latenten Unterversorgung, welche den Strompreis ansteigen und dir Importe aus Deutschland maximieren lassen. Zur Mitte der Woche wird es zu deutlich niedrigeren Temperaturen ein West und Zentral-Europa kommen, wodurch  mehr Strom benötigt wird.

Die Quizfrage wird werden, wie die Bilanz in Deutschland zeitgleich aussieht. Klarer Himmel spricht für viel Sonnenstrom, jedoch könnten die Erträge durch die Niederschläge der letzten Tage noch unter den Schätzungen liegen, was das Engpass management nach Frankreich komplexer machen wird.

Am Freitag hatte man sich bereits für das Europäische Verbundnetz einen Plan für den Worstcase zurecht gelegt, wie aus Insiderkreisen bekannt wurde.

wirkleistungsbegrenzung

„Bei Energieload hat Ajaz sich dem Thema Blockchain angenommen. Viele Punkte könnte man kommentieren und aufnehmen, besonders da wir bei Vorträgen zur StromDAO damit immer wieder konfrontiert werden. Ein Punkt ist allerdings ein Dauerbrenner:

Wie kann man gerade in der Energiewirtschaft auf eine Technologie setzen, deren Einnahmequelle aus dem Verbrauch von Elektrizität besteht?

Anders ausgedrückt: Die Miner werden benötigt, um Transaktionen in der Blockchain zu bestätigen dafür benötigen sie Strom. Viel Strom…

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stromluege

Die Kollegen des Mediums „Die Zeit“ haben eine beachtliche Meldung in Umlauf gebracht:

Stromanbieter Tennet erhöht Preise um 80 Prozent

Da bekommt man gleich Mut zum lesen, sucht man doch bei Verivox, Check24 und Co vergeblich nach einem Stromanbieter mit dem Namen „Tennet“. Zum Glück wird bereits im Teaser aufgeklärt, dass es sich um einen Netzbetreiber und  nicht um einen Stromanbieter handelt.  Ein Titel „Netzbetreiber erhöht Preis um 80 Prozent“  hätte aber bestimmt weniger Leser generiert, wo doch die Wort-Kost durchaus Potential für den Kopfschüttler der Woche hat.

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