Energieadvent – Nachgefragt bei der Stromwende

Nachgefraft bei der Stromwende - EPubli - 12,99€
Nachgefragt bei der Stromwende - EPubli - 12,99€
Nachgefragt bei der Stromwende – gedruckt bei EPubli – 12,99€

Das Jahr 2013 neigt sich zum Ende. Allen Leser dieses Blogs wünsche ich geruhsame und erholsame Feiertage sowie einen guten Rutsch in das Jahr 2014! 

Auch in diesem Jahr hat blog.stromhaltig sehr viele Fragen zum Stromnetz, Strommarkt, Stromhandel, Stromerzeugung, dem Verbrauch und vielen Randthemen gestellt und zum Glück auch beantwortet bekommen. An dieser Stelle ein großes Danke an alle Antwortgeber, aber vor allem den Lesern, die durch Kommentare im Blog das eine oder andere mal auch nachgefragt haben.

Ein kleiner Blick hinter die Kulisse eines Umbau der Stromversorgung, der mehr als nur Teilnehmer in Talkrunden braucht, sondern vor allem Vordenker und Macher.

Die geduckte Ausgabe dieses Buches ist im Buchhandel unter der ISBN 978 3844 278 576 bestellbar oder direkt bei ePubli.

23. Dezember 2013 – Energieadvent – Energiewende in den Gebäuden

Antwort von Andreas Kühl - Energieblogger von Energynet
Antwort von Andreas Kühl - Energieblogger von Energynet
Antwort von Andreas Kühl – Energieblogger von Energynet

Steckt die Energiewende steckt in den Gebäuden?

Bei der Energiewende blicken wir immer wieder auf die Gebäude unserer Umgebung. Jede Photovoltaik-Anlage auf einem Dach ist für uns ein weiter Schritt zur Energiewende. Dabei ist das noch lange nicht alles, was an Energiewende in den Gebäuden steckt.

Zuerst denkt man dabei an den Energieverbrauch der Gebäude, der Heizenergieverbrauch trägt immerhin zu ca. 35% zum CO2-Ausstoß bei. Das Potential zur Reduzierung des Heizenergieverbrauches und der Emissionen aus diesem Bereich ist noch immer enorm groß, spielt aber in der Energiewende nur eine Nebenrolle. Auch hier möchte ich nicht weiter darauf eingehen und beim Strom bleiben, denn da können Gebäude auch noch eine große Rolle spielen.

Längst steht die Photovoltaik-Anlage nicht mehr für ein teures Hobby. Mit der PV-Anlage auf dem Dach können die Stromkosten, auch ohne Speicher, verringert werden. Das gilt nicht nur für Eigenheimbesitzer, auch Mieter in Mehrfamilienhäusern können davon profitieren. Dies geht am einfachsten durch die Nutzung des Solarstroms für die Gemeinschaftsanlagen, wie Aufzug, Treppenhausbeleuchtung, Kellerbeleuchtung, etc.

Der nächste Schritt im Mehrfamilienhaus ist der Verkauf des Stroms vom Dach an die Mieter in Zusammenarbeit mit einem Energieversorger, der die Lücken mit Strom aus dem Netz abdeckt. Für die Vermieter ist dies eine gute Gelegenheit Mieter mit günstigem Strom an sich zu binden und Energieversorger können damit ihre Innovationskraft zeigen. Erste Projekte der Art werden in 2014 umgesetzt von Lichtblick, bzw. Toshiba, in Verbindung mit großen Wohnungsgesellschaften.

Das ist aber erst der Anfang der Energiewende im Gebäude. Mit einem lokalen Energiemanagement und einem Batteriespeicher kann das Optimum aus der eigenen Stromversorgung herausgeholt werden, vielleicht sogar bis hin zur Selbstversorgung.

Der nächste Schritt nach der Stromversorgung wäre dann die oben bereits angesprochene Wärmeversorgung von Gebäuden. Hier kann die Wärmepumpe eine wichtige Funktion einnehmen, beispielweise mit dem Strom vom Dach. Das Energiemanagement kann zum Beispiel entscheiden, ob der nicht nutzbare Strom der Photovoltaikanlage in einer Batterie gespeichert wird oder über eine Wärmepumpe einen thermischen Pufferspeicher erwärmt für das Brauchwasser oder gar für die Heizung wenn vorher der Bedarf minimiert wurde.

Die Chancen der Energiewende stecken eben in Gebäuden.

22. Dezember 2013 – Energieadvent – Stadtwerke bei der Stromwende

Antwort von Dr. phil. Nadja Thomas - Trianel GmbH
Antwort von Dr. phil. Nadja Thomas - Trianel GmbH
Antwort von Dr. phil. Nadja Thomas – Trianel GmbH

Sind die Stadtwerke die Gewinner oder Verlierer der Stromwende?

Die Energiewende ist ein Generationenprojekt. Darum ist es auch zu früh, schon heute ein Urteil über Erfolg und Misserfolg zu fällen. Wenn die Energiewende gelingt, werden am Ende alle davon profitieren.

 Stadtwerke haben die Energiewende von Anfang an als Chance für sich begriffen, ohne die Risiken für sich und ihre Geschäftsmodelle aus den Augen zu verlieren. Ohne Zweifel verändert die Energiewende die Anforderungen und Erwartungen an Stadtwerke. Angesichts des zunehmenden Margendrucks im Endkundenvertrieb, geringerer Absätze durch mehr Energieeffizienz und durch die Regulierung müssen sich Stadtwerke neu erfinden. Die Kompensation dieser Absatz- und Margenverluste wird langfristig nur durch den Auf- und Ausbau neuer Geschäftsfelder gelingen.

 Stadtwerke sind traditionell eng mit Energiethemen verbunden. Darum haben sie eine hervorragende Ausgangssituation, um sich bei ihren Kunden immer mehr als Energiedienstleister zu profilieren. Hier können Stadtwerke punkten, in dem sie die Ansprüche ihrer Kunden an eine moderne und umweltfreundliche Energieversorgung bedienen. Mit Smart Metering, Dezentraler Erzeugung, Elektromobilität und Energieeffizienz zeigen sich schon heute Themenfelder, mit denen Stadtwerke sich neu aufstellen und auf gesellschaftliche Entwicklungen wie den Prosumer reagieren können.

 Durch die Energiewende werden die Prozesse des gesamten Energiemarktes von der Erzeugung über Handel und Beschaffung bis hin zum Endkundenverhalten transformiert. Dabei erhöht sich deutlich die Komplexität und Vielseitigkeit der Themen. Die Bewältigung der Themen wird dabei für viele Stadtwerke effizienter und leichter in Kooperationen zu lösen sein. Gewinnen werden die Energiewende am Ende die Energieversorger, die die Anforderungen eines sich verändernden Marktes erkennen und die Bedürfnisse ihrer Kunden antizipieren.

21. Dezember 2013 – Energieadvent – Energetische Sanierung noch zeitgemäß?

Antwort von Stephan Günther - Energieheld
Antwort von Stephan Günther - Energieheld
Antwort von Stephan Günther – Energieheld

Die Heizölpreise sind im Keller. Schwindet das Interesse an der energetischen Sanierung von Immobilien?

Leider saniert kaum jemand in Deutschland rein aus ökologischen Gründen sein Haus. Dies liegt aber natürlich auch daran, dass dies für die meisten Besitzer finanziell einfach nicht zu stemmen wäre. Eine neue Heizungsanlage oder die Installation von unterstützenden Solaranlagen sind schließlich Sanierungs-Maßnahmen die mehrere tausend Euro kosten. Der Heizölpreis lag 2013 tatsächlich niedriger als noch 2012. Es handelt sich um einen Preisunterschied von einem halben Cent pro Liter Heizöl. Von 87 Cent/l im Vorjahr (Dezember 2012), sanken die Ölpreise auf nun 82 Cent im aktuellen Dezember 2013.

Durch die sinkenden Preise werden sicherlich einige Besitzer auch weiterhin eher bei Ihrer bestehenden Heizungsanlage bleiben. Dennoch kann sich aus wirtschaftlicher Sicht ein Umstieg von Heizöl (8,2 Cent/kWh) auf etwas umweltfreundlichere Brennstoffe, wie Erdgas (6,5 Cent / kWh) oder Pellets (5,5 Cent / kWh) oder Erdwärme aus einer Wärmepumpe (7 Cent / kWh => bei einer Jahresarbeitszahl von 3 und einem Wärmepumpentarif mit 21 Cent / kWh) lohnen. Hierfür sind jedoch auch oftmals hohe Investitionskosten notwendig. Wir telefonieren täglich mit Sanierungsinteressierten, welche ein hohes Interesse an unabhängiger Beratung aufweisen. Die Ungewissheit was sich wirklich lohnt ist in der Bevölkerung relativ groß. Es muss im Einzelfall geschaut werden, was ökologisch und ökonomisch am sinnvollsten ist.

Sollte der Wechsel des Energieträgers bzw. der Heizungsart, aus welchen Gründen auch immer, nicht möglich oder sinnvoll sein, so können auch durch die Erneuerung und Optimierung der Anlage eine Menge Energie eingespart werden. Das schont nicht nur die Brieftasche sondern auch die Umwelt. Denn letztendlich tragen wir alle einen Teil zur gewollten Energiewende bei.

Eine weitere Frage:

Ist die Sanierung noch der Grund für den Bezug von Förderungen? Oder die Förderung eher Grund für die Sanierung?

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