strompreis2014Nach Berechnung von Prof. Dr. Volker Quaschning könnte die Zahlung einer Abgabe (Umlage) der Stromerzeuger auf selbst genutzten Strom im Jahr etwa 50€ je Haushalt einsparen. Der unter dem Begriff „Energie-Soli“ bekannt gewordene Vorschlag der Bundesregierung sieht eine Beteiligung aller Stromerzeuger an der EEG-Umlage vor, die über einer Bagatellgrenze von 10 KW liegen. Ausgeschlossen sind damit lediglich Stromerzeuger, die rein für den Haushaltsstrom eine PV-Anlage betreiben.

Eingeschlossen sind dagegen bereits Anlagen von Mehrfamilienhäuser, oder Einfamilienhäuser mit zusätzlichem Strombedarf für Wärmepumpen. Ebenfalls eingeschlossen sind Kraftwerke für Unternehmen, Mikro-KWK Anlagen – bis zum Atomkraftwerk. Gerade bei letzteren wird häufig ein Betrag von 10%-20% des erzeugten Stroms für den Betrieb selbst genutzt.

Im Klartext bedeutet dies, dass die Markt-Einstiegskosten von Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke um einiges ansteigen dürften. Langfristig mag dies zu einer Vergünstigung der Privat-Kundentarife führen. Kurzfristig kann es allerdings zu einem starken nach oben Preissprung kommen, da die Erzeuger die Kosten wohl an die Verbraucher weitergeben werden.

Gewinner könnte die Windkraft sein, denn hier ist bislang die Eigennutzung noch recht wenig verbreitet.

Ein turbulentes Jahr liegt hinter der Photovoltaikbranche. Mit einem rund 55 Prozent geringerem Zubau an PV-Leistung als 2012 erscheint das Jahr 2013 auf den ersten Blick als ein beispielloser Branchencrash. Ein genauerer Blick lässt jedoch erkennen, dass dieser Einbruch hauptsächlich dem Großanlagensegment geschuldet ist. Denn das Interesse an der Neuinstallation von Photovoltaikanlagen hat gerade im privaten Bereich über das Jahr gesehen deutlich zugenommen. Dabei scheint es einen Paradigmenwechsel weg von der reinen PV-Anlage als Renditeobjekt hin zum Willen, Photovoltaik als umweltfreundliche und unabhängige Unterstützung der eigenen Hausstromversorgung einsetzen zu wollen.

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„Rollenspiel im Strompoker – der ideale Mix der Zukunft“

MPS Energie Gespräch über den lokalen Strommix

energiewirtschaft_thorsten_zoerner-233x300Gerade bei Wind und Solar wird auf der politischen Bühne gerne über Beschleunigung oder Bremsen gesprochen. Letztendlich soll der Erzeugungsmix der Zukunft ideal durch die Erneuerbaren abgedeckt werden. Am einfachsten gelingt dies, indem man den einzelnen Quellen eine Rolle zuweist und gemeinsam eine verlässliche Versorgung sicherstellt. Die Realität sieht leider anders aus. Die erneuerbaren konkurrieren mit den atomaren und fossilen Energieträgern.

Die Verbrauchsspitze in den Mittagsstunden macht ca. 50% des täglichen Strombedarfs aus – wenn im Jahre 2013 der Anteil von PV Strom in Mosbach lediglich ~3% an Sonnenenergie enthält, wird klar, welcher Ausbau eigentlich noch notwendig ist. Zusammen mit der Windkraft (ca. 2% in 2013) reicht der aktuelle Stand nicht einmal aus, die Kernkraft (~12%) im lokalen Mix zu ersetzen (http://mix.stromhaltig.de/mosbach.html). Am Beispiel von Mosbach wird gezeigt, wie eine lokale Bestandsaufnahme ermittelt wird und wie Impulse für ein nachhaltiges Gelingen der Stromwende gesetzt werden können.

Thorsten Zoerner ist Energieblogger (www.energieblogger.net). Zusammen mit 18 anderen Energiebloggern füllt er mit Argumenten, Fakten und Beispielen aus der Praxis die Energiewende mit Leben. 100% Erneuerbare Energien sind das Ziel. Christine Denz, die 2. Vorsitzende von MetropolSolar Rhein-Neckar e.V., lädt zu diesem MPS Energie Gespräch ein.

Es findet am Mittwoch, den 22. Januar, ab 19 Uhr im Hotel „Lamm“ in Mosbach statt.

Nachgefragt bei der Stromwende - EPubli - 12,99€
Nachgefragt bei der Stromwende – gedruckt bei EPubli – 12,99€

Das Jahr 2013 neigt sich zum Ende. Allen Leser dieses Blogs wünsche ich geruhsame und erholsame Feiertage sowie einen guten Rutsch in das Jahr 2014! 

Auch in diesem Jahr hat blog.stromhaltig sehr viele Fragen zum Stromnetz, Strommarkt, Stromhandel, Stromerzeugung, dem Verbrauch und vielen Randthemen gestellt und zum Glück auch beantwortet bekommen. An dieser Stelle ein großes Danke an alle Antwortgeber, aber vor allem den Lesern, die durch Kommentare im Blog das eine oder andere mal auch nachgefragt haben.

Ein kleiner Blick hinter die Kulisse eines Umbau der Stromversorgung, der mehr als nur Teilnehmer in Talkrunden braucht, sondern vor allem Vordenker und Macher.

Die geduckte Ausgabe dieses Buches ist im Buchhandel unter der ISBN 978 3844 278 576 bestellbar oder direkt bei ePubli.

Antwort von Andreas Kühl - Energieblogger von Energynet
Antwort von Andreas Kühl – Energieblogger von Energynet

Steckt die Energiewende steckt in den Gebäuden?

Bei der Energiewende blicken wir immer wieder auf die Gebäude unserer Umgebung. Jede Photovoltaik-Anlage auf einem Dach ist für uns ein weiter Schritt zur Energiewende. Dabei ist das noch lange nicht alles, was an Energiewende in den Gebäuden steckt.

Zuerst denkt man dabei an den Energieverbrauch der Gebäude, der Heizenergieverbrauch trägt immerhin zu ca. 35% zum CO2-Ausstoß bei. Das Potential zur Reduzierung des Heizenergieverbrauches und der Emissionen aus diesem Bereich ist noch immer enorm groß, spielt aber in der Energiewende nur eine Nebenrolle. Auch hier möchte ich nicht weiter darauf eingehen und beim Strom bleiben, denn da können Gebäude auch noch eine große Rolle spielen.

Längst steht die Photovoltaik-Anlage nicht mehr für ein teures Hobby. Mit der PV-Anlage auf dem Dach können die Stromkosten, auch ohne Speicher, verringert werden. Das gilt nicht nur für Eigenheimbesitzer, auch Mieter in Mehrfamilienhäusern können davon profitieren. Dies geht am einfachsten durch die Nutzung des Solarstroms für die Gemeinschaftsanlagen, wie Aufzug, Treppenhausbeleuchtung, Kellerbeleuchtung, etc.

Der nächste Schritt im Mehrfamilienhaus ist der Verkauf des Stroms vom Dach an die Mieter in Zusammenarbeit mit einem Energieversorger, der die Lücken mit Strom aus dem Netz abdeckt. Für die Vermieter ist dies eine gute Gelegenheit Mieter mit günstigem Strom an sich zu binden und Energieversorger können damit ihre Innovationskraft zeigen. Erste Projekte der Art werden in 2014 umgesetzt von Lichtblick, bzw. Toshiba, in Verbindung mit großen Wohnungsgesellschaften.

Das ist aber erst der Anfang der Energiewende im Gebäude. Mit einem lokalen Energiemanagement und einem Batteriespeicher kann das Optimum aus der eigenen Stromversorgung herausgeholt werden, vielleicht sogar bis hin zur Selbstversorgung.

Der nächste Schritt nach der Stromversorgung wäre dann die oben bereits angesprochene Wärmeversorgung von Gebäuden. Hier kann die Wärmepumpe eine wichtige Funktion einnehmen, beispielweise mit dem Strom vom Dach. Das Energiemanagement kann zum Beispiel entscheiden, ob der nicht nutzbare Strom der Photovoltaikanlage in einer Batterie gespeichert wird oder über eine Wärmepumpe einen thermischen Pufferspeicher erwärmt für das Brauchwasser oder gar für die Heizung wenn vorher der Bedarf minimiert wurde.

Die Chancen der Energiewende stecken eben in Gebäuden.