Anlagenscharfe Bilanzierung – die kostenlose Kilowattstunde!

Der Titel mag gerade für regelmäßige Besucher von Vergleichsportalen für Stromtarife absurd klingen. Wie soll das denn funktionieren? Ein Arbeitspreis von 0 ct. pro Kilowattstunde würde den bisher bestehenden Preiskampf der klassischen Stromanbieter ja völlig ad absurdum führen, ihn überflüssig machen. Denn günstiger als 0 ct. kann der Strom nicht werden. Doch was auf den ersten Blick wie reine Spinnerei klingt lässt sich nicht nur schlüssig erklären, sondern zeigt einmal mehr den realen Nutzen der Digitalisierung in der Energiewirtschaft.

Stromtarife auf Kilowattstundenbasis

Klassischerweise beinhalten Stromtarife einen Grund- und einen Arbeitspreis. Ersterer ist verbrauchsunabhängig, d.h. er fällt auch an wenn Sie gerade im Urlaub sind und kein Strom verbraucht wird. Der Arbeitspreis wird Kilowattstundenscharf berechnet. Soweit so gut. Nun eine Frage an Sie: wissen Sie aus welchen Erzeugungsanlagen der Strom für Ihren morgendlichen Kaffee kommt? Wahrscheinlich nicht. Doch selbst wenn Sie es wüssten und diese Information sogar Ihrem Stromversorger mitteilen hätten Sie davon keinen monetären Mehrwert.

Lassen wir uns deshalb auf ein Gedankenspiel ein: nehmen wir an Sie wüssten welche Anlage Ihren Strom erzeugt und diese Anlage wiederum wüsste, dass Sie der Konsument des Stroms sind. Weiterhin ließe sich ohne großen Aufwand nachvollziehen ob Ihr Verbrauch und die Erzeugung zeitsynchron stattgefunden haben. Und nun stellen wir noch die Frage wie ein Stromversorger aus den eben getroffenen Annahmen einen Arbeitspreis von 0 ct. realisieren kann.

Anlagenscharfe Bilanzierung mit der Konsensmaschine Blockchain

Die Blockchain lässt das Gedankenspiel schon heute Wirklichkeit werden. Mit ihrer Hilfe lässt sich darstellen, dass während einer gewissen Zeitspanne Strom erzeugt und verbraucht wurden – und das Anlagenscharf.

Sowohl die Einspeisung als auch der Verbrauch des Stroms werden in der Blockchain nachgehalten – somit lässt sich auf einen Blick erkennen, ob ein Kunde gerade Strom verbraucht oder nicht. Es wird ein Konsens über die Zeitgleichheit von Erzeugung und Verbrauch geschaffen. Doch noch steht das Rätsel des kostenlosen Arbeitspreises im Rahmen.

Stromtarife im Hybridstrommarkt

Ein Eigenheimbesitzer mit seiner Solaranlage auf dem Dach kennt zumeist seinen Strombedarf recht genau. Und er kennt auch die Zeiten in welchen seine PV-Anlage Strom erzeugt. Um Geld zu sparen wird er oder sie ganz intuitiv versuchen dann möglichst viel Strom zu verbrauchen, wenn er auf der Anlage kommt. Denn hier ist der Arbeitspreis null. Alleine die Investitionskosten für die Anschaffung der Anlage müssen auf die Kilowattstunde umgelegt werden. Nach Erreichen des Returns on Investment entfällt auch diese Umlage und der Arbeitspreis ist tatsächlich null.

Was aber hat eine einzelne PV-Anlage mit dem großen Strommarkt zu tun? Nun der Hausbesitzer hat die PV Anlage gekauft – und damit quasi einen 100% Besitzschein erworben. Bei Eheleuten könnte man sich durchaus vorstellen, dass die PV-Investition geteilt wird – jeder also einen 50% Besitzschein hat. Die Einsparung welche durch den möglichst maximierten Eigenstromverbrauch und damit einen geringeren Bezug von Strom aus dem öffentlichen Stromnetz erzielt werden kann wird ebenfalls zu 50% dem Ehemann und 50% der Ehefrau zugerechnet.

Ersetzt man das Ehepaar durch Millionen von Stromkunden die Anteile an Anlagen erwerben anstatt Strom zu kaufen und das obwohl Sie weder eigene Häuser noch Platz für die Installation von PV Anlagen haben dann ist auch ein Arbeitspreis von 0 ct. pro Kilowattstunde realisierbar. Denn durch die anlagenscharfe Bilanzierung der Einspeisung und des Verbrauchs und den Besitzschein des Verbrauchers lässt sich nachweisen, dass bspw. von 11.00 Uhr bis 12.00 Uhr vormittags Strom von Kunde A verbraucht und zeitgleich PV-Anlage 1 Strom erzeugt hat. Hält nun Kunde A einen Anteil so konsumiert er gerade den Strom für den er schon bezahlt hat. Es müssen also lediglich Netzentgelte, Umlagen und sonstige Gebühren gezahlt werden – der Arbeitspreis ist 0. Und das macht mich als Schwaben besondern glücklich 😉

Elektroauto-Prämie – BaFA Chef schlägt Umwidmung vor

Nachdem nur ein geringer Teil des Fördertopfs für die E-Mobilität ausgenutzt wurde macht der zuständige Chef Obersteller des Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle den Vorschlag einer Umwidmung. Stromhaltig erlaubt sich, den Vorschlag aufzugreifen und auch den Bürgern zugänglich zu machen. Eine direkte Förderung der Netzdienlichkeit beim Laden mit Autostrom würde viel bringen.

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Wind und Sonnenstrom – Wo steht Deutschland im europäischen Vergleich?

In den letzten Jahren wurde viel am Regelwerk hinter der Energiewende in Deutschland gebastelt. Kaum etwas hat dazu geführt, dass es wieder schneller geht. Der nächste große Schlag soll das  EEG 3.0 werden, welches bis 2017 kommen soll (Details bei EnWiPo). Zeit sich die bisherigen Ergebnisse des Ausbau von Sonnenenergie und Windkraft im europäischen Kontext anzusehen.

Die ENTSOe hat unlängst ihren Abschlußbericht für das Jahr 2014  vorgestellt. Darin enthalten einige sehenswerte Grafiken zum Status-Quo. Der einzige Erfinder der Energiewende gerät schon hier ins Hintertreffen…


Anteil Windstrom an der Erzeugung
Anteil Windstrom an der Erzeugung (Quelle: ENTSOe)
Zubau Windkraft im Jahre 2014
Zubau Windkraft im Jahre 2014 (Quelle: ENTSOe)
Anteil Sonnenstrom an der Erzeugung 2014
Anteil Sonnenstrom an der Erzeugung 2014 (Quelle: ENTSOe)
Zubau Photovoltaik 2014 in Europa
Zubau Photovoltaik 2014 in Europa (Quelle: ENTSOe)
Anteil des Stroms aus Erneuerbaren Energieträgern 2014
Anteil des Stroms aus Erneuerbaren Energieträgern 2014 (Quelle: ENTSOe)
Entwicklung des Stromverbrauchs 2014 in Europa
Entwicklung des Stromverbrauchs 2014 in Europa (Quelle: ENTSOe)
Anteil des Stroms aus fossilen Energieträgern 2014
Anteil des Stroms aus fossilen Energieträgern 2014 (Quelle ENTSOe)
Veränderung des Anteils von Strom aus fossilen Quellen 2014
Veränderung des Anteils von Strom aus fossilen Quellen 2014 (Quelle: ENTSOe)