Über Thorsten Zoerner

Gründungsmitglied der Energieblogger mit Spezialisierung auf Stromhandel und Netze. Ziel ist es die Daten sprechen zu lassen und das Echo in Politik, Verbände und Industrie zu reflektieren.
Karte - Unternehmen mit EEG Privileg 2015

Warum noch mal kann ich meinen Strom nicht mit meinem Nachbarn tauschen? Physikalisch passiert dies ja bereits ganz gut, nur im realen Stromhandel leider nicht. Das größte Problem ist, dass das man zwar alles machen kann, es aber nicht kommunizieren kann. Anders ausgedrückt, selbst wenn mir der Nachbar einige Cent für den Strom geben sollte, müsste er diesen noch einmal bei seinem Versorger bezahlen, denn dieser wird mit ihm die Strommenge abrechnen, die der Zähler anzeigt. Also auch die Strommenge, die aus der Nachbarschaft stammt.

„Mit der MSCONS ist u. a. ein diskriminierungsfreies Energie-Daten-Management (EDM) möglich“ – steht auf der Wikipedia Seite für die Marktkommunikation. Die Marktkommunikation ist verantwortlich, dass aus Zählerständen letztendlich Euro-Beträge auf der Rechnung des Kunden werden.

Die Blockchaintechnologie hat das Potential den Zugang zur Marktkommunikation tatsächlich frei von Diskriminierung zu gestalten. Der Showcase des MSCONS Moduls der STROMDAO zeigt, wie jeder (der es will) frei von Diskriminierung und Zugangshürden auch mit der gewachsenen Handelswelt des BDEW kommunizieren kann.  Der Strom kann mit dem Nachbarn getauscht werden, weil man es jetzt auch kommunizieren kann.

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Fake News, oder knapp neben der Wahrheit. Der Journalismus hat es im Moment wirklich schwer, wie man nicht nur beim Magazin ZAPP (NDR) regelmäßig sehen kann. Nicht nur Trump spielt mit der Interpretation der Faktenlage für mehr Angst beim Bürger.

C. Longin und Maximilian Plück veröffentlichen bei RP-Online  die Storyline zu „Deutsches Stromnetz schrammt am Blackout vorbei“. Zur genannten Zeit – 24. Januar 2017 –  als halb Europa damit beschäftigt ist das Stromnetz in Frankreich zu stützen (blog.stromhaltig berichtete),  nutzt man die Gunst der Stunde, um Lobbyarbeit zu leisten.  Unterstrichen wird damit die Aussage „Vorzeitiges Braunkohle-Aus ist nicht zu verkraften“, die im September 2016 über die gleichen Bediener der Tastatur ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat.

Komisch, was die Netzbetreiber für den Tag melden.

Wer sich durch Zahlen wühlen will und die eigene Story ermitteln will, der sollte mal auf der Transparenz-Plattform der Netzbetreiber schauen: https://transparency.entsoe.eu

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 In dieser Woche findet in der Wiener Hofburg das Event Horizon statt, welches den Einsatz der Blockchain Technologie in der Energiewelt betrachten wird. Mit einer bewusst globalen Ausrichtung nimmt man sich bereits in der Ankündigung die Freiheit, dass lokale bzw. regionale Probleme bewusst nicht adressiert werden müssen. Frei nach dem Motto, wenn eine Idee in Deutschland nicht funktioniert, dann bringt sie in Ruanda vielleicht einen Nutzen.

Einer der Probleme, die gerne über die Blockchain gelöst werden würden, ist der Einsatz dieser Technologie im Netzbetrieb. Wobei die Vorzeichen gerade in diesem Teilsegment sehr schlecht stehen. Geringe Anzahl von Transaktionen erlauben es nicht, dass man auf die Sekunde genau jeden beliebigen Knoten im Netz abbilden kann. Eine verteilte Ablage einer Datenbank mit Transaktionen (was eine Blockchain nun mal ist), bringt keinen Nutzen- nur Kosten – für die Netzbetreiber. Kann man bei einer zentralen Ablage von Steuerrungsbedingungen den Zugriff wie Fort Knox schützen, so muss man spätestens „dezentral“ ein echtes IT-Problem lösen.

Bei der StromDAO hatten wir uns wegen fehlender Relevanz entschieden den Kongress  nicht zu besuchen. Zu gering ist der Nutzen im Kontext von Deutschland/Österreich, wo unsere strategisches Zentrum liegt und wir die Blockchain sehr aktiv als Lösung für Probleme einsetzen können. Das Stromkonto ist da nur eine Beispiel…

Abseits von Stromhandel, tuen wir uns allerdings auch etwas schwer die Szenarien auf die Straße zu bringen. Wohin geht die Reise?

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Das Stromkonto der StromDAO ermöglicht den Benutzern einen guten Überblick, über die entstehenden Stromkosten. So kann verhindert werden, dass es kurz vor der Bezahlung der Stromrechnung zu einem gewaltigen Schreck, über eine unerwartet hohe Summe kommt. Vor allem die Transparenz schätzen die Kunden an dieser Art der Kostenverwaltung. Außerdem erfolgt eine sehr übersichtliche Gegenüberstellung, zwischen den Abschlagzahlungen und dem Verbrauch des Kunden. Damit bleiben Preiserhöhungen nicht unentdeckt.  

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2016-12-27 18.00.16

Rückfahrt vom Fachkongress „Neue Geschäftsfelder“ der Energieforen in Leipzig. Von der Dachterrasse kann man den „Uni-Riesen“ erkennen, der auch die Strombörse EEX beheimatet.  Beim Kongress wurde viel über Lokale und Kommunale Produkte sinniert, über Versorger und ihren Weg durch das Fahrwasser der Digitalisierung. Jetzt auf der Rückfahrt sitzt ein Bekannter aus einer ganz anderen Branche neben mir und will wissen, was in der Energiewelt eigentlich so abläuft.  Irgendwann kommt das Gespräch auf Ökostrom, den er für sein Haus bezieht – und auf seine ganz persönlichen Beweggründe.

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