Energiewirte und das EEG-Ende

Im Rahmen des Energie-Cluster der Smart-Service-Welt II wurde in der vergangenen Woche viel über Geschäftsmodell-Entwicklung diskutiert und schnell war das dominante Thema: Wer bietet welches Modell nach dem Auslaufen der EEG-Umlage an? Fakt ist, es wird wohl nicht mehr das 20 Jahre-Sorgenfrei Paket von Papa-Staat geben, sondern individuelle Vorsorge in Eigenregie ist gefragt. Wenn wir als Energieversorger heute beginnen auf die Energiewirte aus den 200Xer Jahren zu hören, dann ist es für die Schaffung einer Standard-Lösung noch nicht zu spät!

Mit der Einführung der EEG-Umlage hatte man von Oben nach Unten ein Verfahren zur Abrechnung von Strom aus wetterfühligen Anlagen geschaffen. Die Komplexitäten, die sich entlang der Wertschöpfungskette versammelt haben, wurden hinter einem einfachen Einspeisevertrag mit dem Netzbetreiber subsumiert. Welche von den mittlerweile vorhandenen Lösungen aus der Privatwirtschaft sich letztendlich durchsetzen wird, sie wird immer komplexer und anders sein, als das, was der gemeine Energiewirt mit der EEG-Umlage gewohnt gewesen ist.

Von den technischen Fragestellungen bei der Projektierung, wie die Wahl des Wechselrichters oder eines Modulherstellers, müssen Lösungen wie sie im Corrently-Ökosystem entstanden sind ein Produkt verkaufen können für Stromkunden, jedoch den Vertrag mit dem Anlagenbetreiber machen. Es muss eine Story aufgebaut werden, die zwar dem Marketing-Menschen freut, jedoch beim Ingenieur nur auf Kopfschütteln stößt.

Die Bundesregierung hat den Wählerauftrag in den letzten Jahren scheinbar so verstanden, dass der Wunsch im Lande besteht, das Geschäftsmodelldiktat aufzugeben und dafür ein technisches Diktat herbeizuführen. Der Smart-Meter Roll-Out und seine Vorgaben sind ein Indiz für das neue technische Diktat. Das Auslaufen der EEG-Umlage ohne eine Nachfolgeregelung ist Beweis genug, dass man den Markt nicht mehr länger vorschreiben will.

Der Energiewirt, der auf seinem Hofe vielleicht eine PV-Anlage stehen hat, steht nun vor dem Dilemma, dass die Vertrauten von damals nun keine Lösung für seine aktuellen Probleme liefern können. Schlimmer, sie treten nun als Wegelagerer auf, die einen schnellen Euro mit dem Umbau auf Eigenstromnutzung verdienen wollen und auch mal gerne vergessen, dass es mit dem Einbau eines Speichers nicht getan ist. Weil sich die Normen für einen Stromanschluss geändert haben, müssen neue Sicherungen verbaut und die ganze Verkabelung geändert werden. 3000 Euro, die erst ganz spät im Gespräch dem Lösung suchenden Energiewirt mitgeteilt werden.

Zurück zum Treffen in Hannover in der vergangenen Woche. Schaut man sich das Beitragsbild genauer an, dann steht in der Mitte eine Komponente, der die Rolle des Vermittlers der Welten, des Bindeglieds bereitstellt. Richtig, es ist die Rede von der Blockchain, wie sie von der STROMDAO mit der Energychain seit 2017 gelebt wird. Schaut man genauer hinter die Kulissen dieser Technologie und der Umsetzung von Vertrauen, Steuerung und Regelung, dann erkennt man, dass hier die Orchestrationsaufgabe nicht mehr einer gewählten Legislative, sondern einer autonomen Judikative übertragen wird.

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