P2P Stromhandel kann nicht funktionieren, aber 1

P2P Stromhandel kann nicht funktionieren, aber

Der Stromhandel zwischen kleinen Erzeugern und kleinen Verbrauchern wird niemals funktionieren. Was funktionieren kann, sind sogenannte Communitys, die sich organisieren und dann einen Bilanzkreis bilden, der ein Innerhalb und ein Außerhalb voneinander abgrenzen.

Wenn der falsche Intermediär ins Gras beißt

Was wie der Traum vieler Berater und Versuchslabore der Energiewelt klingt, ist an vielen Stellen der Versuch einen Intermediär auszuschalten, der eigentlich einen Unterstützt und nicht schadet. Gemeint ist der Netzbetreiber, der in seinem Bilanzkreis die Erzeugung und Verbrauch versucht zu einem zusammenzufassen und die Gemeinschaft der Anschlüsse in seinem Gebiet als Einheit zu optimieren. Man kann vieles über die Netzbetreiber in Deutschland und Österreich sagen, aber die Funktion den Bilanzkreis gut zu bewirtschaften übernehmen sie ohne sehr gut. Ja, man könnte kosten sparen, wenn man das Risiko der Netzbetreiber zum Beispiel mit einem Versicherungsmodell zur Bepreisung abfedert.

Wenn Nachbarn miteinander zocken (wollen)?

Es ist kaum davon auszugehen, dass Nachbarn gegenseitig einen Handelsvertrag machen wollen. Viel mehr machen dies Rechner automatisch über sogenannte Smart-Contracts. Was aber bei einem Fehler? Wer haftet und wofür?

Missing Money Problem, oder der Schrecken der Extrema?

Ein echter freier P2P Handel bedeutet, dass man auch Extrema zulassen muss. Die Welle von Beratern surft aktuell aber auf dem Irrglauben, dass man P2P Handel in einem kleinen Segment (ein Netz) einführt und dann das restliche – unendlich große – Netz darum, dafür sorgt, dass es keine Extrema gibt.

Gerade im P2P Umfeld sollte man bedenken, dass alle PV Anlagen zur gleichen Zeit mit der Nacht rechnen müssen; dass die meisten PV-Speicher zur gleichen Zeit leer werden und die Wärmepumpen auch alle recht zeitgleich auf den Wintereinbruch reagieren.

Zwei Parteien handeln miteinander, das ist die kleinste Form des Marktes. Stabile Preise gibt es aber nur, wenn der Markt sehr groß ist. Schön beobachten kann man dies an der Historie der Strombörse, die ausgehend von einer nationalen Börse mittlerweile über die Price Coupling Regions ganz Europa abdeckt.

Gemeinschaften: Ja!

Was es aber durchaus geben kann, sind Gemeinschaften, die aus Verbrauchern und Erzeugern gemeinsam einen Bilanzkreis organisieren und so am Markt mit einer signifikanten Größe als Aggregation auftreten können. Mal als großer Erzeuger – mal als großer Verbraucher.

Den Fehler, den eine solche Gemeinschaft nicht machen sollte, ist einen Handel im Inneren zu organisieren. Preismodelle wie Mitgliedschaftsgebühren oder Aboverträge sind hier viel ratsamer.

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