Am 15.04.2019 hat in Heidelberg das Kickoff-Meeting zum Projekt ‚Zeitvariabler Stromtarif mittels GrünstromIndex‘ stattgefunden, an dem die STROMDAO GmbH, badenIT, die Stadtwerke Tübingen sowie die Stadtwerke Eberbach unter Koordination von Fraunhofer IAO teilnehmen. Das Ziel der Veranstaltung war hierbei, für eine cloudbasierte Integration des dynamisch anpassbaren Stromtarifs innerhalb der vorhandenen Angebots- und Organisationsstrukturen der Stadtwerke in Eberbach und Tübingen zu sorgen. Auf dieser Grundlage möchten die Partner die erforderliche Energiewende möglichst nachhaltig vorantreiben und dem Kunden gleichzeitig ein flexibles, innovatives und dynamisches Preisregulierungssystem bieten.

So funktionieren dynamische Strompreise

Gesetzlich sind Energieerzeuger dazu verpflichtet, dynamische Strompreise anzubieten. Bei der STROMDAO wird für diese Abbildung der regionale GrünstromIndex verwendet. Dieser kann anhand der lokalen Prognose den Strommix für die kommenden 24 bis 36 Stunden ermitteln, woraus sich anschließend der entsprechende Strompreis für eine Region bildet. Die dafür erforderlichen Indexwerte zur dynamischen Anpassung können ausschließlich von STROMDAO bereitgestellt werden, da sich das Unternehmen auf deren Kalkulation spezialisiert hat.

Um die dynamische Anpassung der Strompreise integrieren zu können, wird der cloudbasierte GrünstromIndex über die badenIT als regionalen Rechenzentrumanbieter und zukünftigen Hoster des Services mittels API in die IT der Stadtwerke Eberbach und Tübingen implementiert. So können die Stadtwerke ihr Angebot ebenfalls auf die dynamisch anpassbaren Strukturen auslegen und ihr Angebot anhand des GrünstromIndex erweitern.

Die Vorteile der cloudbasierten Preisbestimmung mittels des GrünstromIndex

Die Verwendung des neuen Cloud-Services vereinfacht nicht nur die Umsetzung der dynamischen Strompreise, sondern nimmt den regionalen Stadtwerken zudem die eigenständige Anpassung ab. Auf dieser Grundlage lässt sich eine ganz neue Zielgruppe der Energieerzeuger gewinnen, wodurch sich die Kundenbindung nachhaltig steigern lässt. Auch das Leistungsangebot entwickelt sich hierbei zunehmend weiter, wodurch der Endanwender mit spürbaren Kostenerleichterungen rechnen kann.

Diese profitieren allerdings nicht nur von der zunehmenden Kostenersparnis, sondern zudem von einer erfolgsversprechenden Energiewende, wobei mittels dynamischer Preise trotz der Veränderung innerhalb der Produktion eine Senkung der Kosten möglich ist. So werden die Endanwender selbst zu Unterstützern erneuerbarer Energien und tragen etwas zum Fortschritt und zur Entwicklung der modernen und zukunftsfähigen Bezugsmethoden bei.

Eine verlässliche und äußerst sichere Kooperation

Die Zusammenarbeit der vielseitigen Servicepartner ermöglicht den lokal angesiedelten Stadtwerken somit auch in Zukunft eine wettbewerbsfähige und umweltfreundliche Energieversorgung, wodurch diese den Ansprüchen ihrer Kunden gerecht werden können. Für die badenIT ermöglicht diese Partnerschaft den Aufbau eines komplett neuen Leistungsangebots, sodass auch weitere Energieerzeuger zur Zielgruppe des IT-Anbieters werden und gleichzeitig die Energiewende vorantreiben.

Die ersten neuen Ideen zur Marktimplementierung eines modernen und zukunftsfähigen Stromprodukts wurden den etablierten Partnern im Rahmen des Meetings bereits vorgestellt und vor Ort live veranschaulicht. Auch wenn es bis zur endgültigen Nutzung wohl noch einige Wochen dauert, begannen die Partner bereits in der letzten Woche, die Hintergründe umzusetzen und die notwendigen Verknüpfungen zu erstellen. Für den Endanwender ermöglicht dies eine reibungslose Ansicht und eine funktionierende Umsetzung der Energiewende.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.