Er kommt nicht von Kohlestrom, sondern wird auch bei Flaute sehr sicher aus Wasserkraft und Biomasse erzeugt. Warum dies gerade in der Nacht kein Problem ist, wollen wir uns etwas mehr im Detail ansehen.

Der größte Teil der Strommengen, die wie heute in Deutschland konsumieren, kann aus Sonne und Windkraft stammen. In den Simulationen, die bei blog.stromhaltig in den letzten Jahren durchgeführt wurden wird eines immer ganz deutlich, das Netz, die Fläche und die Technologie ist vorhanden, dass der Ausbau auf 95% Solar- und Windstrom ohne größere Schwierigkeiten möglich ist.

Rückfragen, die hier zum Beispiel im Rahmen des GrünstromIndex eingehen, zeigen aber ein anderes Problem, welches sich in den Köpfen festgesetzt hat. Woher kommt der Strom, wenn der Wind nicht wehr und die Sonne nicht scheint? – Faktisch kommt er zunächst aus genau diesen beiden Quellen, denn es gibt neben elektrischen Speichern noch immer kurzfristig verfügbare Wasserspeicher. Deren Größe ist allerdings begrenzt.

Tatsächlich ist in der Flautenacht die größte Erzeugungsquelle für Strom die Einsparung. Nachts denkt man schnell, dass durch die ganze Beleuchtung mehr Strom benötigt wird. Vergessen wird, dass SmartHome Integrationen mit dem Strommarkt auch dafür sorgen, dass im Raum das Licht abgeschaltet wird, wenn man diesen verlässt.

In einer normalen Nacht liegt in Deutschland der Strombedarf bei etwa 30% von dem, was am Tage zu Spitzenzeiten benötigt wird. Diese Größen lassen sich durch vorhandene Kapazitäten fast decken. Zwar sehen wir, was dank der Elektrizität und künstlichen Lichtquellen in der Nacht, was Strom uns bringt – am Tage brauchen wir allerdings unbemerkt viel mehr.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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