Als im Jahre 2013 der Datenservice „GrünstromIndex“ das erste mal öffentlich zugreifbar war, gab es noch kaum Geschäftsmodelle oder überhaupt Anwendungsfälle. Kurz nach seinem sechsten Geburtstag hat sich der Indexwert als Standart entwickelt, wenn ein Indikator für die kommenden 24 Stunden für den Anteil von Strom ohne Brennstoffkosten benötigt. Millionen von Abfragen bestätigen, dass den Nutzen und den Wert des GrünstromIndex in der Praxis.

Ähnlich, wie Google ständig seinen Index und das Ranking optimiert, benötigt auch der Datenservice des GrünstromIndex eine ständige Anpassung an neue Gegebenheiten. So nimmt das Marktstammdatenregister (kurz MaSTR) langsam an Fahrt auf, welches am der Indexberechnung noch nicht einmal in der Planungsphase gewesen ist. Ein statisches Register, welches an vielen Ecken die Schätzungen und Spekulationen durch Fakten ersetzt, die in Modellen ansonsten gerne als Stellvertreter genutzt werden.

Linear zu den Abrufzahlen, hat sich auch die Integrationen des GrünstromIndex erhöht. Also die Lösungen, bei denen der GrünstromIndex angewendet wird. Man kann die Alexa fragen: „Wann ist der Strom grün?„, oder man kann beim ioBroker intelligente Entscheidungen in Szenen oder Scripten veranlassen. Mit der Integration in IP-Symcon wurde in der Casa Stromhaltig geschaltet, bevor zur Unterstützung noch ein Node-Red Adapter hinzukam.

Am vergangenen Wochenende wurde das neue Datenmodell live geschaltet. Dieses unterscheidet sich in seiner Struktur deutlich, da es vollständig neu designed wurde. Mittlerweile dürfte 1 CPU Jahr und genauso viele Entwicklerstunden in den statischen Teil eingeflossen sein, der mit Hilfe von verschiedenen Wetterdiensten letztendlich die aktuellen Prognosen erstellt. Waren es im Jahr 2013 noch ein großes Geflecht aus Neuronalen Netzwerken, welches einen Graphen befüttert hat, wurde in der jetzt verwendeten Version die „AI“ trotz seines Hypefaktors fast vollständig ersetzt. Künstliche Intelligenz dient heute beim GrünstromIndex nicht mehr zur eigentlichen Prognoseerstellung, sondern wird ausschließlich zum Auffinden von Fehlern in den Strukturdaten verwendet. Ungereimtheiten in den Strukturdaten, die leider keine Einzelfälle sind.

Selbstverständlich verursacht die Erstellung und Pflege des GrünstromIndex auch Kosten. Der Server will betrieben werden und die Datenlieferanten wollen (zum Teil) auch etwas Geld haben. Über 6 Jahre hinweg eine 99,9% Verfügbarkeit für alle Postleitzahlen in Deutschland zu haben – wobei 90% der Anfragen in unter einer Sekunde beantwortet werden – zeigen, dass es gelingt einen kostenlosen Service verlässlich anzubieten. Möglich wurde dies:

  • da es Stromkunden gibt, die sich für Stromprodukte entscheiden, die den GrünstromIndex nutzen,
  • Anwender von Smart-Home und intelligenter Ladesteuerrung von E-Autos haben, die nachhaltiger sein wollen,
  • Entergieversorger, die zeitvariabel Stromtarife anbieten wollen,
  • und natürlich jeder Leser und Schreiber von Kommentaren, die Rückmeldungen geben

Nach der Veröffentlichung des aktuellen Datenmodells werden in den kommenden Monaten zunächst Rückmeldungen eingeholt. Schon heute, am ersten Tag, gab es Anrufe und Zuschriften mit Rückmeldungen, die wichtig für die weitere Entwicklung sind! In der zweiten Jahreshälfte wird es die Möglichkeit der Individualisierung des GrünstromIndex geben. Dieses neue Angebot richtet sich an alle, die einen anlagenscharfen Index benötigen – oder den Lastgang exakt zuweisen wollen/müssen.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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