Weiterentwicklung der Netzentgelte

Am Montag dieser Woche hat die DENA das Ergebnis der Taskforce Netzentgeltsystematik vorgestellt. Im Fokus steht industrielles Verbrauchsverhalten und somit können die privaten Stromkunden keinen Profit aus den 10 erarbeiteten Maßnahmen ziehen. Sind es doch die Bürger, die über die Grundgebühr fast flächendeckend in Deutschland sehr viel für die Maßnahmen der Netzbetreiber zum Netzengpassmanagement zahlen. Von den seit einigen Jahren sinkenden Großhandelspreise haben Kleinverbraucher nichts.

Die Digitalisierung und vor allem die Blockchain-Technologie bieten bereits heute die Möglichkeit, ein Drittel der Netzentgelte einzusparen. Bei blog.stromhaltig geht man davon aus, dass ein 4-Personen-Haushalt mehr als 100€ pro Jahr entlastet würde (ohne Verzicht!).

Die Netzentgelte sind an einem traditionellen, zentralen Versorgungssystem ausgerichtet und enthalten viele relativ starre Regelungen. Das Grundprinzip beruht auf der Veredelung von Brennstoffen. Die Kosten für die Logistik (Netze) werden als Aufschlag auf die Erzeugungskosten verrechnet. Dieses Vorgehen ist zwar frei von Diskriminierung im eigentlichen Sinne, jedoch geht diese Kostenrechnung nur so lange auf, wie die Erzeugungskosten größer 0 sind. Die Grenzkosten vieler Sonnen und Windkraftwerke liegt heute bei 0 Cent die Kilo-Watt-Stunde.

Im Hybridstrommarkt hatte blog.stromhaltig aufgezeigt, dass ein Netzentgeltsystem dann frei von Diskriminierung ist, wenn es eine Miete von Logistik-Infrastruktur erlaubt.

Netzdienliches Verbrauchsverhalten

Vom Grundsatz ist jeder Verbrauch, der vermieden werden kann, netzdienlich. Darüber hinausgehend ist das Netz als solches eine gemeinschaftlich genutzte Infrastruktur. Der Gemeinschaft nutzt immer derjenige, der für eine Ressourcenengpässe aktiv umgeht.

Vorstellen kann man sich dies an einer großen Halle mit Menschen. Existiert nach nur eine Ausgangstür, so ist dies der Engpass, welcher gemieden werden sollte. Wer nicht diese Tür benutzt, der verhält sich dienlich gegenüber der Gruppe.

Identifikation von Dienlichkeit

Im Zuge der Digitalisierung sind Energieflüsse weitesgehend bekannt. Die Analysen von blog.stromhaltig gehen davon aus, dass die bestehenden Kapazitäten in der Niederspannung bereits soweit ausgebaut sind, dass sie ohne Probleme eine sichere und kostengünstige Stromlogistik ermöglichen.

Gerade in den Nachtstunden sind die Ressourcen nahezu im Leerlauf, was zusätzliche Freiräume für E-Mobilität, Wärmestrom oder ganz neue Anwendungsfälle schafft. Das Netzentgeltesystem kennt allerdings bislang keine Unterscheidung zwischen den verschiedenen Tageszeiten. Zu starr sind die grenzen gezogen und können somit auch nicht auf Wetter und Temperaturbedingungen eingehen.

Bei der DENA Taskforce wurde als 5. Maßnahme die Verknüpfung von Marktpreissignal und Netzdienlichkeit vorgeschlagen. Dies geht zwar in die richtige Richtung, da Preissignale generell am einfachsten eine Wirkung entfalten, jedoch hat der Stromhandel bislang keine Möglichkeit lokale Signale zu geben. Diese werden jedoch für ein nachhaltiges Netzentgelt benötigt.

 

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