Strom kostet nichts – Wasser auch nicht. Ein Blick nach Katar

Hell leuchten die Lichter der vollklimatisierten Wolkenkratzer. An den Stromverbrauch denkt hier im Wüstenstaat niemand. Entsprechend schwer fällt es den Delegierten aus Deutschland, ihre Story den Zuhörenden zu vermitteln. Ein Land ohne Erneuerbare Energie? Ohne E-Mobilität? – Darf man darin die Zukunft des Strommarktes für Europa ableiten?

JA– und nein. Hier in Doha kann man lernen, wie Wirtschaft und Gesellschaft mit Energie umgehen, wenn diese nichts kostet. Wobei kostenlos ist sie nicht, und daher eignet es sich auch so gut als Labor für die Energiezukunft in Deutschland. Bereits in wenigen Jahren wird man in Deutschland auch keine Stromkosten mehr kennen.

Einladung der Botschaft in Katar
Einladung der Botschaft in Katar

Der Brennstoff (Erdgas), welcher die 9 Kraftwerke auf der Halbinsel im persischen Golf befeuern, kostet nichts. Aus lokaler Förderung hat Erdgas hier nur dann einen Wert, wenn es in andere Länder verkauft werden kann. Ähnlich wie in Deutschland die Sonne scheint und der Wind weht, braucht man in Katar sich bereits heute keine Gedanken über Brennstoffkosten zu machen. Ist die Förderstelle eingerichtet, dann entstehen kaum noch größere Kosten.

Bei einem Gespräch mit einem Mitarbeiter des Energieministeriums kommt es zu einer interessanten Deutung: Strom kostet nichts, da er quasi als Abfall bei der Entsalzung von Wasser anfällt. Einige Minuten später sprechen wir über die Wasserversorgung. (Wer ahnt es?) Trinkwasser kostet nichts, da es als Abfall bei der Stromerzeugung anfällt.

OPEX ersetzt durch CAPEX

Übersetzt man wörtlich den arabischen Begriff für „Geldverdienen“ in Deutsch, so bedeutet dieser soviel wie „Geld gewinnen“. Es wird wohl kaum eine andere Region der Welt geben, bei der die Energiepolitik dies so verinnerlicht hat. Die Gewinnung von Geld geschieht durch Investition. Etwas langfristig angelegtes, der Gewinn bleibt nahezu erhalten. Beim Geldverdienen in der deutschen Sprache ist das unmittelbare Dienen im „Jetzt und Hier“ im Vordergrund.

Bei allen Ländern, bei denen die Brennstoffe nicht aus dem Boden strömen, bringt Wind-/Sonnen-/Wasserkraft den nötigen Paradigmenwechsel vom „Dienen“ zum „Gewinnen“. Ein Gewinn muss nicht rationiert werden. Hat man einen Gewinn, dann kann man diesen vollständig nutzen – man hat aber auch keinen Nachteil, wenn man ihn nur bedingt nutzt und den Rest verfallen lässt.

Das Versprechen, welches der Hybridstrommarkt mit sich bringt, ist dass es eine Chance gibt durch eine Investition genügend in der Zukunft zu gewinnen.

Zum Abschluss, frisch aus der digitalen Presse, der aktualisierte One-Pager: STROMDAO Introduction – Digital Energy Infrastructure.

 

Diesen Beitrag offline lesen
Bewertung: 3.0. Von 2 Abstimmungen.
Bitte warten...

Eine Antwort auf „Strom kostet nichts – Wasser auch nicht. Ein Blick nach Katar“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.