Kein wirtschaftliches Risiko - Rekommunalisierung Stromnetz Neckargemünd 1

Kein wirtschaftliches Risiko – Rekommunalisierung Stromnetz Neckargemünd

Es ist kein Aprilscherz, sondern ein Zeichen von gelungener Rekommunalisierung, wenn am 1. April 2018 der Betrieb des Stromnetzes der Stadt Neckargemünd zurück in lokale Verantwortung geht. Zum Stichtag beginnt der neue Konzessionsvertrag, bei dem die lokalen Stadtwerke mit 50,1% den Eigentum vom bisherigen Betreiber Syna (Süwag) übernehmen.

Über 10 Jahre sind von der Idee bis zur Realisierung vergangen. Andere Gemeindem im Elsenztal hatten nicht so einen langen Atem und haben bereits vor Jahren ihre Bemühungen zur Rekommunalisierung aufgegeben (blog.stromhaltig berichtete in der heißen Phase). Jetzt kann Neckargemünd, die Stadt an der Mündung der Elsenz in den Neckar, es den 11 Gemeinden zeigen, wie es gehen kann.

Es ist eine kleine Enklave im Norden von Baden-Württemberg, in der durch die RWE-Tochter Süwag das Stromnetz betrieben wird. Im feindlichen Badenwerk-Land (heute EnBW)  hatte sich die Süwag einige Filetstücke in der Vergangenheit gesichert. Wirtschaftlich mit Sicherheit eine Herausforderung,  denn innerhalb der Kommunen muss man sich vorkommen wie im gallischen Dorf, da alle Nachbarn drumherum ihre Erfahrungen mit den Römern (EnBW) machen.

An der Elsenzmündung in Neckargemünd mussten die Stadträte einen Schritt weiter gehen. Mit Erfolg! – Vor dem Landgericht Frankfurt (Firmensitz der Süwag), stellte man fest, dass die Neuvergabe der Konzession dem Gesetz entsprach. Grabenkämpfe, die man leider von fast allen Orten hört, bei denen ein bestehender Konzessionsinhaber eine Mehrheit verliert.

In der Rhein-Neckar-Zeitung wird von den Schwierigkeiten als „Stolpersteine“ geschrieben, zudem zitiert man dort die Hoffnungen:

„Das Verfahren ist immer komplizierter geworden“, stimmte Rechtsanwalt Willi Weible zu. „Wir haben aufgeatmet, als nur noch ein Interessent übrig war.“ Wären es mehrere gewesen, hätte es sicher wieder Klagen gegeben. „Wir dürfen keine Verfahrensfehler machen“, betonte der Anwalt. Weiblen erklärte, dass die Stadtwerke als Konzessionsnehmer künftig die Verantwortung für die Stromversorgung in Neckargemünd tragen. „Wir haben an der Leistungsfähigkeit des Unternehmens keine Zweifel“, sagte er. „Aus heutiger Sicht ist kein wirtschaftliches Risiko gegeben.“

blog.stromhaltig hat selbst seine Erfahrungen mit der Süwag gemacht. Positive hinsichtlich des Datenschutzes, allerdings auch Skurriles. Den Neckargemündern wünschen wir viel Erfolg und rechnen fest damit, dass es bald mehr Ladesäulen gibt, auch im Pflughof 🙂 .

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