Kraftwerk Schkopau bei Nacht

Herausforderung: Synchronisierung von fossilen Kraftwerken und Netzkapazitäten

Nachts im Süden von Halle an der Saale. Weithin sind die Wolken aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Schkopau erkennbar. Lediglich vereinzelt sieht man in der Ferne das Blinken von einigen Windkraftanlagen – nicht vereinzelt kann man die Auswirkungen der fehlenden Synchronisierung von fossilen Kraftwerken mit den Netzkapazitäten spüren. Egal ob im nah-gelegenen Merseburg oder im fernen Freiburg, in Köln oder Berlin. Die Stromkunden zahlen, wenn Netz und Braunkohlestrom nicht zusammen passen.

Die Böden in Deutschland sind zwar mit einigen Rohstoffen besät, aber aus Kupfer sind sie nicht, daher muss die Erzeugung aus Kraftwerken immer noch durch Leitungen fließen. Leitungen, die aber nicht von denen gebaut und finanziert werden, die die Kraftwerke betreiben.  Die Lobby fordert eine einheitlichen Stromgebotszone in Deutschland, die ignoriert, dass es Netzengpässe gibt. Sollen doch die Unternehmen und Bürger zahlen, wenn das Netz nicht ausgebaut ist… wir nennen so etwas Marktwirtschaft falsch verstanden. Der Hauptgrund für die Petition beim Bundestag.

Wenn jemand in Deutschland eine einheitliche Stromgebotszone fordert, dann toleriert er die Notmaßnahmen der Übetragungsnetzbetreiber.

Es geht auch anders. Millionen von kleinen Stromerzeugern liefern ihren Strom an Nachbarn in der Niederspannung. Lokal oder regional erzeugter und genutzter Strom ist heute kein Hirngespinst, sondern gelebte Praxis. Synchron zur Erzeugung auf dem Dach des Nachbars, tankt der Tesla Fahrer gegenüber sein Auto.

Deutschland braucht keine weitere Anstrengungen zum Ausbau oder zur Modernisierung der Energienetze. Was wir brauchen sind Anstrengungen in die Digitalisierung und eine Förderung (kein Geld!) der Innovation im Lande. In den letzten 10 Jahren wurden flächendeckend die Stromnetze optimiert. Smarter bedeutet, dass wir heute wesentlich häufiger als früher einen  lokalen Dispatch haben. Bei einem lokalen Dispatch wird Strom in unmittelbarer Nachbarschaft zur Erzeugung auch verbraucht. Ablesen kann man dies an den Netzverlusten, denn kurze Distanz senkt auch die Verluste im Netz.

Waren in der Vergangenheit noch ökonomische Anreize notwendig, um Investitionen zu beschleunigen, so kann man in der Gegenwart bereits die Netzdienlichkeit monetarisieren. Vorbei sind die Zeiten, bei denen allein die Verteilnetzbetreiber intelligente Lösungen schaffen konnten. Mit der Digitalisierung sind neue Marktakteure wie die STROMDAO entstanden, die erkennen, dass die Energiewelt keine Scheibe ist. Die Energiewelt ist heute kugelrund, wie die Wertschöpfungskette die mit dem GrünstromIndex lokal geschlossen bleibt.

Als der Hybridstrommarkt entworfen wurde, war es noch notwendig, eine Vision auszumahlen. Heute ist dem Hybridstrommarkt bereits entsprochen worden und versteckt sich hinter dem schönen Begriff Digitalisierung.

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