(Quelle: Ecosia) Eine Digitalisierung kann es nur mit Elektrizität geben. Mehr Digitalisierung bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass die Nachhaltigkeit darunter leiden muss. Leider sitzt diese Annahme aber sehr stark in unseren Köpfen verankert. Wir müssen Strom „sparen“, weil wir dadurch kleinere Klimaschädlinge sind?

blog.stromhaltig ist vor über 10 Jahren angetreten, um mehr Nachhaltigkeit beim Umgang mit Strom(nutzung) zu erzielen. Möglich ist dies, indem man Fortschritt (Digitalisierung) mit Aufklärung (Kommunikation) verbindet.

Grünstromindex trifft Stromtarif

Mittlerweile hat sich der Grünstromindex als quasi Standard für die Bestimmung der Nachhaltigkeit bei der Entnahme von Strom aus dem Netz etabliert. Per Suchanfrage mit einer Postleitzahl können Zeiten gefunden werden, bei denen viel Strom aus lokaler Erzeugung stammt. Dies ist soweit nur ein Gedankenspiel, wie man daraus keine praktische Anwendung baut.

Bei der Suchmaschine Ecosia funktioniert es auch nur, die Benutzer von ihren normalen Suchmaschinen wie Google und Bing wegzulocken, indem man ihnen direkt einen Erfolg zeigt. Ecosia pflanzt Bäume, um die Suchanfragen CO2-Neutral durchzuführen.

eMobilität CO2 (neutraler)

Würde man ein Elektroauto ganz „normal“ am Ökostrom-Tarif laden, dann würde man zwar dafür sorgen, dass man Strom aus Wasserkraft bezieht, jedoch keine Tonne CO2 einsparen. Grund hierfür ist die fehlende Zeitsynchronität zwischen Erzeugung und Verbrauch.

Wie schaut die Story allerdings in der Weinstadt Wiesloch aus, wenn man den Grünstromindex verwendet?

Durch die Verlagerung der Ladungen des Elektroautos in Stunden mit einem relativ hohen Anteil von Strom aus Erneuerbaren Energieträgern in Wiesloch, wird auch die CO2-Bilanz des Strommixes verbessert. Der Anteil des EE-Stroms ohne Optimierung beträgt 8.66% – mit einer Grünstrom Index optimierten Ladesteuerung verändert sich der Schnitt im Betrachtungszeitraum auf ca. 38.71%.

Bei den gewonnen 30.05% an Ökostrom handelt es sich direkt um Kapazitäten aus der Region um Wiesloch. Die Wertschöpfung bleibt vollständig in der Region und belastet nicht die Hochspannungsnetze (=Fernleitungen).

Leider kostet Strom heute noch Geld je Einheit Kilo-Watt-Stunde. In den Stromtarifen von blog.stromhaltig versuchen wird allerdings langfristig davon weg zu gehen und das Potential der Lastverschiebung effektiv zu nutzen. Die E-Mobilität ist dabei einer der Schlüssel.

Wärme CO2 (neutraler)

Wärmepumpen mit einem Wirkungsgrad von 4 (JAZ) sind heute keine Seltenheit mehr. Mit einem vorausschauenden Betrieb  erreichen wir fast in jedem Winkel in Deutschland einen CO2-neutralen Betrieb. Möglich wurde dies durch Kombination von lokaler Beschaffung, Grünstromindex und Nachweisführung durch die Blockchain Techologie (STROMDAO).

Kommunikation

Die größte Herausforderung, die es allerdings heute zu meistern gibt, ist die Kommunikation. Von Seiten der konventionellen Energieversorger hört man zu schnell ein „Gibt es nicht =  Geht nicht“. Auf Seiten der Stromkunden ist die Gleichung „Stromsparen = Geldsparen“ in den Köpfen verankert.

 

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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