Ein komplexes Thema, wie Redispatches einem größeren Publikum zugänglich zu machen ist schwierig. Man kann Hintergründe in eine Story verpacken und erklären, oder man baut Kennzahlen auf. Der Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz, der für den Osten der Republik zuständig ist, erzählt mit Kennzahlen eine Geschichte rund um eine Zahl: 272 Millionen.

272 Millionen Euro weniger Redispatchkosten durch die Südwestkuppelleitung seit dem 01.01.2016

Gelungen, informativ, nachhaltig. Das Feedback von blog.stromhaltig an die Macher des Kennzahlensystems. In der Einfachheit der Daten steckt hier der Charme, auch wenn die Story nicht unbedingt den Leser in die gleiche Richtung laufen lässt, wie hier im Blog meist eingeschlagen: Mehr dezentral gelöste Probleme bringt weniger Bedarf an Netzausbau.

Vor einigen Jahren in den Büros der Agora Energiewende in Berlin. Wir diskutieren über den Netzausbau in Deutschland. Von Nord nach Süd werden Leitungen benötigt, um Windstrom in die Verbrauchszentren zu liefern. So der Konsens…

Was gerade noch ein einheitliches Verständnis schien, wird plötzlich in Frage gestellt. Warum? Ich zeige die ersten Karten der aktuellen Redispatches und wie diese verlaufen. Schnell wird klar, dass eine einzige Leitung – eine relativ kurze Trasse – bereits viel verändern würde. Es geht um ein Stück über den Thüringer Wald bis ins Nord-Östliche Frankenland (Bayern). Hier einen kleinen „Entlastungsschnitt“ durchführen und schon würde sich vieles ändern.

Kann gar nicht sein! – Es bedarf einiges an Überzeugungsarbeit, bei den anwesenden Experten, um den Wert dieser Entlastung aufzuzeigen. Daher an dieser Stelle ein ganz großes Danke an 50 Hertz! Mein Stören des Konsens hatte einen Wert von bisher 272 Millionen Euro.

Trotz dieses Erfolges der Südwestkupplung sei die Wichtigkeit von weiteren Schritten zur Netzintegration des Braunkohlestroms notwendig. Diesen zahlen die Bürger und die Industrie in Deutschland, weshalb an dieser Stelle auf die noch laufende Petition beim Bundestag hingewiesen werden soll.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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