„Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Demokratisierung und Digitalisierung. Sie bewirken einen immer deutlicher sichtbaren Wandel. Man kann sogar von einer Machtverschiebung reden: Etablierte Energieerzeuger verlieren an Einfluss, Betreiber kleiner, dezentraler Anlagen gewinnen an Bedeutung. “ (SOPTIM -Blog)

Aus 4D wird 1D.

Die Blockchain Technologie, also nicht Bitcoin und sein hoher Stromverbrauch, hat das Zeugs, ein wichtiges Werkzeug bei der Zusammenführung der 4D zu einer gemeinsamen Richtung zu werden. Bereits implementierte Prozesse zeigen, wohin sich die Welt in den vergangenen 8 Jahren bereits entwickelt hat. Es sind aber lediglich 15% des Weges zurückgelegt…

Dekabonisierung

Die Stromversorgung ist zwar nicht größte Ursache von CO2 Emission, allerdings  ist es die, bei denen eine Veränderung am Verbrauchsverhalten wenig Auswirkung hatte. Besonders ärgerlich, dass die großen Ökostromer des Landes lange Zeit nichts daran ändern wollten. blog.stromhaltig schrieb 2014:

Ein richtiger Strom-Vegetarier verzichtet bei wenig Strom aus Wind und Sonne darauf den unmittelbaren Hunger durch die Verbrennung von Dinosauriern befriedigen zu lassen, in dem Wissen, dass die Sonne nicht auf Dauer hinter Wolken bleibt.

Anlass war der Versuch der Stromkonzerne Greenpeace Energy, EWS und Naturstrom AG einen neues Strommarktdesign zu etablieren. Bereits damals existierte der GrünstromIndex, welcher dem Verbraucher einen einfachen Indikator liefert.

Der Leser Christian zeigte auf Twitter vor einigen Tagen, wie es funktioniert:

Optimierte Ladung eAuto
Optimierte Ladung eAuto

Egal ob Ökostromtarif oder nicht, hatte man bis vor kurzem Strom mit dem Deuschland-Mix getankt. Der Grünstromindex erlaubt ein 100% CO2 freies Laden des EV (nicht nur bei Christian).

Eine Weiterentwicklung des Grünstrom-Index sind die Grünstrom-Jetons. Seit dem Spätjahr 2016 ist es damit den Stromkunden möglich, mit ihrem eingesparten CO2 zu handeln. Dank einer lückenlosen und permanenten Nachweisführung per Blockchain, ist Dekabonisierung für Stromverbrauch möglich geworden.

Dezentralisierung

Die Blockchain-Technologie kommt ohne zentralen Akteur aus. Für die Energiewirtschaft ist dies von Vorteil, denn die weiteste Strecke fließt der Strom durch Gemeinschaftseigentum. Eine Wegstrecke, bei der zu jedem Zeitpunkt klar sein muss, unter welchen Bedingungen dies geschieht.

Wer die Systemtheorie kennt, der weiß, dass man Einheit nur von unten nach oben aufbauen kann, da im umgekehrten Falle die Zeit und die Ressourcen nicht skalieren. Eine Blockchain in einzelnen Stockwerken, Häusern, Straßen, Ortsteilen – man braucht kein weltumfassendes Netz aufbauen, um Konsens herzustellen. Lokaler und dezentraler Konsens  ist der Vorsprung von Blockchain gegenüber Cloud-Systemen.

Bei gleichzeitig hoher Betriebssicherheit, geringem Betriebsaufwand, lässt sich Blockchain als Technologie für 30.000 Teilnehmer auf einem einfachen Raspberry Pi für 30€ abbilden. Stromverbrauch: 5 W

Demokratisierung

Das DAO in STROMDAO  steht für dezentrale, autarke Organisation.  Die Mitglieder selbst bestimmen, welche Entscheidungen die Gemeinschaft vornimmt. Ein Ökonom würde sagen: Die Eigentümer bestimmen die Mittelverwendung.  (vergl. STROMDAO einfach erklärt vom Juni 2016).

Als Herausforderung, die hier im Raum steht, ist dass bislang nur wenige Stromkunden überhaupt eine Demokratisierung der Stromversorgung sich vorstellen können. Angebote wie Check24, Verivox oder SwitchApp sorgen bei den Konsumenten nicht unbedingt dafür, dass sie ein Gefühl von Demokratie entwickeln. In den Grundzügen war und is die Stromversorgung allerdings ursprünglich auf demokratischen Strukturen gewachsen: Konzessionen, Vergabe, Ausschreibung.

Die Blockchain Technologie erlaubt Demokratie von der Basis erneut aufzubauen. Hindernisse, die in den vergangenen Jahren aufgebaut wurden, sind zu entfernen (vergl: BDEW erstickt Bürgerstrom im Keim. Bundeskartellamt sieht kein Missbrauch).

Digitalisierung

Die letzte Verbleibende Dimension bei den 4D. Hier kann tatsächlich die Blockchain  keinen Mehrwert liefern.  Vielmehr ist die Digitalisierung ein Trend, welcher als Prämisse für die Blockchain in der Fläche notwendig ist.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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