Untersteller will EEG Halbierung

Per Reform möchte Baden-Württembergs Landesumweltminister Franz Untersteller eine Halbierung der EEG-Umlage realisieren und so die Nebenkosten beim Strompreis senken.  Zur Gegenfinanzierung zitieren die Stuttgarter-Nachrichten:

„Schmutzige Energie muss saubere Energie finanzieren“ oder anders ausgedrückt: Der Betrag soll auf den Verbrauch von Heizöl, Erdgas und Kraftstoffen umgelegt werden.

Eigentlich eine schöne Idee, die man im Ländle da hat, wenn da nicht ein paar Ungereimtheiten vorhanden sein würden. Wieso Heizöl und Erdgas und nicht Steinkohle und Braunkohle?

Das Endprodukt ist Strom. Wieso sollte man Kosten im Wärmesektor decken, die aus einem ganz anderen Bereich stammen. blog.stromhaltig denkt, dass man den Vorschlag aufgreifen könnte und so die Marktintegration von mehr Erneuerbarer Erzeugung hinbekommen könnte. Auf der anderen Seite würden durch Preisdruck die fossilen Kraftwerke langsam ausgefast werden.

Zahlenspiel für Untersteller

Im Bericht stehen weitere Zahlen, mit denen sich arbeiten lässt. Die umzulegenden Kosten sollen abhängig von der CO2 Emission sein. 50€ werden je Tonne des Treibhausgases genannt. Dieser Preis liegt deutlich über dem verkorksten CO2 Emissionsrechten, welche an der Börse gehandelt werden. Die EEX meldet aktuell einen Preis von 8,73€ je Tonne CO2. Der Handel mit Verschmutzungsrechte ist falsch konstruiert, aber ich freue mich auf den ersten, der an der Börse ein Verschmutzungsrecht einkauft und dann für 50€ an einen Heizölkunden verkauft.

Wenn der Preis für die Emission von CO2 tatsächlich um über 40€ steigen würde, dann würden die Kraftwerke in Baden-Württemberg bereits eine beachtliche Summe zur Finanzierung beitragen. Die Bürger würden weiterhin entlastet werden, lediglich einige Autobauer müssten die benötigte Prozesswärme ein bisschen teurer einkaufen.

Ja, auch der Strom aus dem Kraftwerk Heilbronn, Karlsruhe, Pforzheim usw… würde teurer, dieser wird aber ohnehin eher „per Redispatch“ verkauft. Beim Redispatch müssen Kraftwerke nicht die günstigsten im Markt sein, sondern nur einen geeigneten Standort zum Großabnehmer haben. In Heimatland von Franz Untersteller ist dies der Fall.

Stromsteuer

Ein weiterer Vorschlag von Untersteller ist die Abschaffung der Stromsteuer. Diese im letzten Jahrtausend eingeführt und beträgt aktuell 2,05 Cent je KWh. Der durchschnittliche 2-Personen Haushalt zahlt etwas mehr als 3,50€ im Monat für diese Steuer.  Ob man mit einer Einsparung tatsächlich mehr als einen symbolischen Effekt erzielen kann, darf jeder selbst entscheiden.

Gegenvorschlag zur EEG-Halbierung: Ditalisierung

In Baden-Württemberg gibt es eine Initiative zur Digitalisierung der Wirtschaft . Dort ist die STROMDAO mit dem EEG-Prämien Tarif vorstellig geworden, mit dem der private Stromkunde auch seine EEG-Umlage halbieren kann.

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