Sturmtief Friederike - Stress im Stromnetz 1

Sturmtief Friederike – Stress im Stromnetz

Umstürzende Bäume sind nicht nur eine Gefahr für Passanten, sie bringen auch die Betreiber des Stromnetzes an ihre Grenzen. Sobald eine Stromleitung betroffen wird, muss in den Netzleitwarten reagiert werden. Ereignisse, die an einem kleinen Punkt verursacht werden, sind plötzlich in einem größeren Gebiet spürbar.

Das Sturmtief Friederike zieht im Moment über Deutschland hinweg. Erste Auswirkungen wurden aus Stromnetzen in Nordrhein-Westfalen berichtet. Doch was verursacht eigentlich diese Aufregung in den Leitwarten? Es ist nicht die elektrische Energie aus Windkraft, sondern plötzliche Verbrauchsschwankungen, die Stress bereitet.

Netzfrequenz beim Sturmtief
Netzfrequenz beim Sturmtief

Leicht im oberen gelben Bereich ist die Nadel bei der Anzeige der Netzfrequenz. Ein Indikator dafür, dass mehr Energie im Netz ist, als im Moment der Messung tatsächlich benötigt wird. Ein Zustand, der so erst einmal nicht normal ist, aber auch kein Grund zur Beunruhigung.

Über den Stromhandel wird festgestellt, wie viel  Bedarf an elektrischer Energie vorhanden ist. Der Bedarf verändert sich jedoch nicht, weil es stürmt, weshalb die Kraftwerke weiterhin Strom erzeugen, was sie auch vertraglich garantiert haben.

Erzeugung und Verbrauch verlieren die Balance

Beim Sturmtief Friederike wurden allerdings bislang bereits etliche Stromleitungen durch Bäume zerstört. Dies allein ist auch kein Problem, wenn es eine Ersatzleitung gibt, welche die Strommengen transportieren kann. Bei einem Sturm über weite Teil Deutschland werden diese „andere Leitungen“ allerdings langsam eng. In der Konsequenz kommt es in einigen Orten und Gebieten zu Stromausfällen. Anders ausgedrückt der Verbrauch geht zurück. Zwar ist der Bedarf noch vorhanden, der im Handel eine Rolle gespielt hat – nur die Entnahme (Verbrauch) findet wegen des Sturms nicht mehr statt. Ein Ereignis, welches die Netzbetreiber auffangen müssen, damit das Stromnetz nicht zusammenbricht.

Das Stromnetz in Deutschland ist sehr stark vernetzt. Hieraus resultiert, dass in den meisten Fällen gerade diese physikalische Vernetzung zur Versorgungssicherheit beiträgt. Zwar sind Auswirkungen eines Stromausfalls, wie vor drei Jahren in Amsterdam, in ganz Europa spürbar. Beunruhigen muss man sich davon allerdings nicht lassen.

Stromhandel macht Netzbetrieb stressig

Der Handel von Strom an der Strombörse wird bei einem Sturmtief allerdings hinderlich. Stromanbieter müssen den Strom einkaufen für ihre Kunden. Der Börsenhandel hat keine Möglichkeit auf einzelne Ausfälle zeitnahe zu reagieren, d.h. bis zur Behebung aller Sturmschäden wird immer „zuviel“ Strom im Netz sein, was das sonst ruhige Leben der Netzbetreiber stressiger gestaltet.

 

 

 

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