Strompreis: Das Drittel mit dem der Energiemarkt arbeitet

Strom wird immer teurer? – Ein Irrglaube, der sich in den letzten Jahren allerdings gerade bei den Verbrauchern durchgesetzt hat. Tatsächlich sind für private Stromkunden die Strompreise in den letzten Jahren zurückgegangen.  Ursache für den Rückgang der Stromkosten sind neue Methodiken und Prozesse, die im Zuge der Digitalisierung zur Marktreife gelangt sind.

Strompreis in Mannheim
Zusammensetzung des Strompreises in Mannheim.

Etwa ein Drittel der Kosten für Strom stehen dem Energiemarkt als Handlungsspielraum zur Verfügung. Die genauen Werte, für jeden Ort in Deutschland, zeigt die Analyse von Stromhaltig. Für Haushalte in Mannheim ergeben sich in dieser Auswertung bei einem Strompreis von 24 Cent die Kilo-Watt-Stunde:

  • 1/3 = Steuern
  • 1/3 = Umlagen
  • 1/3 = Energiemarkt

Steuern und Umlagen können weder vom Verbraucher noch vom Stromlieferanten beeinflusst werden. Die Branche fokussiert sich daher auf den Energiemarkt und dessen Modernisierung.

Kosten des Energiemarktes
Die Kosten des Energiemarktes belaufen sich in Mannheim auf 8,79 Cent je KWh

Vom Gesamtpreis ist es nicht viel, was die Stromkunden und die Stromlieferanten beeinflussen können. Es ist aber auch nicht wenig, denn bei Mineralöl, Tabak und andere stark regulierten Märkte ist es zum Teil wesentlich weniger.

Strompreis beeinflusst durch die Digitalisierung

Die Stromversorgung befindet sich im Wandel. Von Bedeutung ist hier weniger der technologische Fortschritt durch die Energiewende, sondern die Kopplung von Angebot und Nachfrage durch den Stromhandel.  Die Digitalisierung bringt eine schnellere Synchronisation von Bedarf und Angebot durch den Marktzugang für Jedermann.

Wenn jeder als vollmundiger Akteur auftreten kann, dann wird aus dem Stromversorger von einst ein Dienstleister, der im Team mit dem Kunden arbeitet. Die Blockchain Technologie stellt hierfür bei der STROMDAO die Schnittstelle, mit deren Hilfe auf Augenhöhe gemeinsam gearbeitet werden kann.

Strompreis und IoT

Das Internet der Dinge (IoT) spielt eine wichtige Rolle, denn es werden sich auch in Zukunft nur wenige hinsetzen und manuell „Aktionen“ durchführen. IoT ersetzt in weiten Teilen das Hobby einiger Männer in der Mid-Life-Crisis, die Excel Liste mit Zählerständen führen, ohne daraus eine sinnvolle Aktion ableiten zu können. Für das Verständnis der Zusammenhänge ist diese Übung allerdings jedem zu empfehlen 🙂

IoT bringt bereits heute Agenten, die für ihre Nutzer die Aktionen durchführen. Diese sind nicht beschränkt auf ein einfaches „Alexa schalte das Licht im Wohnzimmer an“. Die intelligenten Helfer schaffen es das Gefüge im Preisbestandteil Energiemarkt durcheinander zu würfeln. (vergl. Geräte arbeiten Autark mit dem Strompreis).

Strompreis: Kosten der Erzeugung

Viel zu oft wird der Fokus nur auf die Kosten der Erzeugung gelegt. Tatsächlich werden diese Kosten gegen 0 gehen, da es sich nicht mehr um veredelte Brennstoffkosten wie früher handelt. Sonne und Wind stellen keine Rechnung, wohl aber das Schaffen der notwendigen Infrastruktur.

Die Reduktionen des Strompreises in den letzten 4 Jahren sind auf dieser Grundlage zu erklären.

Tipp: Rechnen Sie einmal genau nach, ob eine Preisgarantie von 2 Jahren tatsächlich zu Ihrem Vorteil ist. (Sie sollte aber mindestens so lange sein, wie die Kündigungsfrist!)

In den kommenden 5 Jahren werden die Erzeugungskosten gegen 0 gehen. Medial wird dies durch immer mehr Meldungen über verschenkten Strom kommentiert werden. Wirtschaftlich von Interesse ist dies nur für Stromhändler, die mit Ihrem Kunden keine Kommunikation halten und Kohlestrom irgendwie unter der Hand loswerden müssen.

Strompreis: Kosten des Stromhandel

Gerade dieses Loswerden von Kohlestrom verursacht bereits heute einen Koordinationsaufwand. Organisiert wird dies im sogenannten OTC-Handel (Over The Counter), was nichts anderes ist als ein Peer-2-Peer Markt zwischen Stromhändler.  Im Gegensatz zu einer Strombörse ist die Punkt-zu-Punkt Kommunikation allerdings sehr aufwändig.

Bei einer Börse kommuniziert über den Preis jeder mit jedem. Bei einem echten Punkt-zu-Punkt Handel muss jeder einzeln mit jedem einzelnen kommunizieren – ohne Orderbuch.

Wegen der sehr hohen Kosten, die zur Abwicklung des Stromhandels in die Tarife der Kunden eingearbeitet werden muss, suchen sehr viele Stromanbieter nach Alternativen. Bei der STROMDAO wurde eine Infrastruktur geschaffen, die auch die Kosten des Stromhandel gegen 0 gehen lassen kann, wenn der Stromkunde als Team mit dem Stromanbieter (Dienstleister) zusammen arbeitet.

Strompreis: Redispatch

Bei blog.stromhaltig wurde bereits sooft über das Thema Redispatch geschrieben, dass hier nur auf einen wichtigen Fakt eingegangen werden soll. Der bisherige Strommarkt schafft es ein Ergebnis zu liefern, welches in der Physik (Leitungen) nicht durchführbar ist. Diese Information kann aber mit heutigen Mitteln nicht kommuniziert werden, weshalb der Weg noch nicht frei ist zu kostenlosem Autostrom.

Die Digitalisierung liefer Kommunikationswerkzeuge, welche richtig eingesetzt die Kosten für Redispatches senken können. Ob auf 0 oder kurz darüber, wird sich zeigen.

Strompreis 2023 – 5 Jahre digitalisiert

Nimmt man die einzelnen Effekt zusammen, so könnte die Digitalisierung in 5 Jahren zu deutlich günstigeren Strompreisen führen.

  • 3,35 Cent Erzeugung
  • 2,05 Cent Stromhandel
  • 0,31 Cent Redispatch

Auf diese Ersparnisse (5,71 Cent) muss noch die Mehrwertsteuer aufgeschlagen werden, so dass unter dem Strich der Strompreis von heute 24 Cent je Kilo-Watt-Stunde in Mannheim – auf 19 Cent je Kilo-Watt-Stunde zurück gehen könnte.

Bei einem 2 Personen Haushalt sind dies immerhin 105€ pro Jahr. Dafür kann man sogar in Mannheim richtig gut essen gehen 🙂

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