Am Neujahrstag meldet der Übertragungsnetzbetreiber Tennet TSO über die DPA eine Bilanz der Redispatchkosten für das Jahr 2017. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird wieder von Noteingriffen gesprochen und die Ursache einseitig den Erneuerbaren und der Energiewende untergeschoben. Dabei zeichnen die Daten des Netzbetreibers eine anderes Bild. Es ist der Subventionsstrom aus Braunkohle, der dem Stromnetz zusetzt.

Wie bereits im Jahre 2015 hier geschrieben, ist es  die Gemeinschaft der Stromwirtschaft selbst, die sich mit Noteingriffen das Versagen der Vergangenheit vergolden lässt. Schließlich zeigt auch das Jahr 2017, dass viele Unternehmen – auch Tennet – ganz gut an diesem Notfall verdienen. Ein Notfall dessen Ursache und Wirkung verwechselt wird. Ein Notfall, der entsteht, da der Stromhandel ein Ergebnis hervorbringt, welches die Netze nicht umsetzen können.

Schuld haben diejenigen, die aktiv Strom handeln – und dies sind mit Sicherheit nicht die privaten Stromkunden, die letztendlich die Zeche zahlen dürfen.

Hintergrund Notfall im Stromnetz (Redispatch):

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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