Kampf ums Überleben beim BDEW 1

Kampf ums Überleben beim BDEW

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (kurz BDEW) scheint mit allen Mitteln ums Überleben zu kämpfen.  Noch vor 20 Jahren vertrat die Vorgängerorganisation VDEW über 99% der Stromerzeuger in Deutschland. Heute spricht der Verein nur noch in Vertretung von 1% der Stromerzeuger.

Ein Verlust an Bedeutung, der seine Spuren in den öffentlichen Äußerungen des Vereins hinterlässt. Erst in der vergangenen Woche berichtete blog.stromhaltig von der Zwangsabgabe für unnütze Kennziffern, die der Verein ohne Ausschreibung und mit Segen des Kartellamtes und der Bundesnetzagentur durchboxte.

Ist der Patient bereits tot?

Noch nicht ganz. Das politische Berlin bekommt Zwangsbeschallung und auch in Brüssel versucht der Zwergenverein die Weichen zu stellen. Gerade einmal 1.800 Mitglieder  nennt Wikipedia.  Zum Vergleich  der Bauernverband hat mehr als 200.000 Mitglieder; oder das Deutsche Rote Kreuz  274.924 aktive Helfer.

Überleben

Um eine Chance auf eine Existenz auch nach 2020 zu haben, muss man sich bereits heute den potentiellen neuen Beitragszahlern anbieten. Gut-Wetter machen für Positionen, die man in der Vergangenheit verteufelt hatte. Klimaretter zitiert:

Auch um die von BEE-Chef Röttgen erwähnten „unzureichend internalisierten Kosten“ macht sich der BDEW in seinem Modell Gedanken – und spricht sich, um Erneuerbare auch ohne das EEG rentabel zu machen, ebenfalls wortwörtlich für die „Internalisierung externer Effekte konventioneller Stromerzeugung“ aus – dafür also, dass die wahren Kosten von Kohle, Öl und Gas sichtbar werden.

Scheinbar hat man verstanden, dass man mit noch weniger Mitgliedern keine Zukunft gestalten kann. Solche Töne sind neu und zeigen die Verzweiflung.

Verstehen lernen

Vielleicht ist es zu spät für eine Umkehr. Es bleibt abzuwarten, wie vergessliche die neuen Marktakteure sind und wie schnell sie ihren Widerstand gegen den BDEW ablegen können. Neu Kosten für die dezentrale Erzeugung, wie sie bei den Markt-Lokations-IDs anfallen sind zumindest keine gute Werbung. Die rückläufige Entwicklung der Strompreise und damit eine Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland ist so, wie sie ist. Obwohl der BDEW existiert und nicht weil der BDEW dafür gesorgt hat.

Bei der Digitalisierung muss der BDEW nun zeigen, dass er Konzepte erstellen kann, die den Stromkunden und den eigenen Mitgliedern einen Mehrwert liefern. Gelingt die Quadratur des Kreises? Noch einmal zu den Klimarettern:

Der BDEW will in seinem Modell auch, wie er schreibt, der „wachsenden Bedeutung der Prosumer“ für die Energiewende Rechnung tragen. Die dazu vorgelegten Punkte lesen sich aber recht nebulös. Peter Röttgen meint, es gehe dem BDEW wohl vor allem darum, Prosumer-Anlagen – also zum Beispiel die Stromnutzung vom eigenen Solardach – aus dem EEG auszuschließen.

Wir werden sehen…

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