Im Tesla Forum hat es eine Reihe von Fragen zum Autostromtarif der STROMDAO gegeben.

Die STROMDAO ist ein Anbieter für digitale Infrastruktur in der Energiewirtschaft. Da die Energiewirschaft allerdings meist nach dem Prinzip gibt es nicht, geht nicht handelt, haben wir uns entschlossen den Tarif dazu zunächst selbst an den Markt zu bringen. Im Forums Thread habe ich mich als Mitgründer den Fragen gestellt.

Was zeichnet den Tarif aus:

  • Keine Unterbrechungszeiten
  • Kein zusätzlicher Stromzähler (oder Stromanschluß)
  • Bis zu 5 Cent/KWh unter Haushaltstarif
  • Netzdienlichkeit wird belohnt
  • Deutlich unter den Tarifen öffentlicher Ladestationen (natürlich nicht Supercharger!)
  • Bundesweit verfügbar

Die Antworten

sustain hat geschrieben:
Ihr schreibt das es für netzdienliches Laden 5cent Rabatt gibt, wie wird das dann gemessen ohne extra Zähler und wie sind diese Zeiten? Als Kunde wies ich ja nicht ob ich gerade netzdienlich lade oder nicht?

Zeiten
Für die kommenden 24-36 Stunden existiert immer eine Vorhersage des Grünstromindex. Dieser ist frei einsehbar und kann zum Beispiel über https://stromdao.de/crm/service/gsi/?plz=69256 für die Postzleitzahl 69256 angesehen werden. Natürlich nutzt diesen Wert nur Maschinen (Programme), daher gibt es auf der verlinkten Autostrom-Seite die Möglichkeit den Wert auch als „Mensch“ zu lesen.

Messung
Die Messung erfolgt mit einem beliebigen Strommessgerät (Fahrzeug, Wallbox, Zwischenzähler, SmartPI,…) – einzige Bedingung, die gegeben sein muss, ist dass auch der Zählerstand des Hauptanschluss vorhanden sein muss. Hierzu sind wir leider regulatorisch verpflichtet.

Die direkte Antwort auf die Frage ist damit:
Gemessen wird schon, aber durch Selbstmessung – hier vertrauen wir den gemeldeten Werten (und ja, wir machen Plausibilitätschecks).
Der Kunde weiß, ob und wann er netzdienlich ist, indem er für die kommenden Stunde den GSI abruft.

MorX hat geschrieben:
Es wird übrigens immer noch ausschließlich Magdeburg als Ort angegeben, wenn man eine Abfrage macht.

Danke für den Hinweis – bitte mir mal eine PM mit dem Browser – Default ist Magdeburg, weil wir da ein Projekt hatten – nach etwas Ladezeit sollte aber auch jeder andere Ort eintragbar sein. Alternativ die Abfrage via https://stromdao.de/crm/service/gsi/?plz=10117 (und 10117 mit einer Postleitzahl ersetzen). Der Wert „eevalue“ ist der Grünstromindex.

Sucseeker hat geschrieben:
Ich verbrauche 22.700kWh und beziehe 6.100kWh (Zahlen für 2017).
Damit ist die Prämie bei mir auf 6.100 kWh begrenzt.

Erst einmal RESPEKT! Gute Planung des Eigenverbrauchs! – Leider müssen wir die Begrenzung so machen, da die restlichen 22.700-6.100 = 16.600 KWh (=Eigenstrom) nicht bilanziert werden in der Energiewirtschaft. D.h. sie existieren quasi nicht in den Marktprozessen. Für mich hört sich dies allerdings ohnehin nach einer PV-Anlage an, die etwas größer ist (22 KWP?) von daher könnten wir hier über eine Sonderregelung vielleicht etwas machen – kommt auf das Baujahr der Anlage an. Solche Sonderfälle machen aber das Kleingedruckte langsam schwierig, weshalb wir die Prämie erst einmal begrenzen auf die Netzentnahmemenge – bis zu deren Höhe allerdings auch auf Eigenverbrauch geben.

Sucseeker hat geschrieben:
Dies war bei uns nur einige Minuten der Fall in den letzten 24h.

Für jede PLZ in Deutschland gilt, dass der Mittelwert von (50 = 2,5 Cent Prämie) im Jahresschnitt erreicht wird. Im November-März gibt es daher Tage mit sehr geringen Werten. Faustformel ist allerdings dennoch, dass man alle 2 Tage die volle Prämie in 4 Stunden bekommen sollte. Es werden nur Stundenwerte herausgegeben (keine Minutenwerte).

Guillaume hat geschrieben:
Aber wie überprüft STROMDAO, ob ich mich an diese Zeitfenster halte?

Wir glauben Deinen Angaben… genauso wie bei einer konventionellen Stromzähler mit „Postkartenablesung“ man auf die Ablesungen des Kunden vertraut. Schummeln kann man aber nur im Bereich von 24-36 Stunden, da nur für dieses Zeitfenster die GSI-Werte vorhanden sind (es wird die Signatur benötigt, die man beim Abruf bekommt – Blockchain Gedönz…). Wer immer mit Plausibilität schummelt, sollte sich aber bewusst sein, dass dies auch ein Betrug ist, wenn es rauskommt.

Guillaume hat geschrieben:
Die Webseite spricht von einem E-Auto-Tarif. Haushaltstrombezug wird aber dennoch toleriert?

Ja … bzw. nein. Für den Haushhaltsstrom würde ich eher auf einen EEG-Tarif gehen s.h. https://stromhaltig.de/strompreis/ – der kann natürlich auch für Autostrom genutzt werden und basiert auf ganz Deutschland (ohne lokale Abhängigkeit des GSI). Nachteil: Im Jahresmittel gibt es hier keine Garantie – die Extremas kommen seltener vor / werden nur an 2-3 Tagen im Jahr erreicht… – Wenn wir als STROMDAO hier generell E-Auto-Tarif für alles erlauben würden, hätten wir bei der Abbildung in den Strommarkt einige Herausforderungen. Ich mache das Beispiel andersherum: Natürlich merkt keiner, wenn der Kühlschrank am Wärmpumpentarif hängt…

Eberhard hat geschrieben:
qualifiziert?.. Wallboxen

Wir schreiben keinen speziellen Typos von Wallbox vor. Es muss nur eine Messung der Strommengen erfolgen – wie der Kunde dies anstellt ist uns erst einmal egal. KEBA/BMW (und einige Derivate) haben wir fertige Software, für Stromzähler bei denen von Discovergy und Smappee, bei Messung im Fahrzeug für Renault und Nissan. Für Eigenbau haben wir ein Image für den SmartPI.

hotrod hat geschrieben:
Ist auch vom Strompreis nicht wirklich ein Angebot

Arbeitspreis
Wie Volker schon geschrieben hat, kann man erst ab einer gewissen Anzahl an Kunden auch besser einkaufen – ganz ehrlich, von den Mengen sind wir heute noch weit entfernt. Da die Energiewirtschaft nur in Anzahl der Netzanschlüsse zählt, brauch man unter 50.000 nicht anfangen… – Allerdings konkurieren wir auch weniger mit Haushaltsstrom, als mit offener Abrechnung – und wer nicht am Supercharger tankt, der hat im öffentlichen Raum Preise deutlich über 35ct/KWh.

Bitte nicht falsch verstehen, wenn ich bei Preisdiskussionen etwas „pushy“ bin, aber die STROMDAO trägt das volle Risiko des First-Movers. Wir machen mit dem Autostrom mit Sicherheit keinen großen Gewinn, schaffen es aber die Prozesse soweit hinzubekommen, dass unsere Kunden (Stadtwerke, Versorger, Erzeuger) selbst einen solchen Tarif anbieten können.

Grundpreis
Wie im Grün- und Weißbuch zum Strommarkt 2.0 von mir bereits veröffentlicht, denke ich dass Energie auf Dauer keine Kosten mehr verursacht. D.h. KWh Preis wird bei 0 Cent liegen. Im Gegenzug wird der Grundpreis ansteigen, da man sich bei Erzeugungsanlagen einmietet und deren Abschreibung zahlt. Hiervon sind wir allerdings noch etwas entfernt, dennoch setzen wir bei der STROMDAO den Hybridstrommarkt auf Basis der Blockchain Technologie um. Dadurch kann eine Zuordnung von Nutzungsgrad einzelner Anlagen durch bestimmte Kunden 1:1 erfolgen. Vermutlich war/ist die Finanzierung hinter den Supercharger auf ähnlicher Grundlage entstanden.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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