Riesenakku verhindert Stromausfall 1

Riesenakku verhindert Stromausfall

Dem Deutschlandfunk war es eine Meldung wert,  wenn ein Großspeicher eines Autobauers in Australien einen Backout verhindert. Da fragt man sich schon, warum man nicht erst einmal schaut, wie so etwas in Deutschland eigentlich verhindert wird. Schnell würde man merken, dass im Land der Dichtenden und Denkenden Ingenieure  auch einiges an cleverem im Hintergrund läuft, was eben nicht so tolle Namen wie Tesla trägt.

An dieser Stelle ein Lob an die Netzbetreiber in Deutschland und mein Respekt für ihre Arbeit auch an den Feiertagen. Wir wollen in diesem Beitrag auf einen aktuellen Fall hierzulande eingehen.

Heizkraftwerk Walsum, nördlich von Duisburg. 26.12.2017 – 23:30 Uhr.

Der Betreiber STEAD gibt über die Marktmechanismen bekannt, dass dieses Kraftwerk bis ca. 03:00 Uhr von den 370 MW nur 60 MW einspeisen kann. 310 MW fehlen dem Stromnetz.

Sie fehlen, denn es gibt Kunden, die über ihren Stromliefervertrag dafür bezahlt haben. Haushalte, welche mit ihrer Stromrechnung auch bei 100% Ökostrom ihr Geld dafür ausgeben, dass dieses Kraftwerk wie versprochen 370 MW und nicht nur 60 MW liefert.

Warum auch die Ökostromkunden? – Ökostrom ist in Deutschland so definiert, dass lediglich die angenommene Strommenge der Kunden zeitgleich eingespeist wird, nicht aber die tatsächliche. Durch Angebot und Nachfrage an der Strombörse wird durch die Netzbetreiber dann zugekauft und verkauft, so dass die Balance aus Erzeugung und Verbrauch zu jedem Zeitpunkt gehalten wird. Wenn Ökostrom (Wasserkraft, Wind, Sonne) der Umwelt hilft, so dienen die Kohlekraftwerke, wie das in Walsum zur Herstellung der Balance.

Am Abend des 26.12.2017 hatten die Netzbetreiber somit erst einmal ein Problem. Zwar hatten die Stromkunden (inkl. die Ökostromer) genug Strom eingekauft, jedoch fehlten nun mal 310 MW aus Walsum.

Rückgriff auf Riesenakku in Deutschland

Auch in Deutschland kommen hier Akkus zum Einsatz. Im Gegensatz zu Australien haben wir diese im letzten Jahrhundert aufgebaut parallel zum Stromnetz, denn es ist bekannt, dass immer mal wieder ein Kraftwerk in die sogenannte „ungeplante Nichtverfügbarkeit“ rutscht.

Beobachtet man die Handelstransaktionen, die nach Bekanntwerden einer Meldung stattfinden, so kann man davon ausgehen, dass hauptsächlich die großen Wasserspeicher verwendet werden. Diese kommen ohne seltenen Erden aus, existieren an vielen Orten in Deutschland und liefern deutlich mehr Energie auf Knopfdruck, als der Stromspeicher in Down-Under.

Problem ist nur, es ist weder sexy, noch kann man durch die Art, wie in Europa das Stromnetz und der Stromhandel organisiert ist einen festen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung nachweisen. Nur eine Korrelation…

ABER: Wichtig ist, dass die Netzbetreiber trotz alterndem Kraftwerkspark und einer Reihe von „forced Outages“ in der Lage sind immer noch einen Verkäufer von Strom zu finden. Wichtig ist auch, dass die bei der schnellen Suche  anfallenden Kosten vielleicht von der Gemeinheit getragen werden.

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