Die größte Herausforderung, die sich bei der Weiterentwicklung des Strommarktes vor genau 2 Jahren ergeben hatte, ist die Umstellung von einfachem Weiterreichen der Brennstoffkosten auf eine Vergütung, die auch ohne Brennstoffkosten möglich ist. Solarenergie und Windkraft haben keine Brennstoffkosten, sind allerdings nicht immer verfügbar. Auf der anderen Seite steht der Stromkunde, der mit seiner Stromrechnung nach Strommengen zahlt. In der Energiewende 1.0 – ab dem Jahre 2002 – wurde der Versuch unternommen die Investitionskosten der Anlagen auf die Laufzeit (Strommengen) umzubrechen. Das Ergebnis sind Konstrukte wie die EEG-Umlage.

Langfristig ist das bestehende Modell nicht tragbar und muss weiter entwickelt werden, da Investitionsanreize und Stromkosten nachhaltig einen Interessenausgleich herstellen müssen. Der Hybridstrommarkt ist ein Modell, welches zeigt, wie es funktionieren kann. Das Stromkonto hat das Potential das fehlende (technische) Werkzeug zu sein, die Prozesse abzubilden.

Die wichtigste Eigenschaft des Stromkontos ist die Trennung zwischen Energie und Geld, welche zu einer Bilanz in Echtzeit zusammengeführt wird. Die Technik eines Kontos mit einigen Zusatzinformationen, wie man es aus der der Finanzbuchhaltung mit der doppelten Buchführung kennt, ist dabei das Mittel der Wahl.  Verständlich wird es, wenn man sich die typischen Beteiligungsformen der Bürgerenergie ansieht.

Am Tag 0 beginnt ein EE-Projekt meist mit der Investition. Mehrere Investoren teilen sich den Eigentum an einer oder mehrerer Anlage. Je nach Investitionssumme ergibt sich eine Aufteilung. Ist die Projektierung und Realisierung gelaufen und die Anlage geht in Produktion, so  werden die Geld-Erträge entsprechend der Anteile der Investoren verteilt. Angekoppelt an den Strommarkt werden die erzeugten Strommengen verkauft und die Erlöse aufgeteilt. An dieser Stelle kommt die Blockchain-Technologie zum Einsatz. Die Blockchain eignet sich immer dann sehr gut, wenn eine Einigkeit zwischen verschiedenen Akteuren hergestellt werden muss und der „Eigentum“ festgestellt werden soll.

Eigentum und die Blockchain

Die Verbriefung  von Eigentumswechsel sind einer der wichtigsten technischen Errungenschaften, die uns mit der Blockchain gebracht wurden. Zwar lassen sich theoretisch auch in anderen IT-Lösungen dies erzielen, jedoch muss man dann dem System vertrauen (Beispiel: Dem Buchungssystem einer Bank, dem ERP System eines Unternehmens, oder des Wirtschaftssystem eines Energieversorgers). Die Bewegungen von Eigentum von einem Besitzer zum nächsten werden als Transaktionen abgebildet – nichts anderes als Buchungen.

Buchung von Stromertrag einer PV Anlage auf dem Stromkonto der StromDAO
Buchung von Stromertrag einer PV Anlage auf dem Stromkonto der StromDAO

Im Hybridstrommarkt gibt es das Konzept, dass man Eigentum an einer Erzeugungsanlage bekommen kann. Jeder, der sich mit Buchführung beschäftigt hat, kann sich recht leicht vorstellen, welche Buchungssätze hinter diesem Geschäftsvorfall sehen. Sobald die Erzeugungsanlage an das Stromnetz angeschlossen ist, wird es zu Erträgen kommen, die dann (auch wieder in Buchungssätzen) an den Investor gutgeschrieben werden.

Wichtig ist, dass die Blockchain als Konsens zu jedem Zeitpunkt die „Eigentumsverhältnisse“ definiert. Sobald ein Stromzähler Strom gemessen hat, oder die Investitionssumme eingezahlt wurde, werden die Kosten auf dem Stromkonto als Buchung verzeichnet. Jede Buchung hat ein Konto, welches belastet wird und ein Konto, welches die Gutschrift erhält.

Der Strommarkt gestern

Was uns beim konventionellen Stromhandel von der Verwirklichung des Hybridstrommarktes trennt, sind starre Konstrukte wie die Bilanzkreise. Die Führung eines Bilanzkreises ist teuer und es würde sich nicht rechnen, wenn man für jede Anlage und jeden Kunden einen Bilanzkreis führen würde. Anders ausgedrückt ist im klassischen Strommarkt der Eigentum für Strom über die Bilanzkreise geregelt – eine Ordnungsstruktur darunter fehlt.

Mit dem Stromkonto wurde hier eine Struktur dazwischen geschaffen, welche frei von der Bilanzkreisführung (die weiterhin besteht) existiert. Sind wegen des Unbundelings keine direkte Belieferung zwischen Erzeuger und Letztverbraucher möglich, so läuft dies dennoch im Stromkonto zu einer Anzeige zusammen. Die Eigentümerschaft des Stormkontos bleibt beim Investor, Stromverbraucher, Kunde – alles in Personalunion.

Die Zukunft

Wir werden Kunden haben, die in den Energiemarkt vollständig integriert sind. Die Blockchain Technologie bringt die notwendigen Werkzeuge, das Stromkonto die Möglichkeit diese auch zu verwenden.

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